Photovoltaik-Dächer: Brandschutz beachten

Sicherheit geht vor - auch bei Photovoltaik

Damit Ihre Dächer nicht zur Feuer-Falle werden…

Photovoltaik liegt voll im Trend und prägt Deutschlands Dachlandschaft immer intensiver. Nicht zuletzt aufgrund der großzügigen staatlichen Förderungen haben sich Photovoltaikanlagen in den vergangenen Jahren weit verbreitet. Immer mehr Privatleute haben die Stromproduzenten auf dem Dach – allerdings ohne zu ahnen, dass damit auch Gefahren verbunden sind.

„Ein Problem liegt paradoxerweise in der hohen Qualität der Module. Sie sind extrem hitzebeständig und verformen sich deshalb auch bei einem Brand im Dachstuhl nicht“, wissen Experten des Verbands privater Bauherren. „Das heißt, sie stürzen nicht ab, sondern bleiben fest auf dem Dach verankert und versperren als solide Barriere Feuerwehr und Löschmittel den Weg zum Brandherd, und beschleunigen die Brandentwicklung durch den auftretenden Wärmestau unter dem Dach.“

Weit schwerwiegender sei aber das zweite Problem: Solange es hell ist, produzieren die Module Strom und stehen unter Spannung. Diese Spannung lässt sich auch nicht abschalten. Bis zu 400 Volt liefern die zusammen geschalteten Zellen der Module. Alles über 42 Volt ist aber tödlich für den Menschen. Die Feuerwehr habe keine Chance. Sie könne weder unter den Modulen löschen, noch die Module abschalten und vom Dach holen, solange sie Spannung liefern.

Bauherr kann vorbeugen

Doch der private Bauherr kann vorbeugen: Eine einfache und wirkungsvolle Methode ist die Montage der Module mit jeweils 15 Zentimetern Abstand zueinander, wissen Bausachverständige. Dadurch bleibt die Dachfläche partiell offen und die Feuerwehr kann zwischen den Modulen an den Brandherd heran. „Leider werden diese ‚Brandschneisen‘ so gut wie nie gebaut, denn sie kosten Geld. Zum einen passen bei mehr Abständen weniger Module aufs Dach – das reduziert die Stromausbeute. Zum anderen müssen mehr Halterungen montiert werden – Material und Arbeitsleistung werden also teurer. Bauherren scheuen oftmals diese Mehrausgaben und erhöhen damit unnötig ihr Brandrisiko.

Sachverständigen-Rat hilft…

„Wer Photovoltaik-Module aufs Dach setzen will, der sollte sich unbedingt vorher vom unabhängigen Sachverständigen beraten lassen“, mahnt Thomas Penningh. „Das gilt besonders auch für den Ausbau des darunter liegenden Dachgeschosses: Denn wenn es brennt, dann wird nicht nur die Dachhaut zerstört, sondern auch Dämmung und Ausbau fangen Feuer. Gerade Schaumstoffplatten setzen bei hohen Temperaturen giftige Gase frei. Dachausbau und Photovoltaik sollten also keineswegs nur unter dem Aspekt der Gewinnmaximierung gesehen werden. „Verantwortungsbewusste Bauherren denken auch an die Sicherheit der Bewohner – und der Feuerwehrleute“, so das Resümee des vpb.

(Quelle: vpb)


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