Hausbesitzer sind glücklicher als Mieter

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Mit dem Hausbau ins Glück

Schwäbische Häuslebauer wussten es schon immer, doch nun ist es wissenschaftlich belegt: Die eigenen vier Wände machen glücklich. Glücksforscher der Universität Hohenheim ließen mehr als 4.200 Personen in Deutschland zum Thema Wohneigentum und Glück befragen.

„Das Ergebnis ist eindeutig“, betont der Leiter der Studie, Prof. Dr. Frank Brettschneider. „Knapp zwei Drittel der Wohneigentümer geben an, dass ihr Immobilienbesitz sie glücklicher macht. Und auch mit ihrem Wohnumfeld sind sie deutlich zufriedener als Mieter.“ Die Studie wurde im Auftrag der Stiftung Bauen und Wohnen der LBS Baden-Württemberg durchgeführt. Es ist die erste große, systematische Studie, die den Zusammenhang zwischen Wohneigentum und Glück zum Gegenstand hatte.

Prof. Dr. Frank Brettschneider

Prof. Dr. Frank Brettschneider ist Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationstheorie an der Universität Hohenheim und hat die Glückstudie geleitet.

„Glück ist kein objektiver Sachverhalt, sondern ein subjektives Empfinden. Ursachen und Inhalte variieren daher von Mensch zu Mensch“, erläutert Prof. Dr. Brettschneider den Hintergrund der Glücksforschung. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationstheorie an der Universität Hohenheim und hat mit Wissenschaftlern insgesamt sieben Glücks-Dimensionen identifiziert. Eine davon ist der Bereich Wohnen. „Grundbedürfnisse wie Gesundheit und finanzielle Sicherheit, Partnerschaft oder Beruf sind zwar erwartungsgemäß noch wichtiger als die Wohnsituation“, erklärt Prof. Dr. Brettschneider, „doch auch sie ist von enormer Bedeutung für das Glücksgefühl.“ Das gelte auch, wenn man Einkommen, Bildung und Alter der Befragten berücksichtige. Selbst dann habe Wohneigentum einen signifikanten, eigenständigen Effekt für das Glücksgefühl. Knapp zwei Drittel der Wohneigentümer in Deutschland geben an, ihr Haus oder ihre Wohnung mache sie glücklicher. Dasselbe gilt für die 36 Prozent der Mieter, die sich eigene vier Wände wünschen.

Wohnumfeld von großer Bedeutung

Ob man zufrieden mit seinem Zuhause ist, ist jedoch nicht nur eine Frage des Eigentums, sondern auch des Wohnumfeldes an sich. Bei der Entscheidung für einen Wohnort sind den Menschen eine gute Infrastruktur, eine ruhige Lage und eine gute Verkehrsanbindung am wichtigsten. Doch auch andere Faktoren wie Größe, Preis und Ausstattung der Wohnung ab tragen dazu bei, ob sie mit ihrer aktuellen Wohnsituation zufrieden sind oder nicht. „Dabei sind Immobilienbesitzer deutlich zufriedener mit ihrer Wohnsituation als Mieter“, erklärt Prof. Dr. Brettschneider, „und damit auch glücklicher.“ Das zeige sich auch in den 80 Prozent der Wohneigentümer, die sich erneut für den Erwerb einer Immobilie entscheiden würden – 65 Prozent sogar wieder für die gleiche. Auch im gesellschaftlichen Engagement spiegelt sich die meist stärkere Bindung von Eigentümern an das soziale Umfeld der Wohnumgebung wider, meint der Glücksforscher: „Ihr ehrenamtliches Engagement ist signifikant größer ist als das der Mieter, etwa im Sport, im Sozialen, in der Kirche, in der Bildung und bei der Freiwilligen Feuerwehr.“

Hausbesitzer sind glücklicher als Mieter

Hausbesitzer sind nicht nur zufriedener als Mieter, sie engagieren sich auch stärker in ihrem Wohnumfeld.

Für und Wider des Immobilienkaufs

Die Forscher konnten beim Kauf oder Bau einer Immobilie einige besonders große Glücksmomente identifizieren: die Entscheidung für die Immobilie, der Kauf, der Einzug und die Zahlung der letzten Rate. Schäden am Haus trüben dagegen das Glück. Der größte Dämpfer ist für die meisten der Auszug der Kinder. Mieter wie Eigentümer sehen Vorteile und Risiken im Kauf von Wohneigentum. Als Aspekte für einen Erwerb geben sie an: Altersvorsorge, eigene Gestaltungsmöglichkeiten, keine Miete und Unabhängigkeit. Hemmnisse sind insbesondere: Kosten und Risiken durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit sowie das Risiko der Trennung vom Partner.

Mehr Unterstützung für Immobilienkäufer

Die Politik sei gefordert, Bedingungen für eine größere Zufriedenheit von Mietern und Wohneigentümern zu schaffen, stellt Prof. Dr. Brettschneider fest. „Eine gute Infrastruktur sowie hervorragende Verkehrsanbindungen sind hier essenziell.“ Auch kann die Politik Hemmnisse für den Erwerb von Wohneigentum abbauen, etwa die hohe Grunderwerbsteuer. Das Ausweisen von Baugebieten oder die Beschleunigung der Abläufe, die zu einer Baugenehmigung führen, fallen in diesen Bereich. Die Immobilien-Finanzierer könnten ebenfalls Wohneigentümer unterstützen – vor allem in den Phasen, in denen Glücksdämpfer auftreten. „Beispielsweise könnte hier eine Übersicht der infrage kommenden Handwerker oder auch ein Wohneigentümer Stammtisch hilfreich sein“, empfiehlt Prof. Dr. Brettschneider. Doch letzten Endes ließe sich das Glücklichsein nicht an andere delegieren, betont der Forscher. Das sehen auch die Befragten so, denn 73 Prozent von ihnen meinen: Jeder ist für sein Glück selbst verantwortlich. (kf)



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