Aus Liebe zum Holz: Das Holzhaus

Aus Liebe zum Holz: Das Holzhaus

Das Holzhaus – aus dem ältesten Baustoff

Das Holzhaus besteht, wie der Name schon sagt, zu großen Teilen aus Holz. Dabei wird dieses nicht nur für die Grundkonstruktion sondern auch für Fassaden, Böden, Decken und Wände verwendet. Für den Wandaufbau werden klassischerweise Holzbalken und -bohlen benutzt, die Fassade wird mit Profilholz verkleidet und für den Innenausbau werden Holzpaneele verwendet.

Was ist ein Holzhaus? Formen und Funktionen

Das Blockhaus ist ein Holzhaus in seiner klassischen Bauweise. Eine andere Variante ein Holzhaus zu bauen ist die Skelettbauweise oder aber die Holztafelbauweise beziehungsweise der Holrahmenbau, welche bei der Konstruktion von Fertighäusern angewendet werden. Hier bestehen die tragenden Teile des Grundgerüsts aus Holz.

Holzrahmen-/ Holztafelbauweise

Die Holzrahmenbauweise ist eine klassische und zugleich moderne Bauweise. Die tragende Funktion wird von einem aus senkrechten und waagerechten Holzbalken bestehenden Holzgerüst übernommen. Holz-, Span- oder Gipsfaserplatten übernehmen die Aussteifung. Die Balken werden beidseitig beplankt. Wenn diese beplankte Verbundkonstruktion auch eine tragende Funktion übernimmt, spricht man von der Holztafelbauweise. Hinsichtlich der Grundrissgestaltung ermöglicht der Holzrahmenbau Individualität und Flexibilität und aufgrund der Möglichkeit der Vorfertigung lässt sich hierbei meist viel Zeit sparen. Der Holzrahmenbau kommt mit geringen Wandstärken aus, was sich zugunsten der Wohnfläche positiv auswirkt.

Das Blockhaus

Das Blockhaus hat eine robuste Grundstruktur aus Vierkant- oder Rundbalken und ist daher extrem belastbar. Die Einfachblockvariante mit einer durchschnittlichen Wandstärke von 18 bis 21 Zentimeter erfüllt bereits die Mindestanforderung der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV). Bei der Anwendung von Doppelblockwänden ist sogar der KfW 40 oder KfW 60 Standard möglich. Die Räume zwischen den Wänden werden üblicherweise mit hydroskopischen Stoffen wie Zellulose zur Dämmung und Dichtung aufgefüllt. Solche Stoffe speichern Feuchtigkeit und dienen somit als Puffer bei Feuchtespitzen. Als weiteres Dämmmaterial wird auch Korkschrot verwendet.

Die Skelettbauweise

Markenzeichen der Skelettbauweise ist ein filigranes Traggerüst aus Holz. Sie eignet sich für sehr großzügige Raumgestaltungen und offene Wohnkonzepte. Neben den schlanken Holzstützen und -trägern wird Brettschichtholz verwendet, das sichtbar verschraubt oder unsichtbar mit Stahlteilen verbunden wird.

Massivhaus oder Holzhaus?

Auf dem deutschen Markt dominiert nach wie vor die Massivbauweise. Dies liegt daran, dass das Massivhaus präsenter in den Köpfen der Menschen ist und eine starke Baustoffindustrie hinter dieser Bauweise steht. Im Gegensatz dazu ist dies vor allem in skandinavischen Regionen aber auch in der Alpenregion und den im Süden an Deutschland angrenzenden Ländern anders. Dort sind Holzhäuser präsenter, u.a. bedingt durch geringere Verstädterung. Viele, die sich für ein Holzhaus entscheiden, bringen eine „Wohnerfahrung“ aus einem Urlaub wie in skandinavischen Ländern oder den Alpen mit.

Gesundes und bewusstes Wohnen

Die Debatte um das Holzhaus ist vor allem in Bezug auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz positiv und zukunftsorientiert. Das Holzhaus steht für Wohngesundheit und ökologische Unbedenklichkeit und bietet seinen Bewohnern hohe Wohnqualität. Ein großer Pluspunkt, der für ein Holzhaus spricht, ist die optimale Temperierung zu jeder Jahreszeit. Im Sommer bleibt es im Inneren angenehm kühl und im Winter mollig warm. Die Heizkosten können niedrig gehalten, der Geldbeutel geschont werden. Generell ist das Wohnklima frei von Schadstoffen und Strahlenbelastungen und daher auch für Menschen mit Allergien geeignet. Die Innenwände sind wärmer und die Raumluft nicht so feucht.

Die Nachteile des Holzhauses ergeben sich aus den Eigenschaften von Holz. Wenn das Holz zu feucht und nicht ausreichend bzw. falsch vorgetrocknet wird, kann es zu Rissbildungen kommen. Dieses sogenannte Schwinden bezeichnet Spannungen, die im Trocknungsprozess entstehen, wodurch Spaltrisse verursacht werden. Das natürliche Schwinden im Laufe der Zeit ist bei fachgerechter Konstruktion jedoch kein Problem. Die durchschnittliche Lebensdauer eines Holzhauses beträgt ca. 100 Jahre, bei richtiger und regelmäßiger Pflege (Streichen, Imprägnieren etc.) auch durchaus länger.

Die ökologische Bauweise – Umwelt und Energie

In Kombination mit den heutigen Möglichkeiten der Wärmedämmung, Luftdichtigkeit oder Schallschutz eignet sich Holz ideal für den Hausbau. Natürliche Dämmstoffe wie Flachs, Holzweichfaser oder Kork haben Vorrang. Eine spezielle Imprägnierung sichert zudem Qualität und garantiert Beständigkeit. Ökologisch bauen heißt im Sinne der Natur bauen und nachwachsende, umweltfreundliche Rohstoffe zu verwenden. Holz ist ein natürlicher Baustoff, der sich optimal dämmen lässt und es so ermöglicht, Energie und Kosten zu sparen. Mit Holzhäusern leistet man einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Bei der Herstellung von Holz wird kaum CO2 freigesetzt. Gegenteiliges ist beispielsweise bei der Herstellung von Beton der Fall, wo viel Energie benötigt und noch viel mehr CO2 produziert wird. Ist ein Holzhaus ein Ökohaus? Bezogen auf das Baumaterial sicherlich. Ökologischer als mit Holz zu bauen geht nicht.

Das Holzhaus heute

Die Vorgaben durch die EnEV werden immer drastischer. Nicht zuletzt deswegen spielen heutzutage bei der Planung eines Neubaus zunehmend ökologische, umweltorientierte Aspekte eine gewichtige Rolle. Das Holzhaus ist beliebt. Die „Holzbauquote“ liegt in Deutschland aktuell im Durchschnitt bei 15,2 %, in Baden-Württemberg sogar bei 23,7 %. Neben der zunehmenden Beliebtheit des Holzbaus ist aktuell auch ein Begleittrend zu beobachten. Bauherren beginnen ihre Massiv- bzw. Steinhäuser zu Holzhäusern umzuwandeln. Ziel der Hausbesitzer ist dabei nicht nur die unansehnliche Putz- oder Klinkerfassade mit Profilholz zu verkleiden, sondern gleichzeitig auch eine zusätzliche Wärmedämmung zu schaffen.



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