Mit Licht gestalten

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Besser Leben mit durchdachter Lichtgestaltung

Tageslicht hat eine bedeutende Wirkung auf die biologischen Prozesse im menschlichen Körper sowie auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Licht bewirkt die Ausschüttung der Hormone Melatonin (Schlafhormon) und Serotonin (Botenstoff zur Übertragung von Signalen im Gehirn) und hat dadurch Einfluss auf unsere Stimmung, Leistungsfähigkeit und Aktivität. Der Herbst hat begonnen, die Tage werden wieder kürzer, die Tageslichtstunden weniger. Der Nutzung von künstlichem Licht als Kompensation für das Tageslicht kommt deshalb wieder verstärkte Bedeutung bei.

Die Aufgabe des Lichts

Licht ist nicht nur Hilfsmittel, sondern zugleich ästhetisches Gestaltungselement mit dem Einfluss auf verschiedenste Lebensbereiche genommen werden kann. Das Licht ist die uns im Alltag allgegenwärtig umgebende Magie, die Informationen bewusst und unbewusst vermittelt. In Anlehnung an Richard Kelly gibt es drei wesentliche Funktionen des Lichts: Das Licht zum Sehen beschreibt Licht in seiner passiven Funktion, das uns zur Orientierung dient und hilft, zu erkennen. Das Licht zum Hinsehen ist ein fokussierendes Licht, das zielgerichtet und aktiv mit z.B. Helligkeit als Mittel zur Akzentuierung und Betonung von Räumen, Subjekten und Objekten dient. Die dritte und in der heutigen Zeit zunehmend bestimmende Form ist das Licht zum Ansehen bzw. das Licht als künstlerisches Gestaltungselement mit dem, im Spiel mit Formen und Farben, Emotionen und psychologische Botschaften vermittelt werden.

Der heutige Lichtstandard

Die LEDs (Licht-emittierende Diode) erobern den Markt. Mit der Entwicklung dieser Leuchtdioden für hochwertiges, weißes Licht ändern sich die Möglichkeiten der Wohn- und Lebensraumgestaltung, sei es zu Hause, im Auto oder in Geschäfts-/ Büroräumen. Noch gezielter kann das Licht je nach Bedarf eingesetzt werden. Die Arbeits- und Wohnqualität wird erhöht, was sich letztlich auch auf das persönliche Wohlempfinden des Einzelnen, aber auch die Arbeitsqualität auswirkt. Die Möglichkeit der kontrollierten, bedarfsgerechten und automatischen Steuerung verbindet Lichtgenuss mit Komfort, ermöglicht die Optimierung von Prozessen und schont letztlich auch noch den Geldbeutel durch Vermeidung von Dauerbeleuchtung bzw. Überleuchtung.

Lichtgestaltung daheim – Form und Farbe

Für die Lichtgestaltung zu Hause gilt grundsätzlich, dass eine schön designte Lampe nicht zwingend die optimale Beleuchtung bietet. Bei der Lichtsteuerung ist die Platzierung und Ausrichtung entscheidend und das individuell für jeden Raum. Im Schlafzimmer ist eine zentrale Steuermöglichkeit vom Bett aus komfortabel, um lästige Gänge zum Lichtschalter zu vermeiden. Die Nachttischlampe sollte dimmbar und der Stimmung des Filmes oder Buches angleichbar sein und flexibel für jeden Situation in seiner Position ausrichtbar. Das Wohnzimmer ist der Ort der vielfältigsten Nutzung, unterteilt in Nutzungszonen wie z.B. dem Fernseheck oder den Essbereich. Hier kommt es darauf an, diese Zonen gezielt und zweckmäßig in der gewünschten Intensität ansteuern zu können. Im Bad verwendet man in der Regel eine gut regelbare, oft durch Farbakzente verstärkte, Allgemeinbeleuchtung. In Verbindung mit Farben werden Stimmungen und Gefühle bewirkt und verstärkt. Die Gestaltung bzw. Wirkung von Farbe ist jedoch nicht neu. Mayas, Ägypter und Azteken verwendeten schon früh die Verbindung von Licht und Farbe in eigens dafür errichteten Tempeln vorwiegend zu Heilungszwecken. Licht und Farbe beziehungsweise deren heilende und therapeutische Funktion waren schon früh eng mit Glaube und Religion verknüpft. Helles bläuliches Licht am Morgen wirkt belebend, weißes Licht am Abend beruhigend. Das Wissen um die Wirkung des Lichts in Verbindung mit Farbe fließt heute in die Raumgestaltung mit ein.

Komfortable mobile Lichtsteuerung

Die Lichtsteuerung in Eigenheim ermöglicht das Hue System von Philips. Mit der App ist es möglich bis zu 50 Lichtquellen in bis zu 60 Millionen Farbtönen leuchten zu lassen. Per Tablet oder Smartphone kann man so ganz bequem für jeden Raum und jede Gelegenheit eine passende Stimmung schaffen. Varianten der App sind z.B. Hue Disco, die App zur Basssteuerung der Partymusik zu Hause oder Hubilight, die App die in Abhängigkeit von der dominierenden Farbe des Fernsehbildes die Umgebungsbeleuchtung steuert. Wie funktioniert Philipps Hue im Detail? Hier mehr erfahren!

Licht erleben

Aufgrund der Sensibilisierung für das Licht sind neue Berufszweige entstanden, neue Berufe wie der Lichtplaner und –designer, die sich mit den Möglichkeiten der Beleuchtung beschäftigen, die dafür sorgen sollen, dass Licht unauffällig im Hintergrund wirkt, aber gleichzeitig die menschliche Wahrnehmung beeinflusst. Diese Entwicklung zeigt nicht zuletzt die Bedeutung der Lichtgestaltung. Es herrscht heute eine gesteigerte Sensibilität für das Licht. Licht ist nicht nur Funktion, sondern Erlebnis und Kunstform.

Energiesparpotential

Die ästhetischen Gesichtspunkte der Lichtgestaltung werden bestimmt durch die technischen Möglichkeiten der Nutzung sowie ökologischen Aspekten beziehungsweise Möglichkeiten des Energiesparens.

Glühbirne, Halogenlampe, Energiesparlampe oder LED? Welche Lampe ist die richtige?

Die Glühlampe verschwindet mehr und mehr vom Markt, bedingt durch das Glühlampenverbot der EU mit dem Zweck der Reduzierung des Energieverbrauchs. Mit der Halogenlampe kann man bis zu 30 % an Energie im Vergleich zur Glühlampe sparen. Halogenlampen bieten eine gute Licht-/ Farbwiedergabe und sind besonders für eine punktgenaue Bestrahlung von Objekten geeignet. Mit LED-Lampen kann man ähnlich wie bei der Energiesparlampe im Vergleich zu herkömmlichen Glühbirnen bis zu 80 % Energie sparen. In der Anschaffung sind LEDs jedoch deutlich teurer als Glühbirnen, aber ihre Lebensdauer ist mit 50.000 Std. dafür auch deutlich höher. LEDs haben keine Einschaltverzögerung und sind nicht als Sondermüll zu entsorgen, so wie dies der Fall bei der Anschaffung günstigerer Energiesparlampen der Fall ist. Sie funktionieren ohne Quecksilber oder andere gesundheitsgefährdende Stoffe.

Die Zukunft? – Organische Lichtquellen

Die OLED-Technologie (Organische licht-emittierende Diode) ist auf dem Vormarsch. Sie ist für Bildschirme und Displays, aber auch für die Raumbeleuchtung geeignet. Ihre Herstellung ist kostengünstiger, die Lebensdauer jedoch geringer. OLEDs (in z.B. Bildschirmen) kommen ohne Hintergrundbeleuchtung aus, bieten einen sehr hohen Kontrast und sind so bei der Darstellung dunkler Bilder energiesparsamer, da sie farbiges Licht nur emittieren und nicht wie bei LCDs im Dunkelzustand immer Licht durchscheint. Der Energiebedarf ist deshalb geringer und sie werden nicht so warm. OLEDs sind aufgrund des Energiebedarfs gut für kleine, tragbare Geräte geeignet. Ihre Reaktionszeit liegt mit 0,001 Millisekunden rund das Tausendfache unter dem Wert des schnellsten LCD. Nachteil von OLEDs ist, das sie eine geringe Lebensdauer haben und aktuell auch noch sehr anfällig für Wasser und Sauerstoff sind. Eine heute noch notwendige Einkapselung ist essentiell, schränkt aber die Flexibilität ein. Verschleißerscheinungen bei OLEDS äußern sich durch „Dark Spots“, runde, wachsende nicht leuchtende Bereiche.

Wissenswertes am Rande

Das Jahr 2015 steht im Zeichen des Lichts. Es soll an die essentielle Bedeutung des Lichts für alle Lebewesen erinnert werden, an das Licht als allgegenwärtiges Element des Weltgeschehens. Im Jahr 2015 kommen viele Jubiläen aus der Wissenschaft des Lichts zusammen. Das Jahr 2015 steht unter dem Motto „Light for change – Licht für Veränderung“. Vor allem ökologische und ökonomische Aspekt wie Energiesparen und die Lichtverschmutzung stehen im Mittelpunkt. Weitere Informationen zum Jahr des Lichts finden Sie hier.


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