Mansarddach

Mansarddach – einmal geknickt

Wissenswertes über die beliebte Dachform

Bereits im 17. Jahrhundert wurde das Mansarddach von den französischen Architekten Francois Mansart und seinem Großneffen Jules Hardouin-Mansart in Paris populär gemacht. Ihnen verdankt das Dach auch seinen Namen.

Ursprünglich wurde das Mansarddach nicht entwickelt, weil es besonders funktional war oder um das Haus optisch aufzuwerten, sondern einfach aus steuerlichen Gründen: Früher wurde die Grundsteuer nach der Anzahl der Vollgeschosse berechnet. Mit einem Mansarddach konnte auch im Dachgeschoss Wohnraum geschaffen werden, der zwar nicht als vollwertiges Geschoss gezählt wurde, aber beinahe genauso viel Platz bot. Im barocken Frankreich verbreitete sich die Dachform schnell und wurde vor allem bei Villen und Prachtbauten verwendet. Erst rund 200 Jahre später setzte sich das Mansarddach auch in Deutschland durch. Besonders häufig findet es sich auf historischen Gebäuden aus der Zeit der Preußen.

Sattel-Mansarddach oder Walm-Mansarddach

Das Mansarddach kann als Grundlage entweder ein Sattel-, bzw. Giebeldach oder ein Walmdach haben. Die Dachflächen verlaufen bei beiden zunächst normal vom First nach außen, knicken jedoch im unteren Teil ab und sind dann wesentlich steiler. Dies führt dazu, dass die Dachschrägen sehr viel kürzer ausfallen und unter dem Dach zusätzlicher Wohnraum für eine oder auch mehrere sogenannte Mansarden entsteht. In den steilen Dachseiten lassen sich zudem leichter Fenster einbauen, was die Räume unter dem Dach genauso hell macht, wie in den unteren Etagen.

Das relativ weit herunterreichende Dach schützt das Haus vor Wind und Regen, und auch Schnee fällt gut ab. In Regionen, in denen bei Neubauten eine bestimmte Maximalhöhe vorgegeben wird, kann das Mansarddach einen weiteren Vorteil bringen. Falls die maximale Höhe des Traufpunktes nicht für ein zusätzliches Vollgeschoss reicht, kann mit einer Mansarde beinahe ebenso viel Wohnraum geschaffen werden.

Luxuriöse Erscheinung hat ihren Preis

Mit einem Mansarddach kann zwar der Innenraum unter dem Dach optimal genutzt werden und der Bau wirkt zudem – auch aufgrund des historischen Kontextes – luxuriös und exklusiv. Allerdings benötigen Mansarddächer mehr Pflege und Wartung als viele andere Dachformen. Auch der Bau und die komplexe Konstruktion des Dachstuhls gestalten sich zeit- und materialintensiv. Der Knick, an dem der flache in den steilen Teil übergeht, ist dabei besonders anfällig. Hier muss beim Bau auf gute Dämmung geachtet werden und auch im Nachhinein regelmäßig überprüft werden, ob undichte Stellen entstehen. Neben den Kosten können baurechtliche Probleme auftauchen, da Mansarddächer nicht überall genehmigt werden.

Mansarddach

Vorteile und Nachteile

Wie alle Dachformen hat auch das Mansarddach sowohl Vor- als auch Nachteile, die bei der Entscheidung berücksichtigt werden sollten.

Vorteile eines Mansarddachs

  • Viel Wohnraum unter dem Dach
  • Fenster können im Dachgeschoss problemlos eingebaut werden
  • Guter Schutz vor Wind, Regen und Schnee
  • Optisch hochwertig und exklusiv
  • Ggf. Vorteile bei vorgegebener Bauhöhe

Nachteile eines Mansarddachs

  • Aufwändige Baukonstruktion
  • Material- und kostenintensiv
  • Hoher Pflege- und Wartungsbedarf
  • Wird nicht überall genehmigt

Informationen und Links

Hier gibt es hilfreiche (Web-)Seiten, Dokumente und Downloads

Links:

Hier gibt es viele Beispiele mit Mansarddachäusern von erfahrenen Hausbau-Firmen.

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