Neue Energieeinsparverordnung EnEV 2014

Energieeinsparverordnung EnEV 2014

Wesentliche Neuerungen der EnEV

Zum 1. Mai 2014 tritt die novellierte Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft. Der Traum vom Eigenheim wird zukünftig wohl mit höheren Kosten verbunden sein

Zwischen den einzelnen Scheiben befindet sich ein Isolationsraum. Der Wärmeverlust wird minimiert und der Schallschutz optimiert. Ein großer Luftaustausch ist durch zwei zu öffnende Flügel ausgezeichnet möglich. Die Einbruchsicherheit sollte standardgemäß individuell in jedem Fall und bei jedem Fenstereinbau besprochen und geklärt werden.

Die wesentlichen Neuerungen im Vgl. zur EnEV 2009

Bis dato gilt der Standard von 2009 beziehungsweise die Beheizung eines Gebäudes mit 60-70 kWh pro m2 und Jahr was ca. 750 Litern Heizöl entspricht. Wesentliche Neuerungen der EnEV 2014, die am 1. Januar 2016 final in Kraft tritt, sind zum einen die Senkung des Jahres-Primärenergiebedarfs von Neubauten um 25% sowie das Ersetzen von Heizkesseln die älter als 30 Jahre (vor 1985) sind. Für Eigentümer von Bestandsimmobilien gilt, dass Heizkessel ersetzt werden müssen, wenn diese nicht in der Lage sind ihre Temperatur der gefragten Heizleistung entsprechend anzupassen und noch mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betrieben werden. Heizungs- und Wasserrohre, die durch unbeheizte Räume führen sowie die obersten Geschossdecken oder das Dach müssen gedämmt werden. Vorgesehen ist weiter, dass der Wärmebedarf der Gebäudedämmung noch einmal um 20% gegenüber der jetzigen Regelung gesenkt wird.

Was ist der Primärenergiebedarf?

Unter Primärenergiebedarf versteht man die Energiemenge die notwendig ist um den Heizbedarf eines Gebäudes inklusive der Warmwasseraufbereitung zu decken. Anteilig mit eingerechnet wird hier die Energiemenge für die Erzeugung im Kraftwerk und der Transport über das Leitungsnetz.

Kosten sparen und umweltbewusst Wohnen nach höheren Investitionen

Es gilt Wärmeverluste durch die Gebäudedämmung zu reduzieren. Der Standard für die Dämmung soll laut EnEV 2014 um durchschnittlich 20% angehoben werden. Hierdurch werden natürlich zusätzliche Investitionen notwendig, Investitionen in die Fassadendämmung, die mindestens 12 cm betragen muss, aber auch in moderne Fenster mit Zweischeiben-Wärmeschutz-Verglasung und Türen mit niedrigem Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert).

Ein wesentlicher Bestandteil der EnEV 2014 ist jedoch in erster Linie die Integration erneuerbarer Energie im Heizkreislauf durch z.B. die Nutzung einer Photovoltaik-Anlage. Eine Senkung des Primärenergiebedarfs um 10% ist so möglich. Durch den Einsatz von Wärmepumpen können Senkungen um 40% erreicht werden. Bei Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe bei hohem Effizienzstand der Dämmung können noch weitaus höhere Werte erreicht werden.

Auch heute gibt es schon Häuser die den gewünschten Standard der EnEV 2014 deutlich übertreffen: Die sogenannten Passivhäuser, die ca. 1/4 der Energie benötigen, welche die Verordnung für Neubauten bis 2015 gewährt. Nicht unerheblich im Rahmen der Investitionen ist der Umstand, dass die Finanzämter mancher Bundesländer durch die Anhebung der Grunderwerbssteuer seit dem Jahreswechsel zum Teil deutlich mehr abkassieren. Gab es 2007 noch den bundeseinheitlichen Steuersatz von 3,5 % liegt dieser nun in Bremen und Niedersachsen bei 5 %, in Berlin bei 6 % und in Schleswig-Holstein als Spitzenreiter bei gar 6,5%. Lediglich Bayern und Sachsen begnügen sich mit weiterhin 3,5%. Die Grunderwerbssteuer muss grundsätzlich aus dem Eigenkapital bezahlt werden.

Die Zwickmühle für Bauherren

Die verschärften Bedingungen gelten grundsätzlich nur für Neubauten nach dem 1. Januar 2016. Entscheidend ist der Zeitpunkt der Antragseinreichung. Bis dahin besteht kein Zwang zur Umsetzung. Preiswert bauen nach der EnEV 2014 oder schon den Ansprüchen der Zukunft gerecht werden – dies ist die Zwickmühle. Da bis 2050 der Gebäudebestand klimaneutral werden soll, ist es durchaus ratsam im Rahmen des Hausbau-Projekts über die Neuerungen der EnEV 2014 hinauszugehen. Eine Verschärfung der Anforderungen in der nahen Zukunft ist doch sehr wahrscheinlich. Angehende Bauherren sollten sich hierzu an einen vertrauensvollen Energieberater wenden, an Fachleute der Verbraucherzentralen, des Verbandes privater Bauherren oder den Bauherrenschutzbund.

Für den Energiesparausweis gilt zukünftig, dass dieser bereits bei Besichtigung eines Hauses vorgezeigt werden und anschließend dem Käufer oder Mieter in Kopie übermittelt werden muss. Energiewerte von A+ bis H müssen weiter in Immobilienanzeigen/ Anzeigen generell angegeben werden.

Weiterführende Infos zur EnEV gibt es hier: http://www.enev-2014.info


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