Farbpsychologie, Helligkeit und Raumwahrnehmung

Farbe beeinflusst die Raumwahrnehmung

Auswirkungen von Farben und Helligkeit auf die Raumwahrnehmung erwiesen

Ob ein Zimmer eher hoch oder niedrig erscheint, hängt davon ab, wie hell Decke und Wände sind. Der alte Heimwerker-Tipp, die Decke ein paar Nuancen heller zu streichen als die Wände, um dadurch den Raum höher wirken zu lassen, entbehrt allerdings wissenschaftlicher Grundlagen.

Dies ergab eine Studie am Psychologischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die den Einfluss der Helligkeit von Decke, Wänden und Boden auf die wahrgenommene Höhe von Innenräumen untersucht hat.

„Kurz gesagt konnten wir die gängige Daumenregel bestätigen, dass eine helle Decke einen Raum höher wirken lässt“, teilte Dr. Daniel Oberfeld-Twistel mit. „Überrascht hat uns allerdings, dass es dabei nicht auf den Helligkeitskontrast zwischen Wänden und Decke ankommt. Die Decke muss also nicht heller sein als die Wände, damit der Raum höher erscheint.“ Stattdessen fanden die Psychologen, dass helle Wände den Raum zusätzlich höher erscheinen lassen.

Bisher gab es kaum Studien über die Auswirkungen von Farben und Helligkeit auf die Raumwahrnehmung. Unter Architekten und Heimwerkern herrscht allerdings häufig die Auffassung vor, dass eine Decke höher erscheint, wenn sie in einem helleren Ton gestrichen ist als die Wände.

Eine neue Daumenregel, die im Einklang mit den Studienergebnissen steht, könnte lautet also: „Um einen Raum höher wirken zu lassen, sollten sowohl die Decke als auch die Wände in einem hellen Farbton gestrichen werden. Die Bodenfarbe hat keinen Einfluss auf die wahrgenommene Raumhöhe.“

(Quelle: Universität Mainz)


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