Rechte & Pflichten im Herbst

Rechte und Pflichten im Herbst

Muss ich Laub fegen?

Der Herbst erfreut viele Menschen nicht nur mit einer bunten Landschaft, sondern beschert auch einige Arbeit durch hinabfallendes Laub. Über die Rechte und Plfichten, welche im Herbst für Hauseigentümer gelten, informiert dieser Beitrag.

Sind Hauseigentümer verpflichtet, das Laub auf Gehwegen zu entfernen?

Grundsätzlich gilt, dass – wie im Winter – eine Räumpflicht für Gehwege auch im Herbst besteht. Diese sogenannte „Verkehrssicherungspflicht“ liegt, was öffentliche Gehwege betrifft, zunächst bei der jeweiligen Gemeinde. Allerdings übertragen viele Gemeinden diese Pflicht auf die Straßenanlieger, so dass die Grundstückseigentümer zur Laubentfernung verpflichtet sind.

Kommt der Hauseigentümer seiner Reinigungspflicht nicht nach und rutscht dessentwegen ein Passant auf dem Herbstlaub aus und verletzt sich, kann der Eigentümer unter Umständen sogar zu Schadenersatz verpflichtet werden. Allerdings ist dies eine Einzelfallentscheidung, denn der Fußgänger muss im Herbst davon ausgehen, dass auf dem Weg liegendes Laub rutschig ist und sich dementsprechend vorsichtig und vorausschauend verhalten.

Wann und wie oft muss das Herbstlaub entfernt werden?

Bei der Frage, wann das Laub gekehrt werden muss, können sich Hausbesitzer an die Zeiten des Winterdienstes halten. Diese umfassen werktags die Zeiten zwischen 7 Uhr und 20 Uhr und am Wochenende ab 9 Uhr. Wer dem Laub jedoch mit einem Laubsauger Herr werden will, sollte beachten, dass für die Nutzung eines solchen eingeschränkte Zeiten gelten. In Wohngebieten erstreckt sie sich in der Regel auf den Zeitraum zwischen 9 und 13 Uhr und zwischen 15 und 17 Uhr. Eine Inbetriebnahme zwischen 7 und 20 Uhr ist jedoch in Ausnahmefällen erlaubt; dies ist der Fall, wenn ein lärmarmes Gerät mit dem EU-Umweltzeichen benutzt wird.

Was die Häufigkeit der Laubentfernung betrifft, so ist diese nicht abschließend geregelt und sollte sich nach der Laubmenge richten. Allerdings ist hier zu beachten, dass der Hauseigentümer nicht verpflichtet ist, jedes Laubblatt sofort zu entfernen – dies hat das Landgericht Coburg mit einem Urteil von 2008 (Az: 14 O 742/07) entschieden.

Wie muss Herbstlaub entsorgt werden?

Für die Entsorgung des Herbstlaubs gibt es ebenfalls Vorschriften, die Hauseigentümer beachten sollten. Wichtig ist insbesondere, dass das gekehrte Laub nicht einfach im Abfluss entsorgt werden darf. Hausbesitzer haben allerdings die Möglichkeit, die Blätter selbst zu kompostieren. Einige Gemeinden gestatten ihren Bewohnern jedoch ebenso, das Laub in der Biotonne zu entsorgen oder es kostenlos zu einer entsprechenden Mülldeponie zu bringen. Zudem finden sich in manchen Orten spezielle Behälter, die extra für die Laubentsorgung zur Herbstzeit aufgestellt werden.

Fremdes Laub auf dem eigenen Grundstück – wer ist für die Entfernung zuständig?

Häufig tritt der Fall ein, dass Laub eines Baumes vom Nachbargrundstück auf das eigene Grundstück fällt. Nicht selten kam es wegen einer solchen Situation bereits zu Nachbarschaftsstreitigkeiten. Doch welche Rechte haben Grundstückseigentümer in einem Fall wie diesem wirklich?

Sowohl das BGB als auch Landesnachbargesetze haben sich diesem Szenario angenommen und Regelungen getroffen. Gemeinhin gilt, dass das „fremde“ Laub hingenommen werden muss. Zumindest, so lange keine wesentliche Beeinträchtigung durch ebendieses besteht. Ergeben sich durch das Laub jedoch solche Beeinträchtigungen, die eine Zumutbarkeitsgrenze überschreiten oder werden die Abstände (und Höhen) von Bäumen zum Nachbargrundstück, wie sie laut landesrechtlichen Nachbargesetzen vorgegeben sind, nicht eingehalten, kann im Einzelfall entschieden werden, das Bäume entfernt oder gestutzt werden müssen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, eine Entschädigung für die Reinigung des Grundstücks oder die Kosten der Laubentfernung zu erhalten (§ 906 BGB).


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