Stolperfallen beim Immobilienbau und -kauf: Das ist zu beachten

Der Erwerb eines Hauses oder einer Eigentumswohnung ist für die meisten ein großer Schritt, der mit hohen Kosten verbunden ist. Noch mehr ins Geld geht der Bau eines Hauses. Umso wichtiger ist es, dass sich Bau- und Kaufinteressenten bei der Suche nach einer Immobilie und einer geeigneten Finanzierung Zeit lassen, um einen Fehlkauf zu vermeiden. Denn beim Immobilienbau oder -kauf können so einige Stolperfallen lauern.

Risiken bei der Finanzierung

Ein erster Schritt ins Eigenheim ist es, sich mit dem finanziellen Aspekt auseinander zu setzen. Egal, ob Eigentumswohnung oder der Kauf oder Bau eines eigenen Hauses, für die eigenen vier Wände muss eine hohe Geldsumme aufgebracht werden. Nicht nur der Kaufpreis selbst, sondern auch Kosten für die Grunderwerbssteuer, den Notar und gegebenenfalls für die Maklerprovision können anfallen. Gerade derartige Nebenkosten werden häufig nicht bedacht.

Baufinanzierungen sind daher eine große Hilfe, um die Kosten des Eigenheims zu stemmen. Doch wer auf eine Finanzierung angewiesen ist, muss sich auch darauf einstellen, dass dabei einige Risiken lauern könnten.

Zuhause bequem in Hausbau-Katalogen stöbern!

Die Höhe der Darlehenssumme

Einen Kreditvertrag mit einer zu hohen Darlehenssumme möchte grundsätzlich niemand abschließen. Denn je höher die Summe, umso höher ist auch der finanzielle Aufwand für die monatlichen Raten. Das kann nicht von jedem gestemmt werden. Darüber hinaus kann es passieren, dass die Bank eine Nichtabnahmeentschädigung auf den nicht benötigten Teil der Summe in Rechnung stellt. Daher ist es wichtig, den Finanzbedarf sehr präzise zu berechnen. Ist der Kreditbetrag zu niedrig, fällt später oft eine sehr teure Nachfinanzierung an. Grundsätzlich ist es sinnvoll, schon früh mit dem Sparen anzufangen, beispielsweise in Form eines Bausparvertrags. Denn es wird empfohlen, mindestens 20 Prozent des Kaufpreises sowie die Kaufnebenkosten durch Eigenkapital abzudecken, um von einer niedrigeren Darlehenssumme und besseren Vertragskonditionen zu profitieren.

Versteckte Kosten

Bei der Wahl einer Bank oder einer Versicherung für die Baufinanzierung ist auch auf versteckte Kosten zu achten. Denn manche Kreditinstitute berechnen hohe Gebühren, falls es zu Kreditanpassungen kommt. So kann eine Änderung der Ratenhöhe oder eine Sondertilgung zu Kosten von bis zu mehreren Tausend Euro führen.

Die Tilgungsraten

Wichtig ist es auch, wenn möglich flexible Tilgungsmöglichkeiten zu vereinbaren. Die individuellen Einkommensverhältnisse sollten darüber entscheiden, welche Kreditrate für den Kaufinteressenten tragbar ist. Darüber hinaus sollten Sondertilgungen ohne versteckte Kosten möglich sein, falls die finanzielle Lage vielleicht einmal besser ist. Es kommt jedoch nicht nur auf die Höhe der Rate an. Gerade, wer von niedrigen Zinsen profitiert, sollte eine höhere Tilgungsrate vereinbaren, um die Laufzeit des Kredits zu verringern.

Die Laufzeit des Kredits

Einen Kredit über mehrere Jahre abbezahlen möchten die wenigsten. Jedoch ist das eine Stolperfalle, die beim Annuitätendarlehen lauert, wenn die Zinsen und Tilgungsraten niedrig sind.

Die Zinsbindung

Wer einen Kredit mit niedrigen Zinsen ergattern konnte, sollte darauf achten, dass eine lange Zinsbindung gewährleistet ist, sodass das niedrige Zinsniveau gesichert ist. 15 bis 20 Jahre sollten es schon sein, bei einem Immobilienkredit von Versicherern wie ERGO ist sogar eine 30-jährige Zinsbindungsfrist möglich.

Fallen bei den Baukosten

Ein Hausbau muss richtig geplant werden, denn er ist teuer und nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Zudem lauern einige Fallen auf Bauherren. Das beginnt schon bei der Finanzierung: Unter Umständen kommen noch weitere Baunebenkosten auf sie zu. Ist das Grundstück noch nicht erschlossen, können einige weitere Kosten anfallen. Auch Kosten für Außenanlagen sowie Anschlüsse werden bei der Kalkulation häufig vergessen. Hinzu kommt, dass viele Häuslebauer ihre Eigenleistung unterschätzen. Wer plant, viele Arbeiten in Eigenregie zu erledigen, erhofft sich oft, Kosten für Baufirmen zu sparen. Doch nicht immer gelingt die Umsetzung, und dann fallen weitere, ungeplante Kosten an.

Ein weiteres Problem: Unseriöse Bauunternehmen können überall lauern. Ein beliebter Trick solcher Unternehmen ist es, nach den geleisteten Teilzahlungen Konkurs anzumelden, sodass das Geld der Bauherren dann verloren ist. Wichtig ist es daher, sich nach Referenzen zu erkundigen und frühere Bauherren zu kontaktieren.

Aufgrund der geltenden Energieeinsparverordnung (EnEV 2016) müssen Bauherren zudem darauf achten, welche EnEV-Anforderungen für ihr geplantes Gebäude gelten. Denn wird die EnEV nicht eingehalten, kann es zu Bußgeldern kommen. Denn die EnEV bildet einen gesetzlichen Mindeststandard, der nicht unterschritten werden darf.

Risiken bei der Suche nach dem Traumhaus

Auch, wer nicht selber baut, kann beim Kauf der Immobilie in einige Fallen tappen. Einer der größten Risiken sind dabei betrügerische Makler-Beschreibungen, die für bare Münze genommen werden. Makler wollen verkaufen. Doch längst nicht jede Immobilie ist perfekt. Um sie trotzdem möglichst positiv darzustellen, nutzen Makler oft ganz besondere Immobilien-Codes. Diese gilt es zu entschlüsseln, um nicht auf einen möglichen Betrug hereinzufallen. Sätze wie „Lage in aufstrebendem Viertel“ bedeuten beispielsweise, dass das Viertel derzeit noch mitten in der Bauphase steckt – statt einer schönen, aufregenden Umgebung sehen Bewohner hier also Bagger und Lkws. Auch eine „verkehrsgünstige Lage“, die zunächst praktisch klingt, bedeutet im Extremfall eine Immobilie direkt an einer Hauptverkehrsstraße oder an einem Bahnhof. Wird eine Immobilie als „gut erhalten“ beschrieben, sollten Renovierungen eingeplant werden. Denn vermutlich ist sie ein Altbau und nicht mehr in jedem Bereich auf dem neuesten Stand. Dasselbe gilt für Häuser oder Wohnungen, die blumig als „Liebhaberobjekt“ präsentiert werden.

Dies sind nur einige Beispiele dafür, wie renovierungsbedürftige oder ungünstig gelegene Immobilien von Maklern als Traumhaus oder –wohnung dargestellt werden. Wichtig ist es, sich nicht von den Anzeigen blenden zu lassen. Für eine Besichtigung können sich Interessenten zwar immer mal Zeit nehmen, dabei sollten sie jedoch sowohl die Immobilie als auch die Lage und Umgebung genauer unter die Lupe nehmen und sich dabei an ihren individuellen Bedürfnissen und Wünschen orientieren. Insbesondere was den Zustand der Immobilie angeht, lohnt sich unter Umständen die Investition in einen Gutachter. Einen solchen Experten mit der Begutachtung der Immobilie zu beauftragen, ist zwar teuer, kann jedoch verhindern, dass der Kaufinteressent auf Risiken hereinfällt. Denn der Gutachter kann dem Käufer eine Übersicht liefern, wieviel das Haus tatsächlich wert ist, was eventuell alles modernisiert werden muss und ob vielleicht sogar irgendwelche gravierende Mängel bei der Immobilie vorliegen.

Fazit

Wer sich den Traum vom Eigenheim erfüllen möchte, begegnet auf dem Weg dorthin häufig so manchen Stolperfallen. Um das zu vermeiden, ist beim Immobilienbau und -kauf einiges zu beachten. Im Hinblick auf die Finanzierung muss darauf geachtet werden, dass der Finanzbedarf möglichst präzise berechnet wird. Nur so können die Darlehenssumme, die Tilgungsraten, die Laufzeit und die Zinsbindung bestmöglich an die individuellen Bedürfnisse angepasst und versteckte Kosten umgangen werden.

Beim Immobilienbau sollten alle möglichen Nebenkosten bedacht und die Anforderungen der EnEV 2016 berücksichtigt werden. Bei der Suche nach der Traumimmobilie müssen Kaufinteressenten darauf achten, nicht auf betrügerische Immobilien-Codes in Annoncen hereinzufallen. Spätestens bei der Besichtigung sollten die Immobilie und die Umgebung genauestens unter die Lupe genommen werden. Im Zweifel kann es sinnvoll sein, zusätzlich einen Gutachter zu Rate zu ziehen, um den Wert der Immobile zu schätzen und eventuelle Mängel daran bereits frühzeitig zu erkennen. Wer sich dieser Stolperfallen bewusst ist und sich genug Zeit für die Suche lässt, findet jedoch mit Sicherheit eine passende Immobilie.

Ganz entspannt zu Hause Kataloge durchblättern

Informationen gratis und unverbindlich!

Jetzt anfordern!

Kommentare

Verwandte Artikel

Bauen im Winter
Theresa Brand, 7. Februar 2017

Fertighaus bauen im Winter

Draußen ist es grau und trüb und die Sonne lässt sich nur selten blicken. Doch dadurch muss sich niemand vom Hausbau abhalten lassen, denn ein Fertighaus kann problemlos im WInter gebaut werden.

BAU 2017 München
Musterhaus.net, 2. Februar 2017

Die erfolgreiche Bemusterung

Die Wahl für den Bauanbieter ist getroffen, der Grundriss steht fest und die Planungen für den Hausbau nehmen langsam konkrete Züge an. Bevor nun endgültig mit dem Bau des Eigenheims begonnen wird, erfolgt die Bemusterung, bei der die variablen ...

Fertighaus Montage
Musterhaus.net, 24. Januar 2017

Den passenden Fertighaus-Hersteller finden

Wer sich entschlossen hat ein Fertighaus bauen zu lassen, hat die Qual der Wahl. Zumindest hat es zunächst einmal den Anschein. Fertighaus-Anbieter gibt es in Hülle und Fülle, doch welches Bauunternehmen ist das Richtige? Musterhaus.net weiß, ...

Einrichtung Möbel
Musterhaus.net, 5. Dezember 2016

Richtig Einrichten – Inspirationen im Musterhaus

Wer daran denkt, ein eigenes Haus zu bauen, kommt gedanklich schnell an den Punkt, an dem der Blick auf die Einrichtung gelenkt wird. Der Besuch in einem Musterhaus kann auch in dieser Richtung ein Vorteil sein, um sich einige gedankliche Anregungen ...

Neueste Hausbautrends als Newsletter