Richtig sparen beim Hausbau

10 Tipps um Kosten zu reduzieren

Neben dem Bau des Hauses selbst, gibt es zahlreiche Nebenkosten, die es zu beachten gilt: Kosten für das Grundstück und die Erschließung für Wasser, Abwasser, Strom, Gas oder Fernwärme, die Kosten für das Grundstück selbst, Makler und Notarkosten, und, und, und… Viele Bauherren kommen irgendwann an den Punkt, wo alles auf einmal teurer wird als geplant. Wer sich im Vorfeld richtig informiert, kann jedoch bei vielen Punkten sparen.

1. Eigenkapital einbringen

Viel Eigenkapital in die Finanzierung mit einzubringen, hilft Kosten zu senken. Oft erhält man deutlich bessere Konditionen mit mehr Eigeninvestition. Bestehende Konten sollten bis auf eine Sicherheitsreserve genutzt und Guthaben aus z.B. Riester-Verträgen verwendet werden. Die Zinsaufschläge für Kreditnehmer mit geringem Eigenkapital sind hoch. Wer 80% oder gar 90% des Hauses finanziert, muss mit hohen Zinsen für die Kredite rechnen.

2. Genügend Zeit für die Finanzierungsentscheidung nehmen

Es empfiehlt sich, Angebote mehrerer Banken zu vergleichen. Das mögliche Einsparpotential, gerechnet auf die Laufzeit, kann in die Tausender-Regionen gehen. Die Bedingungen sind gerade günstig und die Zinssätze niedrig. Angehende Hausbauer sollten sich die Zinssätze für mindestens 10 Jahre sichern (derzeitiges Minimum). Wer sich keine Anfangstilgung von 3% leisten kann, sollte sich die Zinsen sogar für 15–20 Jahre sichern. So zahlt man im Schnitt 0,4 -0,5 % mehr Zinsen im Jahr, gewinnen aber bei knappen Reserven deutlich an Sicherheit. Generell gilt, dass Kreditnehmer, die eine hohe Rate tilgen können, dies auch tun und sich nicht mit niedrigen Raten abspeisen lassen sollten. Banken können sich das für Kredite benötigte Geld günstiger besorgen, je schneller ein Kredit getilgt wird. Es gibt zum Teil große Unterschiede zwischen den günstigsten und teuersten Banken. Der Aufwand, mehrere Angebote zu vergleichen, ist groß, lohnt sich aber in jedem Fall.

3. Kombikredite als Alternative

Kombikredite der Bausparkassen sind eine gute Alternative zum herkömmlichen Bankkredit. Der Kreditnehmer schließt hier einen Bausparvertrag ab, den die Bausparkasse bis zur Zuteilung mit einem Darlehen vorfinanziert. Kombikredite mit Riester-Förderung sind gerade sehr günstig. Meistens kann der vereinbarte Tilgungssatz flexibel nachträglich innerhalb eines gewissen Zeitraums um 1-5 % geändert werden. Dies ermöglicht eine individuelle Anpassung an veränderte Einkommensverhältnisse.

4. Hausbauförderungsmöglichkeiten nutzen

Man kann beim Hausbau von den Subventionsmöglichkeiten durch Staat, Stadt und Land profitieren. Welche Förderungsmöglichkeiten gibt es und was sind die Besonderheiten? Die Wohn-Riester bzw. Eigenheimrente ist die wichtigste staatliche Förderung. Sie bietet vor allem Familien mit Kindern und Besserverdienern Vorteile beim Hauskauf und der Darlehenstilgung. Die KfW Bank fördert Hauskauf, -bau und -modernisierung, den Einbau zeitgemäßer Techniken, altersgerechte Umbauten und Energiespar-Investitionen mit zinsgünstigen Krediten, teilweise auch mit Zuschüssen. Weitere Informationen gibt es hier: www.kfw.de.

Die BAFA Förderung erhält man für umweltfreundliches Heizen, Solarthermie, Biomasse und Wärmepumpen. Hausbauer, die in erneuerbare Energien investieren, erhalten vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle Zuschüsse und Bonuszahlungen.

Auch in vielen Städte und Kommunen gibt es Möglichkeiten, Fördermittel zu erhalten – vor allem für junge Familien mit Kindern. Die Kirche bietet vereinzelt Darlehensmöglichkeiten, Zuschüsse oder Erbbaurechte. Weiter gibt es Pendants zur bundesweiten KFW Bank auf Länderebene. Über die aktuellen Programme der Bundesländer kann man sich unter www.baufoerderer.de informieren.

5. An der Grundstücksfläche sparen

Baugrund ist teuer. Man sollte sich die Frage stellen, ob es wirklich ein Grundstück mit 800-1000 m² sein muss. Je nach Bundesland beziehungsweise Region kann sich der m² Preis zwischen 200-800 €/m² bewegen. Wer statt 900m² auch mit 600m² auskommt, spart bei einem Grundstückspreis von 300 €/m² – 90.000 €! Für ein freistehendes Einfamilienhaus, ein Doppel- oder Reihenhaus reichen meist schon 400 – 500 m².

6. Die tatsächlich benötigte Wohnfläche ermitteln

Auch in Bezug auf die Wohnfläche sollte intensiv überlegt werden, welchen Platzbedarf wirklich benötigt wird. Durchschnittswerte sind hier 1200 -3000 € pro m² (nach oben offen). Wer statt mit 180m² auch mit 150m² auskommt, kann bei einem Baupreis von 1200 €/ m² schon 36.000 €! sparen.

7. Ist ein Keller wirklich notwendig?

Technische Anschlüsse, Platz für die Gastherme und Wasserspeicher bietet auch ein separater ebenerdiger Raum oder gar der Dachboden. Ein Keller ist hierfür nicht zwingend erforderlich. Wer keinen Keller benötigt, kann reichlich sparen. Ein Keller kann alleine schon 30.000 bis 40.000 € kosten.

8. Zwischen Funktionalität & Design abwägen

Jedes Detail, jeder Sonderwunsch, jede Idee kostet. Wer eine Etage wählt statt zwei, kann Kosten sparen. Satteldächer sind teurer als Walmdächer. Eine 2-Scheiben-Verglasung der Fenster ist günstiger als eine 3-Scheiben-Verglasung. Hierbei sind jedoch energetische Aspekte zu beachten. Gute, sichere Haustüren kosten schnell 2000-3000 €. Hier sollte man sich hinsichtlich der Verriegelung und Verankerung beziehungsweise der Widerstandsklasse informieren. Zeit nehmen und Möglichkeiten vergleichen ist hier die Devise.

9. In die Zukunft investieren

Angesichts der anstehenden Änderungen durch die EnEV 2014 (www.musterhaus.net/neue-energieeinsparverordnung-enev-2014.html) beziehungsweise der Senkung des Jahres-Primärenergiebedarfs um 25% entstehen höhere Kosten beim Hausbau, Kosten für die Integration erneuerbarer Energien und die Erhöhung des Dämmstandards um 20%. Dies sind Investitionen, die sich in Zukunft auszahlen. Jedoch muss man diese auch erst einmal leisten.

10. Baufirmen vergleichen

Im Hinblick auf die Häusertypen lässt sich heute nicht mehr pauschal sagen, dass z.B. Massivhäuser teurer sind als Fertighäuser. Sicher, wer das „Haus von der Stange“ kauft, kann sparen. Jedoch bieten die meisten Baufirmen heute die individuelle Planung ohne Mehrkosten an. Entscheidend beim Hausbau sind allgemein die Gesamtkosten für das Hausprojekt als Ganzes. Und diese Gesamtkosten variieren zum Teil deutlich von Bauanbieter zu Bauanbieter. Man sollte sich im Vorfeld Zeit nehmen, vergleichen und die eigenen Ideen von mehreren Baufirmen kalkulieren lassen. (www.haus-bauen.com/hausbau-angebote-anfragen)


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