Unwetter-Schutz wichtiger denn je

Unwetter-Schutz: Schäden am Haus durch Wetterkapriolen eindämmen

Extreme Wetterlagen kommen in Deutschland immer öfter vor. Die Folgen, die durch Starkregen, Wind und Co. entstehen sind teilweise verheerend. Daher ist es wichtig, Haus und Hof zu schützen und schon beim Neubau an Unwetter-Schutz zu denken.

In den vergangenen Monaten war Deutschland von Starkregen, Überschwemmungen und anderen Wetterkapriolen betroffen. Solch extreme Wetterereignisse werden durch den Klimawandel begünstig. Die Ausmaße dessen zeigten sich in wasserunterlaufenden Kellern und abgedeckten Häuserdächern. Musterhaus.net zeigt einige Maßnahmen zum Unwetter-Schutz auf.

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„Nach dem Regen scheint die Sonne besonders hell“

Dieses Sprichwort trifft vielleicht auf das Wetter zu. Für Bauherren und Hausbesitzer scheint nach einem Starkregen in den wenigsten Fällen die Sonne, es sei denn Haus und Grundstück sind ausreichend geschützt.

Starkregen dauert oft nur wenige Minuten, doch selbst ein kurzer Zeitraum kann ausreichen, um verheerende Schäden anzurichten. Vor allem in Städten ist Starkregen problematisch, vor allem wenn er länger anhält. Kanalisationen können den Wassermengen meist nur schwer standhalten und laufen über. Durch die Versiegelung des Bodens durch Gebäude und Straßenbau kann das Wasser, anders als in ländlichen Regionen, nicht im Boden versickern. Folglich stehen Straßen nach kurzer Zeit unter Wasser – Keller, Lagerhallen, Garagen und Häuser laufen voll.

Unwetter-Schutz Starkregen

Die Folgen eines Starkregens können für Bauherren und Hausbesitzer verheerend sein.

Eine funktionierende Entwässerung rund um das Eigenheim und Grundstück ist daher ein zentraler Punkt bei Neubauten als auch im Zuge einer Nachrüstung. Präventive Maßnahmen sind empfehlenswert. Beispielsweise besteht die Möglichkeit, das Wasser mittels Rinnen geordnet abzuleiten oder zentralen Punkteinläufen zuzuführen.

Speziell Keller sind oft von den Folgen eines Starkregens betroffen. Das Wasser bahnt sich dabei seinen Weg durch Eingänge und Fenster. Gut abgedichtete Kellerfenster und Lichtschächte sind hier erste Maßnahmen. Einbordungen um die Fenster und 15 Zentimeter hohe Schwellen an allen Eingängen bieten ebenfalls Unwetterschutz. Überflutung kann aber auch durch einen Rückstau ausgelöst werden, der aufgrund einer Überlastung der Kanalisation herbeigeführt wird. Waschbecken, Toiletten oder Bodenabläufe, die unterhalb der Straßenebene liegen, bei Überschwemmungen auch höher, sind besonders gefährdet. Abhilfe schafft ein Rückstauventil oder eine Rückstauhebeanlage.

Ist das Wasser schon im Keller, mahnt der Verband Privater Bauherren (VPB) schnell zu handeln. Nasse Keller müssen schnell und sorgfältig getrocknet werden, denn nasse Wände und feuchtes Raumklima sind ideale Nährböden für Schimmel.

Augenmerk sollte auch auf das Dach gelegt werden. Regenrinne und Fallrohre müssen während der Herbstwochen regelmäßig von Laub befreit werden, so dass Niederschlag ungehindet abfließen kann. Andernfalls bahnt sich das Wasser seinen Weg ins Gebäudeinnere.

Auspumpen eines Kellers

Bei nassen Kellern muss möglichst schnell gehandelt werden, ansonsten droht Schimmelgefahr.

Der Unwetter-Schutz bei Hochwasser dagegen ist schwierig. Im akuten Notfall helfen nur noch Sandsäcke und andere künstliche Barrieren bei Bestandsimmobilien. Schutzmaßnahmen können nur beim Neu- oder Umbau eines Hauses miteingeplant werden und sind mitunter sehr kostenintensiv. Unabhängige Bausachverständige beraten individuell und sollten insbesondere in Gebieten mit regelmäßigem Hochwasser hinzugezogen werden.

Die Ruhe vor dem Sturm

Häuser müssen generell auf potenzielle Schwachstellen bei Unwettern kontrolliert werden. 2007 hat der Gesetzgeber bereits auf die verändernden Wetterlagen reagiert und die Berechnungsgrundlage für die Windlasten bei Häusern geändert und seit 2011 gelten für Dächer mit Dachziegeln oder Dachsteinen strengere Vorschriften zur Windsogsicherung. An diese müssen sich Architekten, Ingenieure und Konstrukteure halten. In der Regel sind Neubauten sicher, solange nicht gerade ein Tornado aufzieht.

Eine regelmäßige Kontrolle ist unerlässlich, denn Hausbesitzer sind in der Pflicht, ihre Immobilie in Ordnung zu halten, damit niemand zu Schaden kommt. Die Verkehrssicherungspflicht betrifft das ganze Grundstück. Aus diesem Grund sollte auch darauf geachtet werden, dass Bäume auf dem Grundstück sturm- und wetterfest sind. Morsche Äste müssen abgesägt werden. Vollständig morsche oder innen hohle Bäume stellen ein besonderes Risiko dar und sollten gefällt werden.
Hierbei zu beachten ist überdies, dass das nur Absprache mit den zuständigen Behörden durchzuführen ist.

Umgestürzter Baum

Umstürzende Bäume sind bei Unwettern keine Seltenheit. Da für Bauherren und Hausbesitzer die Verkerhssicherungspflicht gilt, sollten morsche Äste und Bäume identifiziert und gegebenenfalls abgesägt oder gefällt werden.

Zieht ein Sturm auf, ist es ratsam alle Gegenstände, die nicht sturmfest sind, wie Gartenmöbel, Mülltonnen oder Blumenkästen wegzuräumen und für die Dauer des Sturms sicher zu lagern.
Beim Unwetter-Schutz im Innenbereich heißt es: Schotten dicht! Auch Kleinigkeiten, wie dem Schließen der Fenster, sollte Beachtung geschenkt werden: Gekippte Fenster können zuschlagen und dabei zu Bruch gehen. Klappläden entweder schließen oder sicher arretieren, Markisen und Jalousien einfahren.

Die Verkehrssicherungspflicht gilt übrigens auch für Bauherren. Die Sicherung der Baustelle ist zwar Baufirmen-Sache, dennoch kümmern sich nicht alle, wie sie es sollten.

Zusammenfassung:

Zunehmende Extremwetterlagen wie Starkregen oder Sturm stellen Hausbesitzer und Bauherren vor einige Probleme. Im Zuge der Haussicherheit ist Unwetter-Schutz ein zentraler Punkt, dem unbedingt Aufmerksamkeit gezollt werden muss.

Hausbesitzern als auch Bauherren obliegt die Verkehrssicherungspflicht, die für das ganze Grundstück gilt.

Maßnahmen bei Starkregen:

  • Abdichten von Kellerfenstern und Lichtschächten
  • Einbordungen um Fenster
  • Schwellen an allen Eingängen
  • Rückstauventile, Rückstauhebeanlagen für Waschbecken, Toiletten oder Bodenabläufe

Maßnahmen hinsichlich des Hochwasserschutzes sind nur bei Neu- oder Umbau planbar und kostenintensiv.

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