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Zeltdach – Symmetrie und klare Linien

Wissenswertes über die Dachform ohne First

Das Zeltdach, das auch als Pyramidendach bezeichnet wird, ist in Deutschland überwiegend auf Kirchen und Türmen, oder auf mittelalterlichen Burg- und Wehranlagen zu finden. In den Mittelmeerregionen hingegen sind Zeltdächer weit verbreitet, und auch hierzulande verleihen immer mehr Bauherren ihrem Haus ein mediterranes Flair mit einem Zeltdach – häufig zu sehen bei der Stadtvilla.

Zu den typischen Eigenschaften des Zeltdaches zählt besonders die Symmetrie. Es verfügt über mindestens drei, häufiger jedoch vier Dachflächen, die alle denselben Neigungswinkel aufweisen und auf einen quadratischen oder rechteckigen Grundriss gebaut werden. Die dreieckigen Dachflächen laufen aufeinander zu und bilden in der Mitte eine Spitze, sodass kein Dachfirst entsteht. Ein Zeltdach auf einem quadratischen Haus mit vier Dachflächen wird auch Pyramidendach genannt.

Der Wohnraum ist in der Regel – anders als bei vielen anderen Dachformen – komplett vom Dachinnenraum getrennt. Dies sorgt für eine sehr gute Isolierung, die Wohnräume heizen sich im Sommer nicht so schnell auf und im Winter dringt von oben weniger Kälte ein. Dadurch fallen die Energiekosten niedriger aus.

Variable Dachneigung und -eindeckung

Die Dachneigung kann beim Zeltdach von sehr flach bis steil variieren. Dabei ist jedoch wie bei allen Dachformen zu beachten: Je steiler ein Dach geneigt ist, desto besser kann Regen- und Schmelzwasser abfließen, Schnee rutscht ebenfalls schneller ab. Auch für Photovoltaikanlagen eignen sich steilere Dächer besser. Als Wohnraum lässt sich der Dachinnenraum nur bei sehr steilen Zeltdächern ausbauen.

Ist das Zeltdach hingegen sehr flach, muss es durch eine zusätzliche Unterkonstruktion gestützt werden, um es sicher gegen Regen, Schnee und andere Witterungseinflüsse zu machen. Das ist zum einen kostenintensiv und aufwändig, zum anderen verringert sich dadurch der nutzbare Platz unter dem Dach erheblich. Generell gilt, dass sich die Dachbodenfläche erst ab einer Neigung von etwa 20 Grad wirklich gut nutzen lässt, da ansonsten die Stellfläche und Stehhöhe sehr gering ausfallen.

Bei der Wahl der Eindeckung muss die Dachneigung ebenfalls beachtet werden. Einige Ziegelarten können beispielsweise erst ab einem bestimmten Neigungsgrad verwendet werden, schwere Eindeckungen bei relativ flachem Neigungswinkel müssen ebenfalls mit einer Unterkonstruktion abgestützt werden.

Niedriges Zeltdach, hoher Wohnkomfort

Obwohl der Dachinnenraum beim Zeltdach in den meisten Fällen nicht als Wohnfläche dient, geht kein Wohnraum verloren. Da das Zeltdach nicht viel Platz in der Höhe einnimmt, kann im Vergleich zu einem Satteldach mit entsprechender Höhe ein ganzes Stockwerk mehr gebaut werden. Da es vom Dachraum komplett getrennt ist, gibt es keinerlei Einbußen durch Dachschrägen. Auch der Einbau von Fenstern ist bei den senkrechten Wänden kein Problem und die Dämmung des Daches hat keinerlei Einfluss auf die Räume im obersten Stockwerk.

Die Kosten für ein Zeltdach können sehr unterschiedlich ausfallen. Viele Faktoren spielen hier eine Rolle, unter anderem der Neigungsgrad und daraus resultierende Kosten wie beispielsweise eine Unterkonstruktion, die Dacheindeckung oder ein zusätzlicher Schutz vor Regen und Schnee.

Vorteile und Nachteile beim Zeltdach

Wie bei allen Dachformen gibt es auch beim Zeltdach sowohl Vor- als auch Nachteile, die beachtet werden müssen.

Vorteile vom Zeltdach

  • Gut isoliert, da die Dachinnenfläche vom Wohnraum getrennt ist
  • Bietet Variationen in puncto Neigungsgrad und Eindeckung
  • Niedrige Dachform, daher vergleichbar mehr Wohnraum als bei hohen Sattel- oder Walmdächern
  • Keine Einbußen durch Schrägen oder Dachfenster
  • Symmetrisch und formschön, kann dem Haus ein mediterranes Flair verleihen
  • Bei entsprechendem Grundriss und guter Vorabplanung relativ einfach umzusetzen

Nachteile vom Zeltdach

  • Bei flachem Neigungswinkel wird eine Unterkonstruktion zu Stabilisierung und zum Witterungsschutz benötigt; das macht die Dachform kostenintensiv und aufwändig
  • Je nach Neigungswinkel nicht gut für bestimmte Eindeckungen und Solaranlagen geeignet

Hier gibt es viele Beispiele mit Zeltdachhäusern von erfahrenen Hausbau-Firmen.

Zeltdach