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Sonnenhaus bauen

Alles Wissenswerte zum Sonnenhaus: Baupartner finden, Sonnenhäuser anschauen, Preise und Grundrisse vergleichen! Infos zur Funktionsweise und nötigen Solar- und Haustechnik!

Wohnen mit Sonne – im Sonnenhaus

Ein Sonnenhaus sieht mit seiner großen Kollektorfläche nicht nur außergewöhnlich aus, auch sonst ist es ziemlich besonders: Komplett unabhängig von fossilen Energieträgern, hat es so gut wie keine Heizkosten und ist dabei höchst komfortabel. Das gut wärmegedämmte Sonnenhaus bezieht 50-70 Prozent seines Energiebedarfs für warmes Wasser und für die Heizanlage aus Solarmodulen auf dem Dach. Den Restbedarf an Wärme in den sonnenarmen Monaten heizt man durch eine wasserführende Holzheizung zu. Die Idee hinter dem Sonnenhaus wird entscheidend vom Sonnenhaus Institut in Straubing vorangebracht.

Etwa 2.000 Sonnenhäuser soll es bereits in Deutschland geben, der Großteil sind freistehende Einfamilienhäuser. Deren Dächer und Fenster sind steil nach Süden gerichtet, damit sie auch im Winter, bei tiefstehender Sonne, die Strahlen optimal nutzen. Dass es noch relativ wenige Häuser gibt, dürfte auch an dem nicht ganz günstigen Preis liegen. Laut Sonnenhaus-Institut (siehe weiter unten) erfordert ein komplettes System mit 50 Quadratmetern Kollektorfläche und passendem Speicher bis zu 40.000 Euro Investitionen. Dafür hat man aber auch nur noch Kosten für Heizung und Warmwasser von wenigen Euro im Jahr – für Holz. Zudem kann man durch die Förderung der KfW und des Bafa profitieren (siehe weiter unten).

Als „Sonnenhaus Standard“ gelten nach dem Konzept des Sonnenhaus-Instituts Häuser, die

  • mindestens 50 Prozent, gerne auch mehr, selbsterzeugten Sonnenwärmeanteil an der Heizung und Warmwasser haben,
  • als Neubau einen Primärenergiebedarf von unter 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr aufweisen,
  • den spezifischen Transmissionswärmeverlust des EnEV-Referenzgebäudes um mindestens 15 Prozent unterschreiten und
  • den Restenergiebedarf durch regenerative Energien zuheizen.

DAS SONNENHAUS – HEIZEN UND LEBEN MIT DER KRAFT DER SONNE


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Sonnenhaus Grundrisse

Im Prinzip ist die Raumaufteilung frei wählbar, nur der Wassertank gehört intelligent und ansprechend in die Architektur integriert. Unsere Grundriss-Empfehlungen für ein umweltfreundliches Sonnenhaus.

So funktioniert das Sonnenhaus

Gut gedämmt, große Solaranlagen Richtung Süden, ein voluminöser Wassertank zum Wärmespeichern und viel, viel Sonne – das sind die Zutaten für das Solarhaus.

Sonnenhaus Wärmedämmung

Gute Wärmedämmung

Damit sie mit geringem Heizbedarf auskommen, sollten Sonnenhäuser gut gedämmt sein, luftdicht und wärmebrückenfrei.

Laut Sonnenhaus-Institut soll deshalb bei einem Sonnenhaus-Neubau der spezifische Transmissionswärmeverlust den des EnEV-Referenzgebäudes um mindestens 15 Prozent unterschreiten.

Sonnenhaus Sonnekollektoren

Große Sonnenkollektoren

Charakteristisch für das Sonnenhaus: Seine hohe solare Deckung des Wärmebedarfs erreicht es durch große Sonnenkollektorflächen einer thermischen Solaranlage auf dem – möglichst steilen – Dach oder an der Fassade, aber immer Richtung Süden. Auch die Fenster sind energieoptimiert ausgerichtet.

Sonnenhaus Wasserspeicher

Wasserspeicher als Puffer

Um mehrere tausend bis zehntausend Liter Wasser im Haus unterzubringen, bedarf es großer, zylindrischer Tanks. Diese sind meist als Schichtspeicher ausgelegt: oben heißes Brauchwasser, unten warmes Wasser für die Flächenheizung. Die größte Herausforderung: die intelligente Platzierung im Haus. Oft erstrecken sie sich im Treppenhaus vom Keller bis in die oberste Etage, versteckt unter der rund herum gebauten Treppe.

Sonnenhaus Flächenheizung

Flächenheizung für wohlige Wärme

Sonnenhäuser haben Flächenheizungen, das heißt: Wand- oder Fußbodenheizungen. Da diese nur niedrige Vorlauftemperaturen benötigen, muss das Wasser nicht stark erwärmt werden – auch wenig Sonnenwärme im Winter kann deshalb gut zum Heizen genutzt werden. Die sanfte Strahlungswärme wird von den meisten Menschen als besonders angenehm empfunden.

Sonnenhaus Zusatzheizung

Zusatzheizung auf regenerativer Basis

Können die Sonnenkollektoren trotzdem nicht den vollen Energiebedarf decken, lädt ein wasserführender Ofen, der zum Beispiel mit Pellets, Hackschnitzel oder Stückholz arbeitet, als zusätzliche Heizung den Wasserspeicher auf. Alternative: eine mit regenerativer Energie betriebene Wärmepumpe.

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Sonnenhaus: Vor- und Nachteile

Ein außergewöhnliches Haus wie das Sonnenhaus hat auch andere Vor- und Nachteile als die gängigen Hausarten.


Vorteile beim Sonnenhaus

  • Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und deren Preisentwicklung
  • Höchste Energieeffizienz
  • CO2-neutrales Wohnen
  • Angenehmes und gesundes Wohnklima
  • Zusätzlicher Gestaltungsspielraum bei der Innenarchitektur dank fehlender Heizkörper
  • Keine Einschränkungen bezüglich Lüften wie beim Passivhaus

Nachteile beim Sonnenhaus

  • Vergleichsweise hohe Investitionskosten
  • Einschränkungen in der Innenarchitektur, da der Tank passend verbaut werden muss
  • Ggf. große Hitzeentwicklung im Sommer durch viel Glasfläche
  • Steile Dächer schränken Platz im Obergeschoss ein

Sonnenhaus-Konzept: Wohnen und Leben mit der Sonne

Informationen über die Dimensionierung des Speichers und der Sonnenkollektoren sowie Platzierungsmöglichkeiten für die Sonnenkollektoren. Quelle: Sonnenhaus-Institut e.V.

Weitere Infos für den Hausbau

Attraktive Förderungen

Gerade beim Bau eines Sonnenhauses sind Zuschüsse zur Finanzierung natürlich ein gravierender Punkt. Vor allem der hohe Dämmstandard und der Einsatz Erneuerbarer Energien werden vom Staat belohnt: mit zinsgünstigen Krediten und Tilgungszuschüssen der KfW. Zudem gibt es auch Investitionszuschüsse im Rahmen des „Marktanreizprogramms“ (MAP) der BaFa“ (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle).

Besonders attraktiv für neue Sonnenhäuser: Hat das Haus einen solaren Deckungsgrad von 50 Prozent aufwärts und einen sehr guten Dämmstandard mindestens gemäß KfW-Effizienzhaus 55, gibt es im Rahmen der „Innovationsförderung“ des MAP gegebenenfalls besonders attraktive Fördersätze für große Solarthermie-Anlagen. Diese liegen bei 150 Euro je angefangenem Quadratmeter Bruttokollektorfläche bei Erstinstallation. Viele gute weiterführende Infos dazu finden Sie zum Beispiel hier.

Kredite für den Einsatz erneuerbarer Energien

Die Lobby der Sonnenenergie: das Sonnenhaus-Institut

„Energiewende, Solararchitektur und erneuerbare Energien sind die globalen Themen der Zukunft“, heißt es einleitend auf der Webseite des Sonnenhaus-Instituts mit Sitz im bayerischen Straubing.

Um die Sonnenhaus-Idee zu verbreiten, entwickelten Georg Dasch, Sonnenhaus-Architekt, und Wolfgang Hilz, Solar-Ingenieur, deshalb das Sonnenhaus-Konzept und gründeten 2004 den Verein. Mittlerweile hat das Institut mehr als 300 Mitglieder aus allen Branchen und Wirtschaftszweigen, die mit dem Thema zu tun haben – von Architekten, Ingenieuren, Energieberatern über Solartechnikproduzenten bis zu Bauunternehmen.

Übergeordnetes Ziel ist es, die Entwicklung und Verbreitung solar beheizter Häuser weiter voranzubringen und das Sonnenhaus-Konzept als Baustandard zu etablieren. Die Definition des Standards hat Ende 2015 eine Erweiterung erfahren: Stand bis dahin die große Solarwärmeanlage im Mittelpunkt, werden seitdem vermehrt auch andere regenerative Technologien wie Photovoltaikanlagen in das Konzept integriert. Mittlerweile werden fünf verschiedene Kategorien definiert – unter anderem das „Sonnenhaus Standard“ und das „Sonnenhaus autark“. Auf der Homepage des Instituts finden sich dazu detaillierte Informationen.

Institut fuer die Entwicklung von Energiekonzepten

Sonnenhaus lohnt vor allem in sonnenreichen Regionen

Es ist naheliegend, dass dort, wo viel Sonne scheint, auch viel Sonne pro Quadratmeter Kollektorfläche „geerntet“ werden kann. Gerade im Winter sind die Unterscheide zwischen Nord- und Süddeutschland erheblich, wie die Karte „Klimastandorte Sonnenhaus“ eindrucksvoll zeigt.

Häufig gestellte Fragen zum Sonnenhaus

Was ist ein Sonnenhaus?

Ein Sonnenhaus ist ein sehr gut gedämmtes Niedrigenergiehaus, das mindestens 50 Prozent der Energie, gerne auch mehr, für die Gebäudeheizung aus Solarthermie gewinnt. Um dies zu erreichen, werden umfangreiche Sonnenkollektoren und ein sehr großer Wärmespeicher benötigt, meist ein Wassertank. In diesem wird die solar gewonnene Wärme eingespeichert und als Heizwärme wieder abgegeben. In den sonnenarmen Jahreszeiten wird oft mit Holz oder Biomasse zugeheizt, es gibt aber auch einhundertprozentige Sonnenhäuser.

Was kostet ein Sonnenhaus?

Die Kosten für das Sonnenhaus sind nicht pauschal zu beziffern, sie sind immer abhängig von vielen Faktoren wie der Bauweise, der Größe etc. Im Wesentlichen kann man zu den Standard-Kosten eines durchschnittlichen Hauses von rund 2.700 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche (Fertighaus, schlüsselfertig) die Extrakosten für die Investition in die erforderliche Technik dazurechnen – abzüglich der Kosten, welche die „normale“, Heizung gekostet hätte. Laut Sonnenhaus-Institut kann man „ je nach Anlagengröße von spezifischen „Systemkosten“ in der Größenordnung 700 bis 800 € pro qm Kollektorfläche ausgehen“. Hinzu kommen noch die Kosten für den Holzofen.

Kann man auch 100 Prozent der Energie eines Sonnenhauses durch Solartechnik gewinnen?

Ja, solche autarken Sonnenhäuser wurden bereits erfolgreich gebaut, vorwiegend an klimatisch günstigen, nebelfreien Klimastandorten. Dafür muss einerseits genug Platz für besonders viel Solarfläche und große Wärmespeicher vorhanden sein und andererseits der Energiebedarf zugleich konsequent minimiert werden, gerade in den Wintermonaten.

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