Beton-Elementbauweise

Unter Beton-Elementbauweise, auch bezeichnet als „Plattenbauweise“, versteht man den Hausbau mittels vorgefertigter, meist großformatiger Betonfertigteile. Diese können einschichtig, mehrschichtig oder als Doppelwand aufgebaut und nach Wunsch des Bauherrn gestaltet sein.

Beton-Elementbauweise, was bedeutet das?

Grenzen zwischen Massivhaus und Fertighaus lässt die Beton-Elementbauweise verschwimmen. Der Hausbau in der Bauweise kann beginnen, auch wenn es draußen stürmt und schneit. 80% ihrer Bauarbeiten finden nämlich witterungsgeschützt im modernen Betonwerk statt.

Die computergestützte Fertigung der Fassaden-, Wand-, Decken- und Dachelemente lässt zudem eine Präzision und Maßhaltigkeit erreichen, wie sie beim traditionellen Bauen Stein auf Stein nicht möglich ist. Der Beton-Elementbau, sprich, der Plattenbau, zog mit den Architekturepochen der „Klassischen Moderne“ (nach 1920) und des „Internationalen Stils“ (ab 1950) in die Welt des Bauens ein. Auf verspielte Formen wurde nun verzichtet und die Architektur auf das Wesentliche reduziert, zugleich kamen die Materialien Spannbeton, Stahl und Glas ins Spiel. In der DDR wurden Plattenbauten ab 1957 in großem Umfang in Anlehnung an die Ideen der modernen Architektur, die schon die Bauhausarchitektur prägten, gefertigt. Heutige Massivhäuser in Beton-Elementbauweise entstehen außer als Verwaltungsbau, Schulhaus oder Mehrfamilienhaus u.a. als Einfamilienhaus oder Zweifamilienhaus der Variante günstiges Typenhaus oder nach individueller Planung. Dabei ist z.B. die Gestaltung der Fassade mit Sichtbeton, Waschbeton, Strukturbeton oder Klinkern möglich, aber auch ihre steinmetzmäßige Bearbeitung.

Beton-Element

Ein Beton-Element am Baukran

Vorteile beim Bauen mit Beton

Ein Massivhaus in Beton-Elementbauweise ergibt ein extrem robustes und langlebiges Zuhause, damit einher gehen sein langfristiger Werterhalt sowie wenig Aufwand bei der Instandhaltung. Die hohe Rohdichte der massiven Betonteile sorgt für eine sehr gute Schalldämmung. Während im herkömmlichen Betonbau eine Außenwanddämmung nachgelegt werden muss, ist die Wärmedämmung in Betonfertigteil-Wänden, -Böden und -Dächern bereits enthalten. Gleichzeitig bleibt die Wandkonstruktion schlank, was die Wohnfläche gegenüber dem konventionellen Massivhaus vergrößert. Durch ihre Wärmespeicherfähigkeit halten Betonelemente Heizwärme lange im Haus und Sommerhitze ab. Ständige Qualitätsprüfungen u.a. durch den Güteschutz Beton sichern gleichbleibende Bauqualität.

Beton-Elementbau – Tafelbauweise, Zellensystem oder Mischbauweise

Wird von der Beton-Elementbauweise gesprochen, ist oft die Tafelbauweise gemeint, für die Fassaden-, Wand-, und Dachelemente als tragfähige Stahlbetontafeln gefertigt und zu Räumen zusammengefügt werden. Große Gebäude wie Bürogebäude wiederum werden oftmals als Zellensystem realisiert, bei dem vorgefertigte Raumzellen aus Stahlbeton besonders schnell und ohne jegliche Schalungs- und Trocknungszeiten zusammengesetzt werden. Ebenso möglich ist eine Mischform aus Elementbauweise und Skelettbauweise, sowohl konstruktive Bauteile als auch Anbauelemente können bei ihr aus Betonelementen bestehen.

Wandaufbau Beton-Elementbauweise: 3-4 Schichten, 3 Konstruktionen

Jede Betonfertigteilfassade setzt sich i.d.R. aus 3-4 Schichten zusammen: Vorsatzschicht, ggf. Luftschicht, Wärmedämmung und Tragschicht (Ortbeton oder Sandwichkonstruktion). Als Dämmmaterial empfiehlt sich Mineraldämmstoff nach DIN EN 13162, alternativ extrudierter oder expandierter Hartschaumstoff nach DIN 18165. Geeignete Befestigungssysteme bilden die Verbindung zwischen Vorsatzschicht und Tragschicht. Weiterhin wird bei der Beton-Elementbauweise unterschieden zwischen 3 Wandkonstruktionen: Einschichtige, vorgehängte Wandtafeln werden mittels Ankern an ihrer Unterkonstruktion aus Ortbeton oder Systembauteilen aufgehängt respektive befestigt. 34 kN- bzw. 30 m²-Tafeln benötigen zur Aufhängung 2 Anker. Zwei- oder mehrschichtige, vorgehängte Tafeln nennt man auch Sandwichelemente. Bei ihnen handelt es sich um fertige Wandscheiben mit statischer, bauphysikalischer wie gestalterischer Funktion. Bei ihrer Herstellung in Fertigteilwerken werden sie entweder mit gerollter oder maschinell geglätteter Innenfläche ausgeführt. Bewehrt haben sich auch Doppelwände aus zwei mindestens 5 cm starken Stahlbeton-Wandschalen, die von genormten Gitterträgern bündig miteinander verbunden werden. Die computergestützte Planung ermöglicht den Einbau von Türzargen, Kellerfenstern, Leerrohren sowie Schalter- und Lampendosen bereits im Werk. Auf der Baustelle wird die vorab berechnete Haupt- und Querbewehrung eingebracht und die Betonschalen werden mit Ortbeton verfüllt.

Betonelement Herstellung

In 3 Herstellungsverfahren können Betonfertigteile angefertigt werden: Die „Verlorene Schalung“ erhält eine Tragschicht aus Ortbeton und wird bereits im Werk betoniert. Durch die „Negativ-Fertigung“ mit der Vorsatzschicht nach unten auf dem Schaltisch ist die gleichmäßige Optik der Beton-Fertigteilplatten gewährleistet. Dabei wird die Trennschicht zum Schutz vor dem Eindringen von Betonschlämme in die Stoßfugen der Wärmedämmung eingebracht. Es folgen die Integration der Sandwichplattenanker und der Dämmschicht auf der Vorsatzschale sowie das Betonieren der Tragschicht und der aufgebrachten Bewehrung. Nur noch selten angewandt wird die der Negativ-Fertigung in ihrer Reihenfolge entgegengesetzte „Positiv-Fertigung“.

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