Erker

Ein Erker ist ein aus der Fassade eines Gebäudes hervortretender geschlossener, überdachter Anbau. Nach bauhistorischem Vorbild haben Erker keine Verbindung zum Erdboden; in modernen Baubeschreibungen umfasst der Begriff oft auch Giebel.

Erker – Definition

Im ursprünglichen Sinne meint die Begrifflichkeit „Erker“ ein oberhalb der Geländefläche aus der Außenwand herausragendes Bauteil, das über eine oder mehrere Etagen reicht. Anders als die Ausflucht setzt es nicht auf dem Boden an, sondern wird oberhalb des Bodenniveaus von einer auskragenden Konstruktion (Konsole oder Balkenlage) gehalten. Im Unterschied zu dieser schließt es zudem meist unterhalb des Ortgangs bzw. der Traufe ab. Reichen hervorspringende Fassadenteile bis über die Traufe hinaus, handelt es sich nicht um Erker, sondern um Zwerchhäuser. Erker, die lediglich auf Höhe der Fenster aus der Fassade hervorragen, heißen Fenstererker. Der Vielfalt der Erkerkonstruktionen sind kaum Grenzen gesetzt, es gibt sie in halbrunder, viereckiger, sechseckiger und achteckiger Form.

Erkerarten verschiedener Zeitepochen

Erker sind aus den Architekturstilen vielfältiger Epochen bekannt. Im Mittelalter erfüllten sie als Wehrerker an Burgen, Schlössern und Stadtmauern wichtige Verteidigungszwecke. Als nach unten hin offene Aborterker dienten sie während dieser Epoche als Toilette. Viele Schlösser, Burgen und Häuser von Patriziern und Kaufleuten verfügten überdies über einen eingeschossigen Kapellenerker (Chörlein) mit Altarraum. In der Spätgotik und Renaissance versah man Wohnhäuser mit sogenannten Stubenerkern. Diese erweiterten den Wohnraum, durchfluteten ihn mit Licht und verliehen der Hausfassade ein kunstvolles Erscheinungsbild. Eine besondere Variation des Eckerkers (Erker an Gebäudeecken) ist der Coburger Erker, der ab dem Ende des 16. Jahrhunderts seine Blütezeit in der Stadt Coburg erlebte. Im Sozialismus wurde das Schmuck- und Gliederungselement Erker gerne in sozialistische Prachtbauten übernommen. So ragte es als sogenannter „Sonnenerker“ aus den ansonsten flachen Plattenbauten hervor.

Nutzungsarten moderner Erker

Bei der Hausbau-Planung den Grundriss einer oder mehrerer Etagen um Gebäudeerker zu ergänzen, hat viele Vorteile. Natürlich steigen Massivhaus und Fertighaus Preise durch Extras wie aufwändige Erkerkonstruktionen. Das Einbringen allseitiger Erker lässt jedoch zusätzliche Wohn- oder Nutzfläche hinzugewinnen. Zudem haben sie eine gestalterische Wirkung nach innen und außen. Durch ihre Ästhetik und Nutzungsoptionen heben sie die Wohnatmosphäre und prägen entscheidend das Straßenbild. Auf der Außenseite ergeben sie einen malerischen Fassadenschmuck. Ihre Fenster eröffnen einen erweiterten Blickwinkel entlang der Gebäudefassade, in eine Gasse oder den Garten. Reine Fenstererker ergeben schmuckvolle Blumenfenster. Heutzutage werden auch ebenerdige Gebäudeanbauten als Erker bezeichnet. In ihnen kann zum Beispiel ein Esszimmer, eine Leseecke oder ein Wintergarten enthalten sein. Möbel für Erker und passende Gardinen gestalten sie zu Wohlfühlorte aus. Wie ein Erker genau wirkt und wie man ihn nutzen möchte, kann man in einem entsprechenden Musterhaus testen.

Anforderungen an Erker – Bauplanungsrecht und Bauordnungsrecht beachten!

Vor der Hausbau-Planung ist es wichtig, Einsicht in das Bauplanungsrecht und das Bauordnungsrecht zu nehmen. Erker, die öffentliche Verkehrsfläche wie einen Gehweg überdecken, erfordern neben der Baugenehmigung eine Sondernutzungserlaubnis.

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