Plusenergiehaus
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Plusenergiehaus

Das Plusenergiehaus ist nicht nur energieeffizient und klimaneutral, es erzeugt sogar selbst Energie. Die überschüssige Energie kann z.B. ins öffentliche Netz eingespeist oder für E-Mobilität genutzt werden.

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Das Plusenergiehaus unterscheidet sich von anderen Haustypen dadurch, dass das Gebäude mehr Energie erzeugt als verbraucht wird.

Dafür muss das Haus besonders energieeffizient gebaut werden, der Energiebedarf so niedrig wie möglich ausfallen und erneuerbare Energien müssen direkt am Haus selbst erzeugt werden.

Plusenergiehaus, Niedrigenergiehaus, Effizienzhaus und Passivhaus – es gibt eine Reihe von Begriffen rund um das Thema energiesparendes Wohnen. Anbieter und Institutionen haben durchaus abweichende Vorstellungen. Hier ist ein Überblick:

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bauen und Reaktorsicherheit (BMUB) verwendet den Begriff „Plusenergiehaus“ als umgangssprachliche Bezeichnung für das Effizienzhaus Plus

Nicht zu verwechseln ist dies mit den Effizienzhaus-Standards der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), denn zum Beispiel benötigt ein KfW-Effizienzhaus 55 nur 55 Prozent des maximal zulässigen Energiebedarfs. Damit ist es allerdings weder autark noch passiv oder erzeugt selbst Energie. Um zum Plusenergiehaus zu werden, muss nachgerüstet werden

Viele Hausbaufirmen hingegen halten sich bei der Begriffsvergabe an die Standards der KfW. So wird ein förderfähiges KfW-Effizienzhaus 40 Plus, durchaus als „Plusenergiehaus“ beschrieben

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Klimaneutraler Energieerzeuger

Kontrollierte Lüftungseinrichtung, Wärmerückgewinnung, Energiegewinn, Automationssysteme – mit moderner Technik ist heute vieles möglich.

Das Plus im Plusenergiehaus

Damit das Haus wirklich zum Plusenergiehaus wird, muss es Energie selbst erzeugen.

Dafür werden meist Photovoltaikanlagen oder kleine Windkrafträder genutzt, aber auch überschüssige Wärmegewinne aus Abwärme oder thermischen Solaranlagen können ins Netz eingespeist werden. Für den eigenen Primärenergiebedarf gibt es auch die Möglichkeit Blockheizkraftwerke, Brennstoffzellen oder Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (Mikro-KWK) zu nutzen, diese ermöglichen aber kein Plus an Energie.

Windrad an einem Plusenergiehaus

Effizienz durch Photovoltaik

Als effizienteste Art der Energiegewinnung gilt derzeit in den meisten Fällen die Photovoltaikanlage.

Der erzeugte Strom kann bis zu einem gewissen Maß gespeichert werden, um das Gebäude in der Nacht zu versorgen; das verhindert, dass Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen werden muss. Wer Elektromobilität nutzt, kann zudem das eigene Auto oder Fahrrad mit Solarstrom betanken. Sind die Speicherkapazitäten ausgelastet, kann der Rest an Energie eingespeist werden.

Photovoltaikanlage auf einem Plusenergiehaus

Das kostet ein Plusenergiehaus

Grundsätzlich liegen die Kosten für ein schlüsselfertiges Plusenergiehaus höher als bei anderen Haustypen, da bauliche Mehraufwendungen notwendig sind, um die hohe Energieeffizienz beziehungsweise den Energieüberschuss zu erzielen.

Wer ein Effizienzhaus 40 Plus bauen will, kann hingegen von attraktiven Förderungen der KfW profitieren. Sie vergibt Kredite bis 100.000 Euro zu sehr zinsgünstigen Konditionen und einen maximalen Zuschuss von 15.000 Euro für die Solaranlage.

SKosten und Fördermöglichkeiten beim Plusenergiehaus
Der Hausbau Ratgeber über Kosten

Tipp! Bei den Anbietern sollte genau hingeschaut werden. Manche haben die Zusatzkosten für die Solaranlage nicht im Preis inbegriffen, andere sind vermeintlich teurer, bieten aber attraktive Komplettpakete und sehr gute Beratungsleistungen an.

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Plusenergiehaus: Vorteile und Nachteile

Wohnen im eigenen Kraftwerk: Dieses Haus produziert mehr Energie als es verbraucht

Vorteile beim Plusenergiehaus

  • Einsparung von Energiekosten durch positive Energiebilanz
  • Nutzung oder Speicherung der Wind- bzw. Solarenergie für z.B. Elektroauto
  • Mögliche Geldeinnahme durch Stromeinspeisung aus Wind- und Solarenergie
  • Zuschüsse unter anderem durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
  • Erhöhter Wohnkomfort durch besseres Raumklima
  • Hoher Wiederverkaufswert

Nachteile beim Plusenergiehaus

  • Erfordert geeigneten Bauplatz (Ausrichtung nach Süden)
  • Höhere Investitionskosten für die Dämmung und zusätzliche Technik
  • Instandhaltungskosten für Technik

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So funktioniert das Plusenergiehaus

Laut BMUB erfüllt das Plusenergiehaus den Effizienzhaus-Plus Standard, wenn sowohl der Jahres-Primärenergiebedarf als auch der Jahres-Endenergiebedarf negativ sind.

Jahres-Primärenergiebedarf: Der Jahres-Primärenergiebedarf gibt Auskunft über die Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes. Er zeigt, wie viel Energie im Jahr durchschnittlich für Lüftung, Heizung, Warmwasser und Kühlung benötigt wird. Dabei wird nicht nur die Energie einbezogen, die am Ende wirklich beim Verbraucher ankommt, sondern auch die vorgeschaltete Prozesskette – also die Energiemenge, die schon vorher benötigt wird, um Brennstoffe zu gewinnen, aufzubereiten, zu transportieren, zu verteilen, umzuwandeln und zu speichern.

Jahres-Endenergiebedarf: Der Jahres-Endenergiebedarf bezeichnet die Energiemenge, die vom Verbraucher für Heizung, Lüftung, Warmwasser und den Betrieb der Anlagetechnik in einem Jahr benötigt wird. Dabei werden die vorgeschalteten Prozessketten nicht berücksichtigt, sondern nur der tatsächliche Verbrauch.

Schon beim Entwurf kann das Plusenergiehaus optimiert werden. Das Gebäude sollte möglichst kompakt sein, um möglichst wenig Außenfläche zu haben, durch die Wärme verloren geht. Auf Erker und Gauben sollte man verzichten, die Dachform sollte so gewählt werden, dass sie möglichst einfach konzipiert, nach Süden geneigt und gut geeignet für Photovoltaikanlagen oder Warmwasserkollektoren ist. Große Fensterflächen sollten ebenfalls südlich liegen; in diesem Bereich des Hauses sollten später auch die Wohnräume eingerichtet werden, für Schlafzimmer und andere geringer beheizte Räume eignet sich die Nordseite. Es empfiehlt sich, den Technik- oder Heizraum zentral zu legen, damit die Leitungswege und Versorgerschächte so kurz wie möglich sind und Wärmeverluste vermieden werden.


Gute Dämmung und moderne Haustechnik

Üblicherweise entstehen 50-75 Prozent der Wärmeverluste durch die Gebäudehülle. Somit besteht ein großes Einsparpotenzial, indem die Außenwände optimal gedämmt, Wärmebrücken vermieden werden und die Fenster sowohl über eine sinnvolle Anordnung sowie moderne Dreifachverglasung verfügen.

Auch Luftdichtheit ist ein wichtiger Faktor bei der Energieeinsparung. Neben den baulichen gibt es auch technische Maßnahmen, die zur Energieeffizienz beitragen. Zum Heizen kann eine Wärmepumpe dienen, die Wärmeenergie aus der Erde, dem Grundwasser oder der Umgebungsluft nutzt. Eine Alternative ist die Nutzung von sogenannten biogenen Brennstoffen (Holzpellets, Biogas). Eine Klimaanlage zur Kühlung ist in Deutschland bei einem gut geplanten Haus nicht nötig. Die Ausrichtung des Gebäudes und passive Maßnahmen, die direkt beim Bau installiert werden, reichen bei unseren Temperaturen in der Regel aus, um das Raumklima angenehm kühl zu halten.

Eine kontrollierte Lüftungseinrichtung kann sowohl den Wärmeverlust verringern, als auch mit einem Wärmerückgewinnungssystem die benötigte Heizenergie senken. Dabei ist es wichtig, die Anlage genau zu projektieren, da sonst gegebenenfalls der Stromverbrauch für die Ventilatoren der Wärmerückgewinnungsanlage höher ausfällt als der Energiegewinn am Ende bringt. Um solche Faktoren zu überprüfen und die Technik bestmöglich zu nutzen gibt es intelligente Zähler, die alle Kosten und den Stromverbrauch im Überblick aufzeigen. Auch komplette Gebäudeautomationssysteme sind bereits erhältlich, die alle Haushaltsgeräte und die Heizung über ein hausinternes Netzwerk steuern und regulieren. Bei der Beleuchtung sollte auf LED- oder Kompaktleuchtstofflampen zurückgegriffen werden. Helle Wände und Oberflächen sorgen zudem dafür, dass weniger künstliches Licht gebraucht wird.


Kennzeichnungspflicht

Für große Haushaltsgeräte wie Kühl- und Gefrierschrank, Waschmaschine, Trockner und Geschirrspüler gilt in Deutschland eine Kennzeichnungspflicht. Wer hier auf niedrigen Energie- und Wasserverbrauch achtet, kann bis zu 50 Prozent Strom einsparen. Außerdem sollten Geräte möglichst nicht im Stand-by-Modus laufen – zwar fällt ein einzelnes Handy kaum ins Gewicht, aber statistisch gesehen gehen fast 13 Prozent des Stromverbrauches auf das Konto von Elektrogeräten im Stand-by. Zwar sind moderne Geräte im Vergleich zu früher wesentlich effizienter, trotzdem sollte man darauf achten möglichst sparsam mit Energie umzugehen.


Forschung und Weiterentwicklung

Seit mehr als 30 Jahren wird in Deutschland an klimaneutralen Gebäuden geforscht. Durch ständige Weiterentwicklung ist es mittlerweile möglich Gebäude so zu konzipieren, dass sie selbst zum Energieerzeuger statt -verbraucher werden.

Das erste Plusenergiehaus wurde Ende 2011 von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin eröffnet und kann heute zu Informationszwecken oder Inspiration für das eigene Bauvorhaben besucht werden. Einige Baufirmen haben es sich zur Aufgabe gemacht, aktiv an der zukunftsträchtigen Bauweise teilzuhaben: Sie entwickelten in den vergangenen Jahren Modellhäuser, die Teil eines bundesweiten Projektes sind und den sogenannten „Plus-Energie-Standard“ erfüllen. Die Modellprojekte werden vom Bauministerium gefördert und von einem wissenschaftlichen Programm begleitet.