Ankleidezimmer planen

12 Tipps für eine clevere Raumplanung

Ob klirrendkalt, regnerisch oder brütend heiß – für jede Witterung gibt es die ideale Kleidung. Wollpulli, Bikini, Regenjacke, T-Shirts, Sonnenhut und Co. benötigen jedoch jede Menge Platz im Haushalt. Der klassische Kleiderschrank bietet oftmals nicht ausreichend Stauraum für den Kleidungsschatz. Sehr viel praktischer ist ein Ankleidezimmer. Hier behältst Du den Überblick und findest mit einem Griff das passende Outfit.

Bei der Planung Deines begehbaren Kleiderschrankes solltest Du einige Profi-Tipps befolgen, damit Du Dich über einen geräumigen, funktionalen und schicken Ankleideraum freuen kannst.

Tipp 1: Den richtigen Raum finden

Nicht jeder Raum bietet die idealen Voraussetzungen, um als Ankleidezimmer zu dienen. Die folgenden Kriterien geben Dir bei der Hausplanung eine erste Orientierung, welches Zimmer als begehbarer Kleiderschrank infrage kommt:

Licht mit einbeziehen

Am besten wählst Du einen Raum, in den Tageslicht einfällt. Das natürliche Licht schafft nicht nur eine freundliche Atmosphäre, es gibt auch die Farben der Kleidung naturgetreu wieder. Falls Du einen Schminkbereich in den Raum integrieren möchtest, trägt Sonnenlicht außerdem zu einem gelungenen Make-up bei; künstliches Licht kann das Schminkergebnis verfälschen. Verfügt der gewählte Raum über kein Fenster, kannst Du Dir mit einer Tageslichtlampe helfen. Diese imitiert die hohe Lichtfrequenz des natürlichen Tageslichtes und schafft so eine ähnliche Beleuchtung.

Angrenzende Räume beachten

Besonders wichtig bei der Planung des Grundrisses: An welchen Raum soll das Ankleidezimmer angrenzen? Praktisch ist ein begehbarer Kleiderschrank, der zwischen Schlafzimmer und Badezimmer liegt. So kannst Du Dich morgens nach dem Duschen gleich im Nebenraum anziehen. Auch ein ungenutzter Dachboden oder eine geräumige Abseite eignen sich als Ankleideraum, sind aber bei der täglichen Nutzung weniger praktisch.

Größe realistisch planen

Bereits im Vorfeld solltest Du ausrechnen, welche Mindestgröße der Raum mitbringen soll. Eine belastbare Berechnung berücksichtigt zum einen die Anzahl der Personen, die ihre Kleidung später in den Regalen verstauen. Zum anderen fließt in die Größenkalkulation mit ein, ob neben dem Regalsystem weitere Möbel wie Schminktisch, Sessel oder Schuhschrank in dem Zimmer Platz haben sollen.

Maße beachten

Auf dem Möbelmarkt findest Du jede Menge Baukastensysteme aus Kleiderstangen, Schränken, Schubfächern und Ablagen, die Du Dir nach Deinen individuellen Wünschen zusammenstellen kannst. Diese Systeme haben allerdings Standardmaße. Benötigst Du für Deinen Ankleideraum spezielle Maße, kannst Du Dir ein Regalsystem vom Tischler maßanfertigen lassen. Diese sind jedoch in der Regel deutlich teurer als die standardisierte Variante. Das Geld kannst Du Dir sparen, wenn Du bei der Hausplanung die Maße Deines Ankleidezimmers Deinem favorisierten Kleidungssystem anpasst. Doch aufgepasst: Große Schranksysteme, die mit viel Gewicht beladen werden, müssen aus Sicherheitsgründen an einer tragenden Wand montiert werden.

Grundrisse mit integriertem Ankleideraum

Hier findest Du Grundriss-Beispiele mit vorhandenem Ankleideraum.

Tipp 2: Genaue Messung ist das A und O

Entscheidest Du Dich nach der Hausplanung dafür, einen ungenutzten Raum zum begehbaren Kleiderschrank auszubauen, ist im Vorfeld etwas Feinarbeit gefragt. Bevor der Akku-Schrauber zum Montieren des Regalsystems brummt, benötigst Du die genauen Maße des Ankleidezimmers. Wer es hier mit der Millimeterarbeit nicht so genau nimmt, ärgert sich spätestens, wenn die Kleiderstange zu kurz ist oder die Krawattenschublade sich nicht vollständig öffnen lässt. Achte bei der Berechnung der Maße deswegen penibel auf Besonderheiten wie Vorsprünge, Heizungen, unebene Böden, Öffnungswinkel des Fensters oder Dachschrägen.

Lasermessgeräte errechnen die Entfernung mit Hilfe von Ultraschall oder Laserkreis und liefern schnell präzise Ergebnisse. Basis-Modelle, die mit ausreichend Funktionen zum Ausmessen von kürzeren Entfernungen ausgestattet sind, kosten im Baumarkt zwischen 40 und 150 Euro.

Tipp 3: Mit realistischen Maßen planen

Bei der Berechnung von Breite und Tiefe des Regalsystems solltest Du lieber großzügig planen. Schließlich möchtest Du hier Deine Kleidungsstücke sauber und knitterfrei aufbewahren. Dafür benötigen insbesondere Hemden, T-Shirts, Leinenkleider und Anzughosen ausreichend Platz.

In die Berechnung der Regalgrößen fließt auch Deine individuelle Kleidungsgröße mit ein. XXL-Pullover nehmen mehr Platz in Anspruch als Pullover der Größe XS. Als grobe Orientierung gilt jedoch: In der Tiefe benötigen Hemden, die an einem Kleiderbügel aufgehängt sind, etwa 50 Zentimetern Platz, in der Breite pro Hemd etwa vier Zentimeter. Sehr dicke Kleidungsstücke wie Winterjacken breiten sich an der Kleiderstange dagegen mit etwa neun Zentimetern aus. Ablageflächen für Pullover und T-Shirts benötigen eine Mindesttiefe von 50 Zentimetern und eine Breite von 40 Zentimetern. Prinzipiell gilt jedoch die Faustregel: Kleidung sollte lieber hängen als liegen. So bleibt sie zum einen eher vor Knitterfalten verschont, zum anderen hast Du so einen besseren Überblick über Deine Kleidungsstücke.

Tipp 4: Vorhandene Fläche clever ausnutzen

Besonders geräumig wirkt das Ankleidezimmer, wenn Du Deine Möbel platzsparend aufstellst. Eine langgestreckte Einbuchtung bietet vielleicht ausreichend Platz für eine Kleiderstange. Eine Nische neben dem Fenster eignet sich ideal für einen kleinen Schminktisch oder eine Sitzgelegenheit und unter die Dachschräge passt genau das Regal für die Handtücher.

Ein Spiegel darf natürlich auch in keinem Ankleideraum fehlen. Großzügige Spiegelfronten eignen sich besonders gut für kleine Zimmer: Sie erleichtern nicht nur den Ganzkörper-Style-Check nach dem Anziehen, sie vergrößern den Raum auch optisch.

Mit einer klugen Planung nutzt Du die vorhandene Fläche effektiv aus und schaffst viel Freiraum. Das Zimmer erhält klare Linien, wirkt luftig, aufgeräumt und einladend.

Tipp 5: Wähle ein flexibles Regalsystem

Nachwuchs kündigt sich an, das älteste Kind zieht aus oder die Oma zieht ein – Lebensumstände ändern sich und mit ihnen das Kleidungsvolumen im Ankleideraum. Um das Regalsystem den neuen Anforderungen ohne viel Aufwand anpassen zu können, sollte sich dieses flexibel umbauen lassen. So kannst Du es bei Bedarf mit zusätzlichen Regalböden, Kleiderstangen und Schränken ausstatten oder diese ebenso mühelos wieder entfernen.

Als Ausstattung für das Regal mixt Du am besten verschiedene Ablageflächen, Schränke und Stangen miteinander: Spezielle Schränke für Schuhe und Accessoires bringen Ordnung ins Schuh-Chaos oder verschaffen Dir einen Überblick über Gürtel, Uhren, Krawatten und Co. Ausziehbare Stangen erleichtern die Blusenwahl und sparen Platz in der Breite, Teleskop-Kleiderstangen verschwinden nach dem Einsatz wieder im oberen Bereich des Kleiderschrankes. Extra-Schrankkörbe lassen sich bei Bedarf unter Regalböden einhängen und bieten jede Menge Stauraum für Socken, Unterwäsche oder Tücher.

flexibeles Regalsystem im Ankleideraum

Tipp 6: Einbauschränke sorgen für Ordnung im Ankleidezimmer

Bei der Planung Deines Ankleidezimmers kannst Du zwischen verschiedenen Systemen wählen: Einbauschränken mit Türen, offene Regale oder eine Kombination aus beiden. Doch wo liegen die Vor- und wo die Nachteile?

Geschlossene Schränke bieten den Vorteil, dass das Ankleidezimmer stets aufgeräumt aussieht und die Kleidung vor Staub und Sonneneinstrahlung geschützt ist. Allerdings wirkt der Raum dadurch beengter, als bei offen einsehbaren Regalen. Diese vermitteln einen luftigen Eindruck und lassen den Raum größer erscheinen. Die Kleidung muss aber immer sauber weggeräumt werden, sonst sieht das Zimmer schnell chaotisch aus. Zudem kann intensive Sonneneinstrahlung bei bunten Kleidungsstücken zum Verblassen der Farben führen. Türen eignen sich deswegen eher für große Ankleidezimmer, offene Regale für sehr kleine. Schiebetüren sparen ebenfalls Platz. Du kannst aber auch offene und geschlossene Elemente – Deinem Platzangebot entsprechend – geschickt miteinander kombinieren und so alle Vorzüge der verschiedenen Systeme nutzen.

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Tipp 7: Helle Farben für ein freundliches Ambiente und einen guten Überblick

Ein Anstrich in satten dunklen Farben kann tolle Kontraste zaubern – für die Wände Deines Ankleidezimmers solltest Du Dich jedoch lieber für einen hellen Farbton entscheiden. Denn: Dunkle Farben absorbieren das Licht und lassen Räume optisch schrumpfen. Mit einem hellen Farbton wie Gelb-, Beige- oder Weißtönen als Wandfarbe, verpasst Du Deinem Ankleideraum eine einladende, freundliche Atmosphäre. Die hellen Farben reflektieren das Licht und der Inhalt Deines begehbaren Kleiderschrankes wird so besser sichtbar.

Zusätzlich kannst Du mit einem cleveren Lichtsystem Deine Schubladen und Regale bis in den letzten Winkel ausleuchten. Gezielt ausgerichtete Spotlights, Einbauleuchten im Schrank und ein helles Deckenlicht ergänzen sich als Lichtkombination im Ankleidezimmer ideal. Am besten wählst Du dabei Halogenleuchten mit einem Farbwiedergabeindex von Ra > 90 oder eine Tageslichtlampe. Sie verfälschen die Farben Deiner Kleidungsstücke optisch kaum.

Tipp 8: 3-D Animation bei der Wahl eines Regalsystems nutzen

Du hast Dir ein Regalsystem ausgesucht und weißt nicht, wie Du die Regalböden am besten verteilen sollst? Dann schaue Dir das System doch einfach in einer 3D-Animation im Internet an und probiere per Mausklick ein wenig herum. Viele Anbieter von Regalsystemen haben digital aufgerüstet und können Dir am Bildschirm mit Hilfe eines speziellen Tools ein realitätsgetreues Bild der verschiedenen Aufbauversionen zeigen.

Tipp 9: Ordnungskonzept für große Ankleideräume entwickeln

Wenn das Ankleidezimmer mit einer Vielzahl von Kleidungsstücken ausgestattet ist, verlierst Du ohne ein Ordnungssystem schnell den Überblick. Einfache Ordnungskonzepte sorgen dafür, dass Du mit wenigen Handgriffen das gesuchte Kleidungsstück findest. Du kannst die Kleidung farblich sortieren und den Personen Deines Haushaltes eigene Bereiche zuweisen. Oder die Kleidung nach Saison trennen: die Frühlings- und Sommerkleidung in die Regale an der rechten Seite, die Herbst- und Winterkleidung an die linke. Oder du hängst alle Blusen, Jeans und Jacketts zusammen. Sinnvoll ist jedes Konzept, durch das Du Ordnung in Deine Kleidersammlung bringst und das Dir bei der Orientierung hilft.

Ordnungskonzept im Ankleideraum

Tipp 10: Klamotten aussortieren

Über die Jahre hinweg häufen sich erfahrungsgemäß jede Menge Kleidungsstücke an. Die knallgelbe Bluse, die irgendwie nur im Klamottenladen so richtig schick aussah, benötigt im neuen Ankleidezimmer ebenso ihren Platz wie die Lieblingsjeans. Bevor Du Dein Ankleidezimmer einräumst, solltest Du deswegen all Deine Kleidungsstücke auf ihre Tragbarkeit prüfen und Schrankleichen aussortieren. So schaffst Du Platz für neue Kleidung und behältst die Übersicht in den Regalen.

Tipp 11: Häufig getragene Dinge griffbereit legen

Ob das Hochzeitskleid, der Kimono aus dem letzten Japan-Urlaub oder der superwarme Friesenpullover – allem, was Du nur selten hervorholst, weist Du am besten einen Platz im hintersten Teil Deines begehbaren Kleiderschrankes zu. Häufig getragene Accessoires und Kleidungsstücke holst Du hingegen nach vorne. So musst Du nicht lange suchen, wenn Du mal wieder Deine Lieblingsuhr überstreifen oder in die bequeme Jeans schlüpfen möchtest.

Tipp 12: Für jedes Textil die ideale Höhe im Regal wählen

Beim Einräumen Deines begehbaren Kleiderschrankes bedenkst Du am besten auch, auf welcher Höhe Du regelmäßig getragene Kleidung parkst. Hängen oder liegen diese in bequemer Sichtweite, kannst Du Dich bei der täglichen Kleiderwahl von den vorhandenen Lieblingsstücken inspirieren lassen. Liegen diese jedoch außerhalb Deines Blickwinkels, musst Du Dich mühevoll durchgraben, um alle Teile zu sichten.

Der ideale Bereich für Hemden, Blusen, Pullover, Shirts, Röcke und Hosen liegt etwa von Knie- bis knapp über Kopfhöhe. In den schlecht einsehbaren Regalen ganz oben und ganz unten in Deinem System bringst Du am besten Haushaltstextilien wie Handtücher, Waschlappen oder Bettwäsche unter.

Fazit

Ein Ankleidezimmer soll in erster Linie Ordnung in Deinen Kleidungsschatz bringen und Dir die tägliche Ankleideroutine erleichtern. Achtest Du bei der Planung des begehbaren Kleiderschrankes auf eine praktische Lage des Raumes, gute Lichtverhältnisse und ein flexibles Regalsystem, passt sich das Zimmer langfristig Deinem Lifestyle an und bleibt dabei ein Raum, in dem du dich gern aufhältst.

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