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Betondecke – Arten, Aufbau und Kosten

Arten und Eigenschaften, Ideen und Designs des natürlichen Multitalents

Wer ein Haus baut, denkt verständlicherweise am liebsten über die Traumküche, Terrasse oder die Einteilung nach. Schließlich versprechen diese Elemente einen großen Teil Lebensqualität! Doch auch weniger aufregenden Themen sollten Sie beim Hausbau ausreichend Beachtung schenken. Ein Beispiel dafür: Welche Decke soll das neue Zuhause haben? Dazu hat man als Laie normalerweise keine exakten Vorstellungen. Zum Glück benötigen Sie aber auch keine tiefgehenden Fachkenntnisse, denn die Architektin oder der Statiker wird Baufamilien dabei beraten. Trotzdem ist ein Grundverständnis wichtig – deshalb haben wir in diesem Artikel alles zusammengestellt, was Sie beim Neubau über Betondecken wissen müssen.

Das Wichtigste zur Betondecke auf einen Blick:

  • Zu den gängigsten Aufbauarten einer Betondecke gehören die Ortbetondecke, Filigrandecke, Beton-Hohlsteindecke und die Spannbeton-Fertigdecke.
  • Zur Preiskalkulation wird Beton normalerweise in Kubikmeter berechnet – die Standardklasse kostet ca. 140 Euro pro m³.
  • Die Betonklasse beschreibt die Festigkeit nach 28 Tagen Erhärtung.
  • Betondecke selber machen? Aufgrund der anspruchsvollen Statik und Aufbauweise sollten Sie diese Arbeiten den Profis überlassen.
  • Sichtbetondecke, verputzt, gestrichen oder poliert – die Betondecke kann vielfältig gestaltet werden.
  • Eine Fußbodenheizung kann gleich in die Betondecke eingebaut werden.

Was ist eine Betondecke?

Eine Betondecke ist eine horizontale Deckenkonstruktion aus dem Hauptmaterial Beton, die es in unterschiedlichen Ausführungen und Aufbauarten gibt. Jede Art einer Betondecke hat andere Eigenschaften und jeweils Vor- und Nachteile – zum Beispiel in der Energieeffizienz, im Preis, im Zeitaufwand sowie in der Optik. In diesem Ratgeber lernen Sie die gängigsten Arten einer Betondecke beim Neubau kennen.

Welche Arten von Betondecken gibt es?

Zu den bekanntesten Arten einer Betondecke gehören beim Hausbau die Ortbetondecke, Filigrandecke, Beton-Hohlsteindecke und die Spannbeton-Fertigdecke. Wir haben für Sie zusammengefasst, wie die Deckenarten errichtet werden und welche Unterschiede sowie Vor- und Nachteile es gibt.

Gut zu wissen: Was ist der Unterschied zwischen Beton und Zement? Zement ist nur eine Komponente von Beton – wie Kies und Sand. Durch die Zugabe von Wasser kommt Beton zur Erhärtung.

Ortbetondecke

Eine Ortbetondecke wird, wie der Name verrät, vor Ort auf der Baustelle aus Massivbeton gegossen. Zunächst wird hierzu eine sogenannte Schalung angefertigt, die als Gussform dient. Anschließend wird der Beton in die Form gegossen und mit einer Rüttelmaschine verdichtet. Die Aushärtung dauert ca. drei bis vier Wochen. In dieser Zeit wird die Decke durch Stützelemente gesichert.
Um die Tragfähigkeit zu erhöhen, kann die Ortbetondecke mit Stahlstäben (die sogenannte Bewehrung) kombiniert und verstärkt werden.

Vorteile der Ortbetondecke

  • Flexibel und vielseitig einsetzbar
  • Robust und stark belastbar (bei zusätzlicher Bewehrung)
  • Sehr gut schallisolierend
  • Kann beim Hausbau direkt vor Ort für die Gegebenheiten passend gegossen werden

Nachteile der Ortbetondecke

  • Kaum Wärmeisolierung
  • Hohe Materialkosten
  • Zeitintensiver, aufwendiger Aufbau
  • Während der Aushärtungszeit sind Stützelemente notwendig, wodurch andere Bauarbeiten eventuell eingeschränkt werden
Tipp: Ein schnellerer Aufbau ist mit Fertigteilen möglich. Dafür werden die vorbereiteten Elemente zur Baustelle geliefert und mit einer Ortbetonergänzung fertiggestellt.

Filigrandecke (Elementdecke)

Eine weitere Art der Betondecke ist die Filigrandecke (Markenname), auch bekannt als Elementdecke oder Halbfertigteildecke. Sie wird in einzelnen Stahlbetonfertigteilen – inklusive Bewehrung aus Stahlgitter auf der Unterseite – zur Baustelle geliefert. Vor Ort wird eine Querbewehrung an die einzelnen Teile angebracht und das Gesamtstück mit Ortbeton fertig gegossen.

Vorteile der Filigrandecke

  • Schneller Aufbau
  • Vergleichsweise kostengünstig
  • Versorgungsleitungen können einfach integriert werden
  • Ständige Qualitätskontrolle bei der Herstellung der Elemente

Nachteile der Filigrandecke

  • Transport und Aufbau sind aufgrund teils großer Elemente aufwendiger
  • Einzelne Elemente müssen beim Aufbau gestützt werden
Filigranbetondecke bei der Anlieferung

Filigranbetondecke bei der Anlieferung.

Beton-Hohlsteindecke

Die Beton-Hohlsteindecke (oder Betonsteindecke) besteht aus drei Elementen mit relativ geringem Eigengewicht, die vor Ort einfach und oftmals sogar ohne Kran verbaut werden können. Dazu werden vorgefertigte Hohlsteine auf Metallträgern und Betonfußleisten angebracht. Anschließend wird die Konstruktion mit Ortbeton eingegossen.

Vorteile der Beton-Hohlsteindecke

  • Geringes Eigengewicht aber gute statische Eigenschaften
  • Leicht zu verbauen
  • Hohlräume können zusätzlich mit Isolierung aufgefüllt werden
  • Vergleichsweise niedriger Materialpreis

Nachteile der Beton-Hohlsteindecke

  • Relativ zeitintensiver Aufbau
  • Lohnkosten durch Aufwand höher

Spannbeton-Fertigdecke (Spannbeton-Hohldecke)

Die Spannbetondecke besteht aus vorgefertigten, standardisierten Teilen mit Hohlräumen (daher vergleichsweise geringeres Eigengewicht), die auf der Haus-Baustelle zu einer Decke zusammengefügt werden. Zwischen zwei Betonplatten werden Spannstähle eingebaut, um die Decke auf Spannung zu halten und dadurch große Räume ohne stützende Zwischenpfeiler zu ermöglichen.

Vorteile der Spannbeton-Fertigdecke

  • Leichtes Gewicht
  • Regelmäßige Qualitätskontrollen während der Herstellung
  • Hohlräume können zusätzlich mit Dämmmaterial ausgestattet werden
  • Transport ist im Vergleich zu schwereren Teilen günstiger
  • Schneller und effizienter Aufbau

Nachteile der Beton-Hohlsteindecke

  • Geringere Schalldämmung gegenüber einer Ortbetondecke.
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Was kostet eine Betondecke?

Die Kosten für eine Betondecke können je nach Art der Deckenkonstruktion stark variieren. Basis der Kalkulation sind die Statik und Stützweiten der Decken. Dies bestimmt letztendlich, welche Betondecke und welche Ausführung für Ihr Eigenheim optimal ist. Je größer die Betondecke flächenmäßig ist und je höher die Stützweiten, desto teurer wird es in der Regel.
Beim Material gibt es verschiedene Betonklassen. Als Standard wird meistens Betonklasse C25/30 verwendet, deren Preis pro Kubikmeter bei ca. 140 Euro liegt.
Sind die Anforderungen an die Belastungsfähigkeit der Betondecke besonders hoch, muss ein Beton mit stärkerer Festigkeit gewählt werden, was den Preis etwas anhebt. Dazu kommen – je nach Ausführungsart – noch Kosten für die Bewehrung und Schalung.

Letztendlich spielen beim Gesamtpreis auch Kosten für den Arbeitsaufwand, einen Kran sowie für eine zusätzliche Schall- und Wärmeisolierung eine wichtige Rolle.

Da also viele verschiedene Faktoren den Preis einer Betondecke beeinflussen, ist es unmöglich, eine allgemeine Preisangabe zu machen. Als ungefähren Richtwert lassen sich für ein Einfamilienhaus und rund 60 m³ Betondecke ein Gesamtpreis von ca. 10.000 Euro schätzen.

Richtwerte für Kosten (inklusive Material- und Arbeitskosten) unterschiedlicher Betondecken-Arten:

  • Ortbetondecke: ca. 170 Euro/m³
  • Filigrandecke: ca. 150 Euro/m³
  • Beton-Hohlsteindecke: ca. 140 Euro/m³
  • Spannbeton-Fertigdecke: ca. 130 Euro/m³

Betondecke gestalten – diese Gestaltungsmöglichkeiten gibt es

Kommen wir zum spannenden Teil: Der Gestaltung der Betondecke. Ob Sichtbeton, gestrichen oder mit Holz verkleidet, beim Design ist vieles möglich.

Für einen modernen, industriellen Look können Sie den Beton einfach sichtbar lassen (Sichtbeton). Die glatte oder strukturierte Oberfläche bleibt unverputzt und bringt ein besonderes Flair in die Räume. Durch passende Beleuchtungselemente kann die Betondecke stimmungsvoll in Szene gesetzt werden. Der Sichtbeton kann aber auch poliert oder auf Wunsch eingefärbt werden.

Sehr beliebt ist außerdem eine helle Wohnraumgestaltung. Eine weiß gestrichene Betondecke lässt einen Raum oft optisch höher wirken und hat zudem eine helle, freundliche Ausstrahlung. Sie sollten den Beton allerdings vorbehandeln und verspachteln, damit kleine Unebenheiten verschwinden.

Hier darf man gerne etwas Zeit in die Auswahl investieren, denn das Aussehen der Decke wird großen Einfluss auf die Ausstrahlung und Behaglichkeit des Hauses haben.

Tipp: Um das optimale Design zu finden, bietet sich Pinterest als Inspirationsquelle an. Einfach „Betondecke“ in die Suchleiste eingeben und Sie finden eine Menge Ideen zur Innenraumgestaltung!

Fazit: Betondecke im neuen Eigenheim

Vor allem bei der Betondecke ist man als Baufamillie auf fachkundige Beratung angewiesen. Statik, Material, und die optimale Deckenart: Der Statiker oder die Architektin kennt sich genau aus und weiß, welche Betondecke für Ihr Eigenheim die Richtige ist. Auch wenn Sie die Arbeit den Experten überlassen, besitzen Sie nun hilfreiches Hintergrundwissen!

Häufig gestellte Fragen zum Thema Betondecke

Wie viel Gewicht trägt eine Betondecke?

Dies wird ein Statiker zuverlässig berechnen – denn die Tragfähigkeit der Decke hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.

Wie stark muss eine Betondecke sein?

Wie stark eine Betondecke sein muss, hängt von der Deckenart, aber auch von der geplanten Größe der Räume ab. Generell gilt: Je größer die Stützweite (der Abstand zwischen tragenden Wänden), desto stärker muss auch die Decke sein.

Wie verkleidet man eine Betondecke am besten?

Je nach eigenem Stil und Wohnanforderungen können Sie eine Betondecke ganz unterschiedlich gestalten. Ob glatter oder strukturierter Sichtbeton, Rigips, verputzen, spachteln und streichen – viele unterschiedliche Designs sind möglich. Unsere Empfehlung: Schauen Sie doch mal auf Youtube und Pinterest vorbei, dort gibt es jede Menge Ideen und Tipps zum Selbermachen!

Welche Grundierung und Farbe ist für eine Betondecke geeignet?

Da für Betondecken oft Trennöl eingesetzt wird, damit sich die Schalung löst, muss die Decke zuerst mit Tiefgrund gestrichen werden (am besten in zwei dünnen Schichten). Erst danach kann mit einer speziellen Betonfarbe für Innenräume gearbeitet werden.

Tipp: Streichen Sie die Betondecke am besten im Rohbau, das erspart Ihnen das Abdecken und Abkleben von Fußboden und Möbelstücken.

Kann man eine Betondecke mit Holzbalken verkleiden?

Ja, Sie können eine Betondecke auch mit Holz verkleiden. Nicht jeder mag die distanzierte Ausstrahlung von Sichtbeton. Eine Holzverkleidung in verschiedenen Varianten ist eine Alternative, die für ein besonders freundliches Wohnambiente sorgt.

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Schlagworte: bauen, Hausbau

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