Das Hausbauportal
Kundenbewertung:
Sehr gut 4.7/5

Jetzt bauen – oder noch warten?

Hohe Hauspreise: Trotzdem den Hausbau 2022 noch angehen oder lieber nicht?

Anfang des Jahres 2022 zeigt sich der Hausbaumarkt weiter auf Wachstumskurs, hoher Preise und deutlich anziehender Bauzinsen zum Trotz. Laut Zahlen des statistischen Bundesamts stiegen die Baugenehmigungen von Januar bis November 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei Einfamilienhäusern erneut um 1,2 Prozent, bei Zweifamilienhäusern sogar um 24,6 Prozent – und das im Vergleich zum Rekordjahr 2020. Und die weiter hohe Nachfrage trifft auf eine aktuell ausgelastete Branche, die sich obendrein mit teurem Baumaterial und Handwerkermangel herumschlagen muss.

Auch die Zinsen sind, nach langen Jahren des Stillstands auf niedrigstem Niveau, wieder in Bewegung, alleine in den ersten zwei Monaten des Jahres 2022 stiegen sie um rund 0,5 Prozent. Das kann je nach Darlehenshöhe eine Mehrbelastung von 100 bis 400 Euro pro Monat bedeuten. Hinzu kommen eine außergewöhnlich hohe Inflation und geänderte gesetzliche Regelungen, unter anderem durch die neue Bundesregierung. Und, leider ganz aktuell, noch ein Ereignis, das keiner ernsthaft erwartet hat: der Ukraine-Krieg, dessen Auswirkungen auf die Wirtschaft und Finanzwelt sowie den Hausbaumarkt aktuell kaum abschätzbar sind, aber vermutlich massiv sein werden.

All das wirkt sich jedenfalls auch auf die Hausbaupreise aus, der Markt scheint weiter überhitzt und viele potenzielle Bauherren fragen sich: Soll man jetzt noch bauen – oder besser noch warten?

In unserem Ratgeber gehen wir der Sache auf den Grund.

Bauen oder nicht bauen? Das ist die aktuelle Bauherren-Frage!

In den letzten zwei Jahren gab es für viele angehende Bauherren, aber auch eine Reihe Hausbauexperten, eine dicke Überraschung. Nicht wenige gingen nämlich davon aus, dass angesichts der Corona-Pandemie die Nachfrage nach Häusern sinken würde: Unsichere Zeiten hinsichtlich Job und Einkommen ließen einen Nachfrageeinbruch erwarten, zumal die Hauspreise Anfang 2020 bereits ein neues Rekordlevel erreicht hatten. Doch das Gegenteil war der Fall: Durch die Lockdowns in die eigenen vier Wände gezwungen, sehnten sich noch viel mehr Menschen nach einem eigenen Haus. Bei uns auf dem Portal zum Beispiel stieg die Nachfrage nach Häusern, beispielsweise über unseren Hausfinder, der mehr als 2.000 Häuser bereithält, besonders während der Lockdowns teils dramatisch an. Wohnen, am besten im eigenen Heim mit Garten, ist den Menschen also noch wichtiger geworden. Auch der Wunsch nach einem Home-Office spielt dabei eine immer wichtigere Rolle. In der Folge stiegen die Anfragen und die Hausverkäufe. Und auch die Preise zogen weiter an, teilweise bis zu zehn (Massivhäuser) oder gar 15 bis zu 30 Prozent (Fertighäuser) alleine von 2020 bis Ende 2021.

Ursachenforschung: Warum ist Bauen 2022 so teuer geworden – was sind die aktuellen Gründe und Entwicklungen?

Neben der gerade beschriebenen Nachfragesteigerung aufgrund der Corona-Situation lassen sich einige weitere Gründe für die gestiegenen Preise festmachen.

Niedrige Zinsen

Das niedrige Zinsniveau ist für Baufamilien Fluch und Segen zugleich. Einerseits profitieren sie seit Jahren von günstigen Bauzinsen, die bis Mitte/ Ende 2021 zwischen 0,5 und einem Prozent lagen, und aktuell, März 2022, auf rund 1,6 Prozent für ein Darlehen mit zehn Jahren Sollzinsbindung angestiegen sind. Immernoch ein Riesenunterschied zum Beispiel zu der Zeit vor zehn Jahren, als man mit bis zu 4,5 Prozent finanzieren musste! Andererseits sorgen die niedrigen Zinsen dafür, dass es kaum noch lohnende andere Geldanlage-Möglichkeiten gibt. Sparbücher, Festgeldkonten, all die klassischen Sparmethoden, haben bisher ausgedient. Viele investieren deshalb in die eigenen vier Wände und das treibt die Hauspreise zusätzlich. Die Nachfrage ist größer als das Angebot, es gibt zu wenig Wohnraum, zu wenig Wohnungen und Häuser in Deutschland. Und das wird aus diversen Gründen erstmal so bleiben.

Bauzinsentwicklung
Der Traum vom eigenen Haus

Ihr Weg zur günstigen Baufinanzierung

Einfach Ihre Eckdaten eintragen. Wir vergleichen unverbindlich über 400 Banken. Sie erhalten die besten Finanzierungsangebote.

Finanzierung gratis anfragen
Der Traum vom eigenen Haus

Grundstücksmangel

Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsen ist auch die Nachfrage nach Grundstücken weiter angezogen und interessante Grundstücke werden immer rarer, sogar in den „Speckgürteln“ der Metropolen. Heute muss man rund 60 Prozent mehr für Bauland bezahlen als vor zehn Jahren! Das verteuert den Bau des eigenen Hauses natürlich zusätzlich. Wenn man denn überhaupt ein Grundstück findet.

  Falls Sie auf der Suche sein sollten:  

Fertighaus
Wie finde ich das passende Grundstück?

Die besten Tipps dazu gibt es in unserem Ratgeber!

Zum Ratgeber

Steigende Kosten für Handwerker und Baumaterial

Ein Dauerbrenner-Thema in den Medien ist der Mangel an Baumaterialien und Handwerkern. Auch die meisten aktuellen Bauherren und Immobilienbesitzer können ein Lied davon singen, wie schwer es mittlerweile ist, Handwerker zu bekommen. Wochenlange Wartezeiten sind die Regel, Preissteigerungen von bis zu 30 Prozent für handwerkliche Jobs normal. Auf 14 Wochen wurde die aktuelle Wartezeit im Winter 2021/22 auf einen Handwerker vom Zentralverband des Deutschen Handwerks beziffert! Noch dramatischer sah es teilweise bei Baumaterialien aus. Im Schnitt stiegen die Preise der Grundmaterialien wie Kies, Sand, Steine und Beton schon von 2016 bis 2020 um zehn bis 15 Prozent. Doch durch Corona kam es teils zu wahren Preisexplosionen: Betonstahl hatte sich innerhalb eines Jahres bis 2021 um 50 Prozent verteuert, Bauholz wurde von November 2020 bis Mai 2021 gleich dreimal so teuer. Mittlerweile hat sich diese Entwicklung zwar abgebremst bzw. kam teilweise zum Stillstand. Die Mehrkosten aufgrund der Preissteigerungen belaufen sich aber aktuell pro Haus im Vergleich zu vor zwei, drei Jahren auf grob geschätzt 25.000 bis 50.000 Euro.

Baumaterial Preisentwicklung 2021

Bevölkerungs- und Wohlstandswachstum

Deutschland wächst, vorwiegend aufgrund von Zuwanderung. Auch die wirtschaftliche Lage ist für die meisten Menschen gut, es wird immer mehr Geld verdient und auch vererbt, welches als Eigenkapital genutzt werden kann. 217 Milliarden Euro wurden 2020 für Wohnimmobilien in Deutschland ausgegeben, sieben Prozent mehr als im Jahr davor. Mit wachsendem Wohlstand streben immer mehr Menschen nach einem Eigenheim – und das Potenzial ist nach wie vor riesig, denn Deutschland hat mit nur 42 Prozent immer noch die niedrigste Wohneigentumsquote in der gesamten EU. Und kaum zu glauben: Diese Quote ist zuletzt sogar noch gesunken.

Gesetzliche Änderungen: Wegfall von Baukindergeld, KfW-Förderung etc.

Für selbstgenutzte Bauprojekte, die von September 2018 bis zum 31. März 2021 per Kaufvertrag besiegelt wurden bzw. für die bis dahin eine Baugenehmigung vorlag, konnten Familien das Baukindergeld beantragen. Pro Kind waren bis zu 12.000 Euro Förderung möglich. Dieser Zuschuss fiel weg, was für zahlreiche Familien das Bauen noch einmal teurer machte. Und Ende Januar 2022 hatte die neue Bundesregierung die KfW-Förderung für die Programme Effizienzhaus 55 und 40 abrupt gestoppt. Mittlerweile wurde die KfW 40-Neubau-Förderung mit deutlich reduzierten Mitteln zwar wieder aufgenommen, aber KfW 55-Neubauten bekommen keine Förderung mehr. Das bedeutet: Tausenden Familien fehlen günstige KfW-Darlehen und Zuschüsse von bis zu 18.000 Euro. Die Neubauförderung für KfW 40 wird zwar fortgesetzt, endet aber trotzdem 2022. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes bemängelte deshalb zu Recht, dass für Familien der Erwerb von Eigentum damit immer schwieriger werde. Doch es gibt eine Perspektive, denn im Koalitionsvertrag hat die rot-grün-gelbe Regierung eigenkapitalersetzende Darlehen ebenso wie Erleichterungen bei der Grunderwerbsteuer vorgesehen.

Der Traum vom eigenen Haus

Mit den Hausbau-News nichts mehr verpassen!

Spannende Themen und tolle Inspirationen rund um Ihr Hausbau-Projekt: Mit dem Musterhaus.net Newsletter sind Sie stets top informiert!

Jetzt kostenlos anmelden
Der Traum vom eigenen Haus

5 Tipps, wie man jetzt günstig bauen kann

Was sollte man beachten, wenn man jetzt baut? Gerade jetzt, wo die Hauspreise hoch sind und das Baubudget noch schneller ausgereizt, sind Tipps für bezahlbares Bauen natürlich Gold wert. Hier sind unsere 5 Top-Tipps, um beim Hausbau unnötige Kosten zu sparen, ohne dabei allzu große qualitative Abstriche machen zu müssen!

Spartipp 1: Kompakte Bauweise und Architektur

Kompakt und platzsparend bauen spart Geld, denn jeder Quadratmeter extra kostet im Schnitt 2.500 Euro zusätzlich! Baut man also statt 140 qm Haus „nur“ 120 qm, sind grob geschätzt bis zu 50.000 Euro weniger Budget nötig. Man sollte sich also ganz nüchtern überlegen: Wie viel Wohnfläche braucht man tatsächlich? Benötigt man ein fast nie genutztes Gästezimmer oder ein Ankleidezimmer wirklich? Es gibt einige Dinge, auf die man ohne großen Komfort-Verlust verzichten kann. Auch am Grundriss kann man sparen: Ein offener Grundriss, der sich durch wenige Innenwände und Türen auszeichnet, ist deutlich günstiger zu realisieren. Alles, was keinen ständigen Nutzen bringt, lässt sich grundsätzlich einsparen. Auf dem Hausbaumarkt ist genau dieser Trend gerade gut zu erkennen: Die Leute bauen in der Krise lieber eine Nummer kleiner, sagt z.B. das iib Institut für Immobilienmarktforschung, der Trend geht aktuell also etwas in Richtung kleinerer Häuser.

Spartipp 2: Standard-Innenausbau und -einrichtung

Richtig teuer wird es für viele Bauherren dann, wenn es an die Inneneinrichtung geht. Im Bemusterungszentrum der Hausanbieter sind die Augen oft größer als das Budget – und man gönnt sich dann doch die Smart Home Einbauküche statt der eigentlich schon sehr guten Standardküche, wählt das edle Parkett statt Laminat usw. Besonders Küche und Bad zählen zu den teuersten Räumen im ganzen Haus. Man kann zudem größere Ausgaben, wie etwa eine PV-Anlage, einen Pool oder eine Sauna, auch erstmal einsparen und später nachkaufen.

Spartipp 3: Auf Keller verzichten

Keller ja oder nein? Diese Frage stellt sich für alle Bauherren irgendwann. Im Prinzip ist ein Keller eine praktische Sache, keine Frage. Aber um ihn nur als Lagerraum zu nutzen oder für die Haustechnik, ist er im Grunde genommen leider zu teuer. Das gilt ganz besonders dort, wo der Baugrund an sich preiswert ist, denn in diesem Falle sind die Alternativen, wie ein Schuppen oder eine Garage, einfach unschlagbar günstig. Ein Keller kostet im Vergleich mit der einfachen Bodenplatte je nach Größe des Hauses im Schnitt 15.-25.000 Euro mehr.

Spartipp 4: Festpreis vereinbaren – wichtiger denn je!

Wer schon beim Vertragsabschluss den Gesamtpreis fest vereinbart, ist klar im Vorteil. So kann man verhindern, dass Unsicherheiten wie weiter steigende Bau- und Baunebenkosten sowie Handwerkerkosten an einen weitergereicht werden. Festpreisgarantien gibt es vor allem bei Fertighausanbietern, siehe auch unseren Experten-Tipp dazu weiter unten.

Spartipp 5: Eigenleistungen

Der Klassiker unter den Spartipps hat nichts an Aktualität verloren, im Gegenteil. In Zeiten, wo Handwerker kaum noch zu bekommen und deutlich teurer geworden sind, lohnt es sich natürlich erst recht, selbst Hand anzulegen. Die Hausbaufirmen haben Häuser in unterschiedlichen Ausbaustufen im Programm, die sich gezielt an Baufamilien richten, die selbst was tun wollen am und im Traumhaus. Mehr als die Hälfte aller Baufamilien erbringt immerhin Eigenleistungen im Wert von 10.-15.000 Euro, sagen die Statistiken. Es geht sogar noch deutlich mehr! Aber Vorsicht: Man sollte sein handwerkliches Talent nicht überschätzen. Viele Dinge, Gas, Strom etc. sind nur etwas für Profis! Trotzdem kann man auch durch einfache Arbeiten wie Verputzen, Streichen, Tapezieren viele Euros sparen. Und ein weiterer, aktuell wichtiger Pluspunkt: Manche Banken berücksichtigen Eigenleistungen wie Eigenkapital, was die Finanzierung insgesamt vergünstigt.

  Auch interessant:  

Kostenfalle Hausbau
Wie Sie Kostenfallen beim Hausbau vermeiden

Da Immobilien und Grundstücke heute viel Geld kosten, ist es umso wichtiger den finanziellen Aufwand gering zu halten und beim Hausbau nicht in Kostenfallen zu tappen. Lesen Sie in diesem Artikel, welche es gibt und wie Sie diese umgehen.

Zum Ratgeber
Doppelseite eines Hauskataloges

Jetzt das Traumhaus
finden und bauen!

Wir haben die neusten und schönsten Hauskataloge der Hersteller für Sie. Alle Haustypen und Stile. Für Ihren Hausbau 2019! Die Bestellung der Kataloge ist kostenlos und unverbindlich.

Gibt es eine Immobilienblase am Markt?

Gefühlt sind viele Preise bereits übertrieben hoch, kaum ein Tag vergeht, ohne dass in den Medien über das „Platzen der Immobilienblase“ spekuliert wird. Zurecht? Wir neigen da eher zu norddeutscher Gelassenheit und sind hier mit vielen Experten auf einer Linie. Denn Fachleute von Banken, der Bundesbank oder der KfW weisen durchaus darauf hin, dass es punktuell eine rechnerische Überbewertung von Wohnimmobilien gibt, von mitunter rund 15 bis sogar 40 Prozent über Wert, meint zum Beispiel die Bundesbank. Jedoch gebe es „[…] keine spekulativen Übertreibungen, also keine Zahlungsbereitschaft von Käufern, die sich aus der Hoffnung auf Wertsteigerungen speist und durch eine zu laxe Kreditvergabe angeheizt wird“, sagte etwa der Bundesgeschäftsstellenleiter der Landesbausparkassen, Axel Guthmann, Mitte 2021. Ganz im Gegenteil hätten die Kreditinstitute erst im Jahr 2020 die Kriterien für die Kreditvergabe verschärft. Und ganz aktuell hat auch die Finanzaufsicht BaFin noch einmal eingegriffen und die Auflagen für Baufinanzierungen angepasst, sie verlangt von den Banken ab Februar 2023 mehr Eigenkapital für Kredite, den sogenannten Kapitalpuffer. Dieser macht es für die Banken teurer, sich zu refinanzieren, was wiederum für eine konservativere Vergabe von Krediten sorgen dürfte. Alles in allem erklären die Banker die hohe Nachfrage nach Wohnimmobilien trotz der hohen Preise aufgrund des niedrigen Zinsniveaus für „rational“. „Vom Platzen einer Immobilienblase sind wir weiter entfernt als aktuell wieder zu lesen ist“, bilanziert auch Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender von Dr. Klein, aktuell in seinem Blog.

Wird bauen noch teurer? Wie ist die Perspektive für 2022?

Eigentlich alle Banken und Finanzvermittler gehen davon aus, dass, solange die Zinsen nicht deutlich steigen, die Nachfrage nach Wohnimmobilien weiter hoch bleibt. Auch wir denken, dass sich bis zu einem Bauzins-Niveau von rund 2 Prozent an der Nachfrage nicht viel ändern wird. Die Preise sollten also schon deswegen nicht fallen. Hinzu kommen allerdings immernoch die gestiegenen Kosten für Baumaterial und für Handwerker. Die Lage beim Baumaterial hat sich zwischenzeitlich leicht entspannt, aber die Preise sind zum Teil noch weit vom Vor-Corona-Niveau entfernt. So ist zum Beispiel der Holzpreis aktuell (März 2022) drei- bis viermal so hoch wie 2019, was vor allem für die Fertighausanbieter ein große Herausforderung ist. Wie sich die Lage und die Hauspreise konkret entwickeln, hängt auch von weiteren, recht unwägbaren Faktoren ab wie Lieferkettenproblemen zum Beispiel. Manchmal reichen Ausfälle von wenigen Fabriken, um weltweit für Engpässe zu sorgen, wie bei den Sägewerken, die eine große Rolle beim Bauholzmangel 2021 spielten. Und nicht zuletzt sind Folgen des Ukraine-Krieges zu erwarten wie weiter steigende Energiepreise, zusätzlicher Inflationsdruck und Störungen diverser Lieferketten.

Zusammengefasst: Wir als das führende Hausbauportal erwarten unter dem Strich auch für 2022 moderat steigende Hausbaupreise, aber weniger zunehmend als in letzten zwei Jahren.

Und das führt zu unserer Empfehlung:

Expertentipp von Patryk Moretto

Expertentipp

von Patryk Moretto, Geschäftsführer Musterhaus.net

Jetzt bauen. Und zwar je schneller, desto besser!

Die Preise fürs Hausbauen werden sich nicht mehr nach unten bewegen, sondern mittelfristig weiter steigen, wenn auch nicht mehr so stark wie 2020 und 2021 (eine aktuell „normale“ Inflation von 2-3 Prozent vorausgesetzt).
Auch wenn die überteuerten Baustoffpreise wieder etwas gefallen sind, werden die Hauspreise deshalb nicht sinken, da die Hausbaufirmen diese Preissenkungen zum großen Teil nicht einpreisen werden. Zudem bewegen sich die Zinsen weiter nach oben, wobei die Bauzinsen im mittelfristigen Vergleich immer noch niedrig sind.

Wenn Sie also noch unentschlossen sein sollten und auf „günstigere Zeiten“ hoffen: diese werden nicht (mehr) kommen. Deshalb raten wir Ihnen: Falls Sie so oder so bauen möchten und über einen ausreichenden Anteil Eigenkapital verfügen, dann gilt: am besten jetzt, 2022 bauen, und zwar je schneller, desto besser!
Es empfehlen sich bei der Finanzierung möglichst lange Laufzeiten, um das Zinsänderungsrisiko zu minimieren. Und achten Sie darauf, beim Kaufvertrag Bauzeitgarantie und Festpreisgarantie zu vereinbaren, wobei die Festpreisgarantie länger sein muss als die Bauzeitgarantie.

Wird Hausbauen wieder günstiger?

Zunächst einmal ist klar, dass sinkende Preise auf mehrere Jahre ausgeschlossen sein werden. Ausnahmen könnten, wenn überhaupt, die extrem teuren Regionen wie München, Hamburg oder Baden-Württemberg sein. Insofern lässt sich ganz klar sagen, dass Bauen auf mittlere bis lange Sicht grundsätzlich nicht wieder günstiger werden wird. Wie schnell sich der Preisanstieg auf normales, marktübliches Niveau einpendelt, hängt besonders ab von den Preisen für Baumaterial, der Verfügbarkeit von Handwerkern – und den Zinsen. Plus der weltpolitischen Lage. Aktuell deutet sich ein Abbremsen der Preisspirale an. Trotzdem bleibt die Nachfrage weiterhin hoch.

Zinsprognose 2022: Weiterer leichter Anstieg

Die momentane Zinsentwicklung ist eine spannende Sache. Denn einerseits werden die aktuell leicht steigenden Zinsen für Baufinanzierungen die Preisentwicklung etwas dämpfen, sagen Experten. Andererseits werden steigende Zinsen und weggefallende Fördermittel natürlich die Finanzierung für einige Baufamilien erschweren und diese könnten möglicherweise von dem geplanten Hausbau erst einmal absehen. Anfang 2022 liegen die Bauzinsen bereits rund 50 Prozent höher als 2020 – wohlgemerkt auf Basis des sehr niedrigen Ausgangsniveaus. Alleine 2022 sind die Zinsen innerhalb von zwei Monaten um 0,5 Prozent gestiegen. Aktuelle Prognosen, z.B. der Finanzexperten von Dr. Klein oder Interhyp, sehen tatsächlich eine weitere leichte Zinserhöhung. Dies liegt vor allem an erwarteten Interventionen der US-Notenbank, eventuell auch der EZB. Hier spielt wiederum auch die hohe Inflation eine Rolle (siehe hierzu auch den nächsten Punkt). „Die Zinswende beim Baugeld ist bereits angekommen“, meint Interhyp, und rät zum „intensiven Zinsvergleich, da finanzierende Institute Zinserhöhungen in verschiedener Geschwindigkeit weitergeben.“

Was ist mit der hohen Inflation – sind Immobilien sicher?

Nach einer Inflation von 3,1 Prozent im Jahr 2021 stieg diese zuletzt, Stand März 2022, auf über 5 Prozent an. Die höheren Preise machen sich bei allen Menschen im Portemonnaie bemerkbar. Vor allem Energie ist sehr teuer geworden, auch Logistik sowie viele Rohstoffe. Die EZB dürfte deshalb in naher Zukunft etwas gegensteuern, was indirekt die Zinsen erhöhen würde. Die meisten Finanzexperten sind bis zum Ausbruch der Ukraine-Krise eigentlich davon ausgegangen, dass sich die Inflation im Laufe des Jahres um zwei Prozent herum einpendeln wird. Doch aufgrund der Krise treiben die extrem hohen Energiekosten die Inflation weiter an – es scheint, als „sei die Inflation gekommen um zu bleiben“.

Für alle, die eine hohe Inflation fürchten, sind Sachwerte wie Immobilien generell eine gute Lösung als Anlagealternative zum Ersparten, bieten sie doch in der Regel einen guten Inflationsschutz. Etwas vereinfacht heißt das für selbstgenutzte, gut erhaltene Immobilien: Als Eigentümer hat man zum einen nichts mit steigenden Mieten zu tun. Und zum anderen steigt der Marktpreis der Immobilie mit der Inflation. Doppelt lohnt es sich sogar, wenn die Immobilie finanziert wurde, denn der Kredit mit festgeschriebenem Zins nimmt durch Inflation sogar ab – der Nennwert bleibt gleich, aber der reale Wert der Schulden sinkt.

Der etwas altbackene Ausdruck vom „Betongold“ hat also durchaus seine Berechtigung. Der kleine Haken daran: Genau diese Entwicklung heizt die Nachfrage nach Immobilien tendenziell wiederum zusätzlich an, falls das Angebot nicht parallel steigen sollte, wonach es im Moment aufgrund der beschriebenen Umstände aussieht.

Fazit – Unsere Empfehlung: Wenn man entschlossen ist zu bauen, dann besser jetzt, als auf „günstigere Zeiten“ zu warten. Der Bau eines Hauses lohnt weiterhin unter bestimmten Voraussetzungen:


Wenn wir all die genannten Dinge zusammenfassen, kommen wir zu der Einschätzung, dass man – natürlich unter Anbetracht der jeweiligen individuellen Situation – generell lieber jetzt bauen sollte, als z.B. nächstes Jahr, sofern die Rahmenbedingungen stimmen.

Man sollte jetzt bauen…

  • Weil die Zinsen bereits im Aufwärtstrend sind und sich jede weitere, zu erwartende Zinssteigerung in der Finanzierung schnell bemerkbar machen kann. Bei einem Darlehen von 400.000 Euro bedeutet eine Zunahme des Sollzinses um 0,5 Prozent einen Mehraufwand von 16.800 Euro in zehn Jahren.
  • Wenn Eigenkapital vorhanden ist, mindestens 15-20 Prozent. Je älter Sie sind, desto mehr sollten sie „auf der Kante haben“ und ins Eigenheim investieren.
  • Wenn dort, wo man bauen möchte, die Grundstücke noch bezahlbar sind.
  • Wenn Sie bis spätestens zur Rente mit der Finanzierung fertig sind.
  • Wenn die Finanzierungsrate zum Einkommen passt.
  • Wenn Sie Selbstnutzer der Immobilie sind. Das Institut der Deutschen Wirtschaft DIW erstellt jährlich eine sogenannte Selbstnutzerkostenrechnung, bei der die Kosten der Eigennutzung einer gekauften Immobilie mit denen eines Mieters verglichen werden. Demnach ist es in fast ganz Deutschland ratsamer, eine Immobilie zur Selbstnutzung zu kaufen, statt im selben Ort zur Miete zu wohnen. Der größte Vorteil bzw. Nutzen ist das mietfreie Wohnen ab dem Zeitpunkt, wenn das Haus abbezahlt ist.
In jedem Fall sollten Sie ihr Vorhaben noch einmal intensiv mit einem erfahrenen Baufinanzierungsberater besprechen - und aktuell Konditionen noch genauer vergleichen als eh schon.

Übrigens: Für alle, die immer noch überlegen, ob sie ein Haus bauen sollen oder nicht, haben wir in einem weiteren Rategeber (vor Corona) die Top 10-Gründe für einen Hausbau zusammengefasst – reinlesen lohnt sich immer noch!

Unser Tipp zum Schluss: Wenn Sie sich tatsächlich entscheiden sollten, jetzt noch zu bauen – wir haben die passenden Häuser! In unserem Hausfinder gibt es über 2.000 Häuser mit Bildern, Grundrissen und Preisen.
Mehr zu: Bauen
Schlagworte: bauen, Baufinanzierung, Hausbau

Diesen Artikel teilen

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen:
(4.1 Sterne aus 25 Stimmen)

Sie haben noch nicht Ihr Traumhaus gefunden?

Hier sind unsere neun beliebtesten Häuser – einfach Infomaterial gratis anfordern!


Finden Sie weitere Häuser regionaler Anbieter

PLZ eingeben, mehr entdecken!

Alle Häuser


Verwandte Artikel

Weitere interessante Artikel aus dem Hausbau-Ratgeber die zum Thema passen

gemeinsam-bauen-teaser
Gemeinsam bauen

Der Hausbau zählt nicht nur zu den fundamentalsten Ereignissen im Leben, sondern steht symbolisch für Selbstbestimmtheit, Unabhängigkeit ...

Wie viel Haus kann ich mir leisten?
Wie viel Haus kann ich mir leisten?

Einer der wichtigsten Schritte zum Eigenheim ist dabei die Finanzierung. Viele Bauinteressierte wissen gar nicht, wie ihr persönlicher ...

Grundflächenzahl: Welche Bedeutung hat die GRZ für Käufer und Verkäufer von Grundstücken?
Grundflächenzahl: Welche Bedeutung hat die GRZ für Käufer und Verkäufer von Grundstücken?

Ein Faktor, der den Verkaufspreis eines Grundstücks beeinflusst, ist die Grundflächenzahl (GRZ). Wir erklären wie Sie die GRZ berechnen ...

Wie Sie Kostenfallen beim Hausbau vermeiden
Wie Sie Kostenfallen beim Hausbau vermeiden

Da Immobilien und Grundstücke heute viel Geld kosten, ist es umso wichtiger den finanziellen Aufwand gering zu halten und beim Hausbau ...

GRATIS KATALOGE