Die Fußbodenheizung: Große Vorteile, kleine Nachteile

Mehr Wohnkomfort dank Fußbodenheizung:
Kalte Füße, adé!

Vor allem in der kalten Jahreszeit weiß man sie zu schätzen: Die Fußbodenheizung hält das Haus gleichmäßig warm und sorgt für wohltemperierte Füße. Neben dem Wohlfühlfaktor können die Flächenheizungen im Boden auch bei den Kosten und der Energieeffizienz gegenüber klassischen Heizkörpern punkten und so manche Vorurteile widerlegen.

Diese repräsentative Umfrage eines großen Energieanbieters lässt Besitzer einer Fußbodenheizung wahrscheinlich nur müde lächeln: Dicke Socken, eine Decke oder die Wärmflasche sind tatsächlich die bevorzugten Warmhalter der Deutschen gegen kalte Füße. Dabei wussten sogar schon die alten Römer, wie man die eigenen vier Wände ganzjährig sogar zur Barfußzone machen kann – mit einer Fußbodenheizung.

Die Fußbodenheizung ist in Deutschland voll etabliert: Jede zweite neu eingebaute Heizung spendet Wärme direkt aus dem Boden – Tendenz steigend. Warum sich immer mehr Bauherren für die Fußbodenheizung entscheiden, zeigt der Blick auf Vorteile und Nachteile gegenüber Heizkörpern.

Weil Wärme nicht gleich Wärme ist:
Höherer Wohlfühlfaktor

Fragt man Besitzer einer Fußbodenheizung nach dem größten Unterschied, berichten die meisten von höherem Wohlbefinden und angenehmerem Raumklima. Entscheidend dafür sind vor allem die niedrigen Termperaturen und die besondere Verteilung der Wärme, weiß der Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen (BVF):

Je niedriger die Temperatur der Heizfläche und je höher der Anteil der Strahlungswärme, desto größer ist die thermische Behaglichkeit

Zudem wird durch das gleichmäßigere Temperaturprofil eine unangenehm starke Luftzirkulation und -bewegung verhindert. Man hat somit warme Füße und einen kühlen Kopf – statt umgekehrt. Die fehlenden Luftströme verursachen außerdem weniger Transport und Verwirbelung von Staub. Und nicht nur das: Da die Böden großflächig erwärmt und von Feuchtigkeit befreit werden, haben es Bakterien und ganz besonders Hausstaubmilben schwer – vor allem Allergiker können im wahrsten Sinne aufatmen.

Einbau nicht teuerer als von Heizkörpern

Eine weit verbreitete Meinung ist, dass Fußbodenheizungen zu teuer seien. Ein Vergleich von 40 Heizungsfachbetrieben im Auftrag des BVF konnte jedoch zeigen, dass eine Fußbodenheizung nicht kostspieliger sein muss als eine Radioatorheizung. Die Material- und Arbeitskosten sind demnach etwa gleich, die einkalkulierte, etwas aufwändigere Dämmung von unten (Wärme- und Trittschalldämmung) kann den Preis aber im Vergleich etwas erhöhen. Da die Preise aber generell von Anbieter zu Anbieter deutlich variieren, ist es äußerst empfehlenswert, stets von mehreren Unternehmen Angebote einzuholen. Wie hoch die Kosten tatsächlich sind, hängt ab vom gewählten System. Experten kalkulieren für ein Nasssystem, je nach Raumgröße, mit Preisen ab 50 Euro pro Quadratmeter.

Betriebswirtschaftlicher und effizienter

Einen Vorteil haben Fußbodenheizungen, die in der Regel aus wasserführenden Kupfer- oder Kunststoffleitungen unter dem Estrich bestehen, auch bei den laufenden Betriebskosten. Denn ihnen reichen schon niedrigere Betriebstemperaturen von 30 bis 35 Grad, während Radiatoren aufgrund ihrer kleineren Oberfläche hohe Vorlauftemperaturen von 50 bis 60 Grad benötigen, um die gleiche Heizleistung zu erzielen. Das bedeutet eine hohe Energieeffizienz: Aufgrund von weniger Verteilverlusten wird die Wärme effizienter genutzt als bei konventionellen Heizkörpern. Und da die Wärme direkt an die Füße abgegeben wird, kann die Raumtemperatur niedriger liegen als bei Radiatoren – bei gleicher „gefühlter“ Temperatur für die Hausbewohner. Das Ergebnis: Etwa zehn bis zwölf Prozent der Energiekosten lassen sich so sparen.

Installation einer Fußbodenheizung

Installation einer Fußbodenheizung

Auf den Bodenbelag kommt es an

Grundsätzlich sind alle gängigen Bodenbeläge für eine Fußbodenheizung geeignet – manche allerdings mehr, manche weniger. Wichtig ist, dass der Bodenbelag die Wärme des Warmwassers möglichst gleichmäßig speichern und abgeben kann. Optimal sind deshalb keramische Fliesen oder Natursteine. Wärmedämmende Materialien hingegen, etwa Kork oder bestimmte Teppiche, sind nur teilweise als Nutzschicht geeignet, da recht viel Wärme nach unten abwandert. Bei Laminat oder Parkett kommt es auf viele Details an, von der Art des Holzes bis hin zur konkreten Verarbeitung auf dem Boden. Doch Bauherren, die selbst Hand anlegen wollen, brauchen keine Sorge zu haben: Geeignete Teppiche, Laminat- und Parkettböden sind in der Regel klar als solche gekennzeichnet. Und eine passende Berechnung der Heizleistung durch Fachleute sorgt für optimale Ergebnisse bei jedem Belag.

Nachrüsten ist einfacher geworden

Am einfachsten ist es, eine Fußbodenheizung direkt beim Neubau einzuplanen. Hier wird meist das konventionelle nassverlegende System mit Fließ-Estrich verwendet. Dabei werden die Rohre vollständig und ohne Lufteinschlüsse umschlossen – wichtig für die verlustarme Weitergabe der Wärme an den Raum. Das Trocknen dauert jedoch ein bis drei Wochen.

Sollte man sich doch erst nachträglich für die Fußbodenheizug im Eigenheim entscheiden, gibt es mittlerweile Produkte, die es nicht mehr nötig machen, den vorhandenen Estrich anzubohren oder aufzureißen. Man kann Aufwand und Einbauzeit deutlich verkürzen, indem man ein Dünnschicht- beziehungsweise Noppensystem verwendet. Hierbei wird direkt auf den Bodenbelag eine dünne Noppenplatte geklebt, in welche die Heizungsrohre eingedrückt werden. Anschließend wird der Estrich aufgetragen; aufgrund der flachen Konstruktion beträgt die Aufbauhöhe gerade einmal eineinhalb Zentimeter.

Fußbodenheizung mit Fließ-Estrich

Das konventionelle nassverlegende System mit Estrich.

Fußbodenheizung mit Noppensystem

Noppensysteme können den nachträglichen Einbau deutlich beschleunigen und sind extrem flach.

Noch flacher sind elektrische Fußbodenheizungen, die aber nur partiell und nicht als Vollheizungen geeignet sind. Hier kommen anstatt der Heizrohre Heizmatten zum Einsatz, die direkt unter dem Bodenbelag verlegt sind.

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Größte Nachteile:
Thermische Trägheit und Wartungsaufwand

Einen offensichtlichen Nachteil haben Fußbodenheizungen gegenüber Heizkörpern allerdings schon. Sie sind aufgrund der großen Fläche des Bodens träger, das heißt, es dauert länger einen Raum aufzuheizen oder die Temperatur abzusenken. Spontane Temperaturwechsel sind also nicht möglich. Kommt es durch sonnige Stunden und große Fenster zu zusätzlicher Wärme im Raum, kann es rasch zu warm werden.

Auch nachts schnell die Temperatur zu senken, ist schwierig. Eine Abkühlung der Bodenfläche kann einen Tag dauern. Neueste Fußbodenheizungen sind deshalb mit einem Selbstregeleffekt ausgestattet, der die Wärmeabgabe an die aktuelle Raumtemperatur kontinuierlich anpasst.

Kritisch kann es auch werden, wenn größere Reparaturen anstehen. Zwar haben die modernen Kunststoffrohre eine lange Lebensdauer, da das Heizungssystem materialschonend mit niedriger Temperatur und schwachem Druck betrieben wird. Dennoch kann sich im Laufe der Zeit Schmutz in den Leitungen ansammeln und eine zeit- und kostenintensive Reinigung nötig werden. Noch teurer wird es, wenn der Boden geöffnet werden muss für eine Reparatur oder gar einen Austausch der Rohre. Dies kommt aber recht selten vor.

Ein weiteres hartnäckiges Vorurteil ist hingegen entkräftet worden: Dass die Wärme einer Fußbodenheizung „dicke Füße“, also Venenleiden, begünstige. Moderne Fußbodenheizungen sind aufgrund ihrer niedrigen Temperaturen aus medizinischer Sicht unbedenklich und es gibt keine Studie, die das Gegenteil beweist.

Vorteile und Nachteile der Fußbodenheizung

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Vorteile

  • Niedrigere Betriebskosten
  • Gleichmäßigere Wärmeverteilung
  • Besseres Raumklima
  • Für die meisten Bodenbeläge geeignet
  • Hohe Energieffizienz u. Umweltfreundlichkeit
  • Mehr räumliche Gestaltungsfreiheit
  • Bessere Sauberkeit u. Hygiene

Nachteile

  • Trägheit: Keine spontane Temperaturregelung möglich
  • Größerer Aufwand bei Reparaturen (Austausch von Leitungen) und Wartung
  • Niedrige Luftfeuchtigkeit kann u.U. Massivholzmöbel schädigen

Fazit:


Fußbodenheizung lohnt beim Neubau

Wer einen Neubau und die zugehörige Heizungsanlage plant, kann mit einer fachgerecht installierten Fußbodenheizung nichts falsch machen, da die Vorteile klar überwiegen. Sie ist komfortabler und die Strahlungswärme von unten ist gemütlicher und gesünder. Man behält den sprichwörtlich kühlen Kopf und nicht nur Frauen, die tatsächlich körperlich bedingt schneller frieren, freuen sich über dauerhaft warme Füße.

Auch von der finanziellen Seite spricht einiges dafür: Der Einbau kostet in etwa das gleiche oder wenig mehr als eine konventionelle Anlage mit Heizkörpern, dafür sind die Energiekosten niedriger. Und: Sie eignet sich gut für regenerative Energiequellen und ist deshalb umweltfreundlich. Abwägen sollte man genau, welchen Bodenbelag man wählt, um das Maximum an möglicher Wärme im Raum zu haben.


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