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Der Schallschutz im Fertighaus: Besser als gedacht

Fast jedes vierte neu gebaute Haus in Deutschland ist mittlerweile ein Fertighaus. Dennoch halten sich zu Fertighäusern einige Mythen, die längst als überholt gelten. „Kein Keller und schlechte Schalldämmung“ sind zwei der ältesten Klischees. Tatsächlich fragen sich auch heute noch einige künftige Hausbesitzer, ob ein Fertighaus genauso schalldicht ist und genauso viel Schutz vor Lärm bietet, wie ein klassisch gemauertes Haus.

Angesichts der offensichtlich leichteren Baumaterialien ein nicht ganz unbegründeter Gedanke, mag man denken. Doch unser Ratgeber zeigt, dass der Schallschutz in modernen Fertighäusern (in Holzständer- oder Holztafelbauweise) bei richtiger Planung und Ausführung ähnlich gut sein kann, wie in vielen gemauerten Häusern. Oder teilweise sogar noch besser.

Das Wichtigste zum Schallschutz im Fertighaus auf einen Blick:

  • Mit diversen Schallschutzmaßnahmen und speziellen Baustoffen werden vor allem Luftschall und Trittschall in modernen Fertighäusern gut „eingedämmt“
  • Entscheidend sind besonders die Konzeption und bauliche Ausführung von Wänden, Treppen, Decken, Böden sowie Türen und Fenstern
  • Die Fertighausanbieter haben eigene Schalldämm-„Systeme“ entwickelt, d.h. speziellen Wandaufbau und eigene Werkstoffe, die meist hochgradig schallschützend sind
  • Damit stehen moderne Fertighäuser in Sachen Schallschutz Massivhäusern kaum nach
  • Komplett auf Nummer Sicher geht man, wenn man „besseren“ Schallschutz, der über die Mindestanforderungen der Norm hinausgeht, zusätzlich im Bauvertrag vereinbart – bzw. die bestmögliche Ausführung von Wänden und Decken bei der Bemusterung wählt

Was meint „Schallschutz“ eigentlich?

Bevor wir uns konkret dem Schallschutz im Fertighaus widmen, wollen wir uns kurz mit den Grundlagen zum Thema Schallschutz beschäftigen. Was ist damit eigentlich genau gemeint?

Zunächst einmal: Natürlich bedeutet „Schallschutz“ an sich keinesfalls eine komplette Abschottung von Geräuschen, also völlige und absolute Ruhe im Eigenheim. Vielmehr dienen Schallschutz-Maßnahmen der Reduzierung von Lärm auf ein im Alltag vertretbares Niveau.

Verbindliche Regeln für die „Mindestanforderungen an die Schalldämmung von Bauteilen“ finden sich in den Vorgaben der Schallschutznorm DIN 4109. Gleich im ersten Abschnitt der Norm 4109 wird definiert, dass die Menschen vor „unzumutbaren Belästigungen durch Schallübertragung“ in Aufenthaltsräumen geschützt werden sollen.

In Beiblatt 1 sind dann die geforderten Mindest-Schalldämmwerte der Bauteile im Detail in Dezibel (dB) aufgeführt, für Wände und Türen (Luftschall) sowie Decken und Treppen (Trittschall). Kritiker bemängeln allerdings seit Jahren, dass die Mindestanforderungen der DIN 4109 nicht mehr zeitgemäß seien und nicht dem aktuellen Stand der Technik entsprechen würden, insbesondere für Eigentumswohnungen und Reihenhäuser sei besserer Schallschutz nötig (im Einfamilienhaus bleibt man ja sozusagen mit seinen Geräuschen unter sich).

Im Beiblatt 2 der DIN-Norm gibt dann noch zusätzliche Empfehlungen für einen erhöhten Schallschutz – diese Werte sind empfehlenswerter und für viele Baufirmen und Baufamilien mittlerweile das Maß der Dinge.

Geräusche und Lärm – was Schall physikalisch bedeutet

Dass Lärm nicht nur stört, sondern auch ungesund ist, weiß mittlerweile jeder. Doch wie entstehen die Lärmbelästigungen durch unerwünschten Schall überhaupt?

Schall ist eine Form von „wandernder“ Energie und breitet sich in Wellenform aus, in der Luft oder eben in festen Körpern wie Böden oder Wänden.

Unterschieden wird generell zwischen

  • Luftschall: Geräuschen, die über die Luft übertragen werden, z.B. aus anderen Räumen oder von außen, etwa Verkehr, Straßenlärm
  • Trittschall: Erzeugt durch Bewegung, z.B. Schritte oder Stühlerücken – wird über Boden, Wände, Decke und Treppen geleitet
  • Körperschall: Ausbreitung erfolgt über Schwingungen in den Wänden, erzeugt z.B. durch Wasserrohre, Türschlagen oder ähnliches

Ob und wie gut der Schall übertragen wird, hängt vom jeweiligen Medium ab, in dem sich die Schwingungen ausbreiten. Als Übertragungsmedium für Schall ist für uns insbesondere die Luft wichtig, denn über sie nehmen unsere Ohren überhaupt den Schalldruck als Geräuschentwicklung wahr. Doch die Schallgeschwindigkeit in anderen Körpern (z.B. Stahl) kann sehr viel höher sein als in der Luft oder im Wasser. Daher spielen die verwendeten Bau- und Werkstoffe eine wichtige Rolle bei der Weiterleitung von Schall.

Auf die Entkopplung kommt es beim Schallschutz an

Grundsätzlich kann Schall nur übertragen werden, wenn eine Kopplung zwischen Schallquelle und Endpunkt vorhanden ist. Deswegen könnten wir beispielweise im luftleeren Raum auch nichts hören. Der Schalldruckpegel, den wir als Lautstärke akustisch wahrnehmen, wird in der Maßeinheit Dezibel (dB) ausgedrückt. Für normale Wohnräume wird ein Durchschnittswert von 40 dB angegeben. Bei 100 dB empfinden wir die Lautstärke meist als sehr unangenehm, die Schmerzgrenze ist bei etwa 120 dB erreicht.

Das Luftschalldämm-Maß R wiederum legt fest, um wieviel dB der Schallpegel durch die entsprechende „Maßnahme“ gesenkt werden soll. Es entspricht der Differenz zwischen dem Schallpegel im „Senderaum“ und dem Pegel in jenem Raum, wo der Schall ankommt. Schreibt die DIN-Norm also beispielsweise für eine Wand eine Mindest-Schalldämmung von R= 52 dB vor, soll diese Wand 52 dB „absorbieren“.
Stichwort Entkopplung: Eine dicke Betonwand eines Massivhauses kann wegen ihrer Masse beispielsweise gut vor Außengeräuschen schützen. Ist sie jedoch aufgrund der Bauweise an die Schallquelle gekoppelt (etwa über Stahlträger oder das Erdreich selbst), kann etwa Schall einer viel befahrenen Straße ins Gebäude eindringen. Dann spricht man von einer Schallbrücke. Vorteil der Fertighäuser ist hier Ihre Bauweise. Der mehrschichtige Wand- und Deckenaufbau ist für den Schallschutz optimal.

Wie entkoppelt man vom Schall?

Eine komplette Abkopplung wird man im Alltag nicht erreichen – und das ist auch nicht notwendig. Vergleicht man aber etwa die Ausbreitung des Schalls in einem leeren Raum (z. B. bei der Renovierung) mit dem Geräuschniveau eines möblierten und mit Teppichen ausgestatteten Raumes, wird das Prinzip deutlich. Schon durch einfache Einrichtungsmaßnahmen lässt sich der Außenschall reduzieren, indem man etwa einen großen Kleiderschrank vor die Außenwand stellt. Solange man diesen nicht direkt mit der Wand in Kontakt bringt (etwa durch Festschrauben), bleibt der Schrank vom Schall entkoppelt und wirkt schalldämpfend. Das ist das Prinzip jeder Schalldämmung.

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Ruhe bitte! Maßnahmen für guten Schallschutz im Fertighaus

Die meisten Fertigbaufirmen setzen für die Schalldämmung auf eigenentwickelte und durchdachte Baustoffe und Wandaufbauten, die einen hohen Dämpfungsgrad haben und sehr gute Schalldämmwerte aufweisen. Grundsätzlich sollte Schallschutz immer oberhalb von 40 dB anfangen.

Worauf sollte man besonders achten, um Schall zu minimieren?

Wände

In Häusern in Holz-Tafelbauweise dürfen Außengeräusche bis zu 65 Dezibel nur stark vermindert hörbar sein Gut, dass der Schallschutz beim Fertigbau – trotz Leichtbauweise – sehr effektiv umgesetzt werden kann. Den Außenwänden fällt die Hauptrolle beim Schutz vor Lärmentwicklung von außen zu. Ihre Materialbeschaffenheit ist hierfür ausschlaggebend: Denn gerade aufgrund ihres mehrschaligen Aufbaus können die Fertighaus-Wände durchaus mit massiven Außenmauern konkurrieren – oder diese sogar toppen. So ist es kein Geheimnis, dass gewisse Steinarten wie Porenbetonsteine oder Leichtbetonsteine (Hohlblocksteine/ Blähton) aufgrund ihrer Zusammensetzung und geringen Masse einen nicht so guten Schallschutz bieten, hier wäre eine Fertighauswand sogar von Vorteil. Hinzu kommt, dass die Fertighausaußenwand in der Regel deutlich dünner ist, so dass man obendrein von mehr Wohnfläche profitiert.

Die meisten Fertigbaufirmen setzen auf eigenentwickelte und durchdachte Baustoffe und Wandaufbauten, die einen hohen Dämpfungsgrad haben und sehr gute Schalldämmwerte aufweisen. Übrigens: Auch den strengen Vorgaben für Hausstandorte an Hauptverkehrsstraßen werden Fertighaus-Außenwände mit R-Werten von 35 bis 60 dB (doppelschaliges, doppelbeplanktes Holzständerwerk) in der Regel gerecht.

Der Schallschutz-Grad bei Innenwänden hängt ab von der Anzahl der Lagen bei der Beplankung, von der jeweiligen Art der Hohlraumdämmung und vom Schalenabstand, also der „Gefachtiefe“.

Fenster und Türen

Unterbrochen wird die Schalldämmung generell überall dort, wo Türen und Fenster verbaut sind. Hier muss auch in einem Fertighaus der Schallschutz durch qualitativ hochwertige Lösungen sichergestellt werden (z.B. Doppelglas, schalldämmende Türen etc.). Gerade Türen dienen auch innerhalb eines Hauses leider häufig als Schallbrücke, über welche Gespräche, Musik oder ähnliche Geräuschkulissen deutlich zu vernehmen sind. Sie müssen deshalb am Boden möglichst gut abgedichtet sein, vorteilhaft ist generell auch eine relativ schwere Tür, da mehr Masse auch hier mehr Schallschutz bietet.

Über die Fenster hingegen nimmt man den Lärm von draußen wahr. Moderne doppelt oder dreifachverglaste Schallschutzfenster mit bis zu 50 dB Dämm-Maß überzeugen auch beim Fertighaus mit hoher Dämmung. Zusätzlich sind gedämmte Rollkastenläden zu empfehlen, die für weiteren Schallschutz sorgen.

Decken, Zwischendecken und Boden

Bei den typischen Holzbalkendecken des Fertigbaus ist vor allem der Trittschall, aber auch der Luftschall ein Thema. Besonders dann, wenn man keinen Teppichboden verlegen, sondern Hartböden nutzen möchte, ist deshalb ein ausreichender Trittschallschutz unverzichtbar. Bei Laminat und Parkett gibt es bewährte Mittel, um zusätzlichen Trittschallschutz zu verbauen. Sehr verbreitet ist der sogenannte „schwimmende Estrich“, der in ein zuvor angelegtes Trittschallschutzbett gegossen wird, welches Decke und den Estrich voneinander trennt. Wichtig dabei ist, dass der Estrich keinen Kontakt mit der Wand haben darf, um die Entstehung einer Schallbrücke zu vermeiden. Empfehlenswert ist auch zudem eine Verstärkung der unteren Deckenschale mit Bauplatten. Während die meisten Fertighausbaufirmen von Haus aus mit Dämmung gefüllte Holzdecken mit guten Schallschutzwerten anbieten, ist es oft möglich, auch spezielle, noch besser dämpfende bzw. verstärkte Schallschutzdecken gegen Aufpreis zu erhalten.

Rohre und Leitungen

Nicht zu vergessen beim Schallschutz im Fertighaus: eine adäquate Schallisolierung von Rohren und Leitungen in Wänden, Decken und Böden. Der hier entstehende Körperschall (z. B. durch Duschen oder der Betätigung der Klospülung) kann sich nämlich auf das ganze Haus übertragen. Viele Leitungen lassen sich aber bereits beim Bau effektiv durch zusätzliche Dämmung (Ummantelung) und spezielle „Installationswände“ entschärfen. Wichtig ist, dass die Leitungen keinen unmittelbaren Kontakt zum Bauwerk haben, aber das haben die Fertigbaufirmen selbstverständlich schon eingeplant. So rauben einem klappernde Armaturen, rauschende Rohre und tropfende Wasserhähne nicht den Schlaf.

Treppen

Oft benutzte, gar knarzende Treppen können Bewohner stark stören. Hier spielt nicht nur der Trittschall eine Rolle, sondern auch wieder die Funktion als Schallbrücke. Innentreppen sind nämlich meist ungedämpft an Böden und Decken befestigt und können je nach Konstruktionsweise auch noch in sich selbst schwingen. Die Lösung können spezielle dämpfende, „elastische“ und entkoppelnde Treppenlager sein, um die Lärmentwicklung wirksam zu reduzieren. Außerdem lassen sich natürlich schalldämpfende Treppenbeläge auslegen.

Einrichtung

Eine simple Maßnahme für verbesserten Schallschutz sind weiche Materialien im Bereich der Inneneinrichtung. Teppiche, Vorhänge, Stoffe, möglichst voluminös, absorbieren Schallwellen effektiv. Auch große Möbel dämmen als „Lärmbarriere“ gut, solange sie nicht direkt mit Boden und Wand gleichzeitig verbunden sind.

Tipp: Extra-Schallschutz vereinbaren
Laut Verband privater Bauherren ist es oft so, dass Baufirmen in der Standard-Ausführung lediglich Schallschutz nach DIN 4109 anbieten. Besseren Schallschutz sollten nach Meinung der Experten vor allem lärmempfindliche Menschen extra vereinbaren: „Alle gewünschten Maßnahmen müssen allerdings vor Vertragsabschluss geplant, vereinbart und in den Bauvertrag aufgenommen werden." Die Beratung erfolgt am besten durch einen unabhängigen Experten, etwa einen Bauingenieur. „In jedem Fall müssen die Bauherren den erhöhten Schallschutz ausdrücklich verlangen und in den Vertrag verhandeln", rät der VPB.
Worauf Sie beim Schallschutz achten sollten

Fazit: Guter Schallschutz im Fertighaus ist kein Hexenwerk

Grundsätzlich gibt es zahlreiche Faktoren, die über die Schallschutzeigenschaften eines Gebäudes entscheiden. Neben der Bauweise und der Lage des Hauses (verkehrsreich oder eher ruhig), sind die Konzeption und bauliche Ausführung der Wände, Treppen, Decken und Böden sowie die Ausstattung mit gut schallgedämmten Türen und Fenstern die wichtigsten Aspekte, die zu bedenken sind. Hier ist man mit unseren oben genannten Tipps gut beraten. Die weitverbreitete Ansicht, dass die Schalldämmung bei der Massivbauweise generell besser ist, kann nicht pauschal bestätigt werden – Leichtbausteine wie Porenbeton zum Beispiel schneiden oft schlechter ab. Der Schallschutz bei Fertighäusern kann trotz der Holz-Leichtbauweise nach unserer Erfahrung mit vielen Massivhäusern mithalten, besonders deshalb, weil Wände, Decken und Böden sich aufgrund der mehrschaligen Bauweise effizienter von Schallbrücken entkoppeln lassen.

Tipp zum Schluss: Wie gut es um den Schallschutz im Traum-Fertighaus der Wahl tatsächlich bestellt ist, kann man am besten bei einem Termin im Musterhaus persönlich testen. Einfach mal ausprobieren und die Ohren aufhalten: In Deutschland warten mehr als 1.000 Musterhäuser darauf, besucht zu werden!
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