Das Satteldach

Satteldach

Das Satteldach, auch Steil- oder Giebeldach genannt, hat sich über Jahrhunderte bewährt und gehört hierzulande noch heute zu den beliebtesten Dachformen. Durch die relativ einfache Dachkonstruktion gibt es diverse Möglichkeiten in puncto Dachneigung, Traufhöhe und Giebel.

Satteldach

Alles eine Frage der Neigung

Zunächst einmal besteht ein Satteldach aus zwei geneigten Dachflächen, die an ihrer höchsten Kante, dem Dachfirst, miteinander verbunden sind. Dadurch liegt das Dach in Form eines Dreiecks auf dem Haus und ragt entweder über die Giebel hinaus oder schließt parallel mit ihnen ab.

Das Satteldach ist sehr witterungsfest und muss im Vergleich zu Dachformen wie dem Flachdach nur selten gewartet werden. Das senkt nicht nur die Baukosten für die Abdichtung, sondern macht auch die Instandhaltung hinterher günstiger.
Die Neigung des Satteldachs kann gut an die regionalen Wetterbedingungen angepasst werden. In Gegenden in denen viel Regen fällt und es häufig windig ist, bietet sich ein steiler Neigungsgrad an, da das Wasser besser ablaufen und die Dachfläche schneller trocknen kann. Wo im Winter häufig Schnee fällt sollte das Dach eine niedrigere Neigung haben, damit der Schnee nicht unkontrolliert abrutscht. In sehr schneereichen Regionen bietet sich daher auch für Caports ein Satteldach an, um Gefahr bei starken Schneefällen zu verhindern.
Neben der Witterungsbeständigkeit ist auch die sehr moderate Hitzeentwicklung im Sommer ein Vorteil des Satteldachs. Zudem können Sonnenkollektoren darauf gut installiert werden, nur muss dabei auf eine günstige Ausrichtung geachtet werden.


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Satteldach: Vor- und Nachteile

Beim Satteldach entscheidet man sich für eine altbewährte und kostengünstige Dachform. Doch neben den Vorzügen gibt es auch hier Nachteile, die nicht außer Acht gelassen werden sollten. Je nach Neigungsgrad gibt es allerdings starke Unterschiede.

Satteldach Vorteile

  • Witterungsbeständig
  • Preisgünstig
  • Weniger wartungsintensiv als manche andere Dachformen
  • Viele Gestaltungsmöglichkeiten (Neigungswinkel etc.)
  • Umweltfreundliche Dacheindeckung mit Naturmaterialien möglich
  • Sonnenkollektoren können meistens problemlos installiert werden

Satteldach Nachteile

  • Durch Dachschrägen weniger Wohnraum im Obergeschoss, Stellfläche ist eingeschränkt
  • Belichtung nur durch Dachfenster möglich

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Am weitesten verbreitet sind Satteldächer mit einem Neigungswinkel von 38 bis 45 Grad. Dabei bleibt genügend Platz um das Dachgeschoss mit guten Belichtungsmöglichkeiten auszubauen. Aber gerade die Möglichkeit, verschiedene Neigungen und Traufhöhen zu bauen, sorgt dafür, dass Satteldächer je nach Geschmack und Region völlig unterschiedlich aussehen.

Satteldächer mit einer Neigung von höchtens 30 Grad werden als flaches Satteldach bezeichnet. Bei 45 Grad spricht man vom neudeutschen Dach, beziehungsweise Winkeldach, und als altfränkisches Satteldach wird eine Neigung von 60 Grad bezeichnet. Das gotische oder auch altdeutsche Dach schließlich hat eine Neigung von 62 Grad.

Winkeldach

Neben den verschiedenen Neigungswinkeln kann ein Bauherr auch zwischen Sparren- oder Pfettendach entscheiden. Beim Pfettendach liegen die Sparren auf waagerechten Pfetten auf und teilen die beiden Dachseiten dadurch quasi in zwei getrennte Systeme.

Zusätzlich benötigt das Dach senkrechte Stützpfosten; dafür können aber problemlos große Dachfenster und Dachgauben eingebaut werden.

Anders verhält es sich beim Sparrendach. Hier werden je zwei Sparren und ein Deckenbalken zu einer Komponente verbunden und die Lasten auf die Außenwände übertragen; waagerechte Stützen sind hier nicht nötig.

Pfettendach

In Norddeutschland galt er einst als Symbol für Reichtum und Erfolg: Der dritte Giebel. Doch jetzt ist dieser Dachtyp auch auf dem Vormarsch in die Mitte und den Süden Deutschlands.

Darf’s noch einer mehr sein?

Der auch als Kapitänsgiebel bezeichnete dritte Giebel ist im Norden Deutschlands schon seit über 100 Jahren zu finden. Früher galt er als Statussymbol, doch immer mehr Bauherren schätzen nun auch seine praktische Seite. „Sie sind beliebt, weil sie zwar von außen konservativ wirken, aber eine moderne Innenarchitektur erlauben“, sagt Christoph Windscheif vom Bundesverband Deutscher Fertigbau in Bad Honnef. Aus diesem Grund sind die Nordlichter zu einem wahren Exportschlager geworden.

Durch einen dritten Giebel entsteht auf einer vorgegebenen Grundstücksfläche mehr Wohnraum, als es bei einem herkömmlichen Satteldach möglich wäre. Das Dachgeschoss wird besser bewohnbar, Treppen und Flure können großzügiger ausfallen und es entsteht ein Raum dort, wo sonst nur schräge Wände sind. Dabei kann es sich um ein zusätzliches Zimmer, ein Bad oder sogar eine kleine Einliegerwohnung handeln.

Satteldach mit drei Giebeln

„Voraussetzung ist ein t-förmiger Grundriss des Daches, auf dessen langer Giebelseite ein gaubenartiger Anbau eingeplant wird“, erläutert Josef Rühle, Geschäftsführer vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks in Köln. „Je steiler das Hausdach, desto höher wird dieser Raum“, sagt Rühle. „Ab einer Dachneigung von 35 Grad erreicht man Kopffreiheit, besser wäre aber etwas mehr.“ Neben der Dachneigung ist das ausgebaute Dachgeschoss auch von der Drempelhöhe abhängig. Der Drempel ist die über die Decke hinaus gemauerte Außenwand, auf der das Dach aufliegt.

Nicht nur von außen ein echter Hingucker

Manche verzichten darauf, unter dem dritten Giebel ein Extrazimmer zu bauen. Stattdessen genießen sie die weitläufigere Optik, die sich daraus im Innenraum ergibt. Oft wird dann im Obergeschoss eine Galerie eingerichtet, von der aus man einen guten Blick auf die untere Etage hat.

Auch von außen wirken Drei-Giebel-Häuser hochwertig und der zusätzliche Giebel wertet die manchmal als langweilig empfundene Traufseite des Hauses auf. Wenn die Bauvorschriften es nicht verbieten, darf so ein Giebel überall gebaut werden und mit anderen Dachformen gedeckt oder farblich abgesetzt werden.

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