Keine Sicherheits-Kompromisse: Das gehört ins Musterhaus

Sicherheits-Checkliste für das Eigenheim

Ein eigenes Haus ist Freiheit – aber zu dieser Freiheit gehört auch, dass man sich in Sachen Sicherheit nicht mehr auf den Vermieter verlassen kann. Und deshalb sollte es bei einigen Gegenständen keine Kompromisse geben.

Einer der Hauptgründe, warum man sich für ein Eigenheim entscheidet, ist doch, dass einem dort kein Vermieter reinreden kann. Bei der Einrichtung tatsächlich ein gewaltiger Vorteil, denn hier kann man sich von Inspirationen und Wünschen lenken lassen. Doch diese Abwesenheit von Einschränkungen bedeutet auch, dass man, quasi als „sein eigener Vermieter“, für Wohl und Wehe seiner vier Wände aufkommen muss. Und gerade weil es mannigfaltige Risiken gibt, sollte man hier weder etwas dem Zufall überlassen, noch am falschen Ende sparen. Die wichtigsten Punkte dieser Sicherheits-Checkliste liefert der folgende Artikel.

Haus-Suche

KATALOG-SUCHE: Wähle deine Bauweise sowie den geplanten Bauort (PLZ) und klicke auf LOS.

Die Pflicht – das gehört in jedes Haus

1. Stichwort Haustür

Glas-Haustüren Sicherheitsrisiko

Viel Glas ist bei Haustüren derzeit sehr beliebt – wird allerdings immer durch ein gewisses Sicherheitsrisiko erkauft.

Bei der Haustüre planen viele Bauherren nach der Maxime „Hauptsache schön“. Natürlich gibt es an dieser Denkweise nichts auszusetzen – doch ist die Tür immerhin die Visitenkarte eines Hauses. Doch sollte sie nicht nur optisch und energetisch passen, sondern auch den Inhalt schützen.

Zwar ist es eine polizeistatistische Tatsache, dass die wenigsten Einbrüche über die Vordertüre ablaufen, das sollte jedoch keine Ausrede sein, auf Minderwertiges zu setzen. Die Polizei selbst empfiehlt, auf einen Mindest-Sicherheitsfaktor entsprechend der Widerstandsklassen RC2 & RC3 zu setzen. Und generell sollte die Verglasung nicht zu großzügig sein. Sogar Sicherheitsglas ist immer anfälliger als eine massive Tür.

2. Stichwort Schloss

Doch was bringt die sicherste Tür, wenn darin ein Schloss vom Discounter steckt? Praktisch gar nichts. Denn in Zeiten, wo „Lock Picking“, also Schlösserknacken, ein Freizeitspaß für Tüftler ist, ist es schon geradezu beängstigend, wenn man sieht, wie schnell sich ein Türschloss überwinden lässt.

Daher sollte beim Türschloss das Beste gerade gut genug sein. Auch Schließzylinder werden normiert, in diesem Falle sind die Sicherheitsklassen B und B+ geeignet – letztere, weil man dabei, um Schlüssel nachmachen zu lassen, einen Identitätsnachweis erbringen muss. Kriminelle haben es so viel schwerer.

3. Stichwort Feuer

In fast allen Bundesländern ist für Neubauten ein Rauchmelder vorgeschrieben. Allerdings haben diese Pflichten einen Nachteil, denn sie schreiben nur vor, dass die Lebensretter in Schlafzimmern und Fluren installiert sein müssen. Grundlage dahinter: Die meisten Brandtoten werden im Schlaf durch Kohlenmonoxid erstickt. Melder in Flur und Schlafzimmer ermöglichen zumindest noch das Verlassen des Hauses. Doch das Gesetz ist nur ein Kompromiss zwischen Kosten und Wirksamkeit.

Brennendes Haus

Nur ein Bruchteil aller Brände bricht nachts aus – diese fordern jedoch die meisten Toten. Nur Rauchmelder können hier wecken und retten.

Optimal wäre es, in jedem bewohnten Raum Rauchmelder anzubringen – und zwar mitten an der Decke, weil sich dort Rauch als erstes sammelt. In der Praxis bewährt hat es sich, zusätzlich zu den vorgeschriebenen Räumen noch Melder in Küche und Wohnzimmer zu installieren – denn beim Kochen entstehen rein statistisch die meisten Brände. Jedoch ist speziell die Küche wegen der mit Dampf und Qualm verbundenen Arbeit darin ein denkbar schlechter Ort für reguläre Rauchmelder. Dort sollte deshalb ein Gerät installiert werden, das sich für eine bestimmte Zeit abschalten lässt und sich nach Ablauf dieser Frist selbsttätig wieder einschaltet.

4. Stichwort Hintertüren und -fenster

Wie schon angeschnitten machen sich die meisten Verbrecher an schlecht einsehbaren Terrassentüren und ebenerdigen Fenstern zu schaffen. Mit Erfolg, denn hier ist meist mit einfachsten Mitteln die sicher geglaubte Verriegelung aufgebrochenund der Weg ins Haus weit offen. Das zu verhindern ist indes einfach. Der Markt bietet diverse Lösungen, die unter dem Oberbegriff „Aufhebelschutz“ firmieren. Immer sind es Elemente, die von innen den Fensterrahmen zusätzlich verriegeln. Will man das Fenster öffnen, muss man sie umstecken oder anderweitig entsperren.

Einbrecher an gekipptem Fenster

Gekippte Türen und Fenster sind kein Hindernis – da könnte man beides auch gleich sperrangelweit offenstehen lassen.

Ihr Vorteil ist, dass sie bei geringen Preisen überragende Wirkung erzielen. Und genau wegen dieses Kostenvorteils sollte man sie auch an allen Fenstern installieren, an die man problemlos herankommt. Denn es muss nur die Zeit verlängert werden, die ein Einbrecher benötigt – nach fünf Minuten geben die meisten aus Furcht vor Entdeckung auf.

Die Kür – das empfiehlt sich für jedes Haus

1. Stichwort Kette

Man kennt sie aus jedem Thriller: Türketten, die es ermöglichen, eine Türe zu öffnen ohne das ein Außenstehender einen überrumpeln könnte. Genau deshalb sollte ein solches Element ebenfalls an der Haustüre montiert werden. Am besten solche Ketten, die über ein zweites Schloss gesichert werden. Denn damit kann man Einbrechern selbst dann noch erhebliche Kopfschmerzen bereiten, wenn alle anderen Verriegelungen versagten – und zusätzlich ist es auch der perfekte Schutz, um abenteuerlustige Kids vom unbemerkten Herausrennen abzuhalten.

2. Stichwort Riegel

Wer besonders schweres Geschütz auffahren will, das zusätzlich auch bei Abwesenheit die Sicherung nachhaltig verbessert, dem seien Panzerriegel ans Herz gelegt. Dies ist ein schweres Verriegelungselement, das waagerecht auf der Tür-Innenseite montiert wird und in geschlossenem Zustand in Zargen eingreift, die seitlich in die Wand eingelassen werden. Dadurch steigt zwar der Einbauaufwand erheblich, aber eine so gesicherte Tür lässt sich selbst mit schwerem Gerät kaum noch einschlagen – und das zentral im Türblatt eingelassene Schloss signalisiert jedem Einbrecher, dass er sich hier die Zähne ausbeißen wird.

3. Stichwort Sehen

Türspione kennt man aus guten Grund praktisch nur von Wohnungstüren. Denn um sie in eine Haustür einzubauen, muss diese durchbohrt werden – kein cleveres Vorgehen in Zeiten, wo Türen massiv gedämmt sind und man sich damit eine Wärmebrücke schafft. Doch Elektronik macht auch hier vieles leichter.

Türspion

Neben den reinen Einbau-Nachteilen werden konventionelle Türspione auch durch Anhauchen oder schlicht Dunkelheit praktisch unbrauchbar.

Der Handel bietet mittlerweile Türspione, die ohne Kabel auskommen und ihr Bild wahlweise an einen auf der Türinnenseite montierten Kleinbildschirm oder sogar aufs Smartphone senden. Dadurch, dass diese Geräte oft auch über Bewegungsmelder- sowie Nachtsichtfunktionen verfügen, werden sie besonders bei den genannten glaslosen Haustüren zu einem immensen Sicherheitsgarant.

4. Stichwort Hintertüren und -fenster

Unter dem Stichwort Hintertüren fragte sich sicher so mancher Leser, was einen Einbrecher davon abhalten sollte, eine so verriegelte Glasfront einfach einzuschlagen. Eine berechtigte Frage. Allerdings zeigt sich in der Realität, dass die dabei entstehende Lautstärke viele Kriminelle abschreckt – eine klirrende Scheibe hört jeder und zu schnell hat man sich an den Scherben unbemerkt verletzt und hinterlässt eine erstklassige DNS-Spur für die Polizei – deshalb sind eingeschlagene Fenster eher selten.

Allerdings gibt es auch kostengünstige Möglichkeiten, Glas sicherer zu machen. Das Zauberwort lautet Schutzfolie. Diese wird ähnlich einer Riffelglasfolie aufgebracht. Schon nach einer kurzen Trocknungszeit kann man zwar immer noch von außen das Glas einschlagen, es bricht aber nicht mehr weg – Einsteigen wird so erheblich erschwert.

5. Stichwort Gitter

Dieser Punkt ist dazu geeignet, ein Haus in eine Festung zu verwandeln – mit entsprechenden Nachteilen wohlgemerkt. Denn Gitter, besonders wenn sie aus einem hochzugsfesten Edelstahl bestehen, sind auch 2017 schlichtweg ein für Otto Normaleinbrecher unüberwindbares Hindernis. Weder lassen sie sich aufbiegen, noch schnell und/oder geräuschlos durchsägen. Und praktisch jeder Metallbaubetrieb kann einem so etwas fertigen – in allen möglichen Optiken.

Doch besonders diese Optik ist auch das Problem. Denn egal wie verschnörkelt die Gitter sein mögen, sie lassen für die Bewohner immer etwas „Knast-Feeling“ aufkommen. Je nach Aussehen bezahlt man schnell mehrere hundert Euro – pro Fenster wohlgemerkt.

Hinzu kommt noch, dass man sich auf diese Weise selbst einschließt. Bei einem Brand beispielsweise zählt jede Sekunde. Genau diese Zeit kann fehlen, wenn man erst nach dem Schlüssel für das Gitter der Terrassentür suchen muss. Aus diesen Gründen will die Anschaffung solcher Sicherungsmaßnahmen reiflich überlegt sein und sollte nur bei akuter Bedrohung oder vorangegangenen Einbrüchen erfolgen.

6. Stichwort Licht

Schon mehrmals wurde in diesem Artikel darauf hingewiesen, dass Einbrecher gerne ungesehen arbeiten. Das zeigt sich nicht nur in der Tatsache, dass sie sich an Fenstern zu schaffen machen, die man von der Straße aus nicht einsehen kann, sondern auch, dass sie meist im Winterhalbjahr in den frühen Abendstunden zuschlagen – also dann, wenn es schon dunkel ist aber die Hausbesitzer noch auf der Arbeit. Denn die wenigsten Kriminellen wollen ihrem Strafregister noch eine durch Entdeckung folgende Körperverletzung hinzufügen.

Der Trick ist, den Verbrechern diese Deckung der Dunkelheit zu nehmen. Energetisch einwandfrei geht das heute durch Bewegungsmelder-Außenleuchten, in denen LEDs werkeln. Mit diesen Scheinwerfern sollte das gesamte Umfeld des Hauses nahtlos ausgeleuchtet werden können. Und die Lampen müssen so angebracht werden, dass sie sich nicht ohne weiteres durch Schläge oder durchschneiden des Kabels deaktivieren lassen.

7. Stichwort Feuer

Feuer kann sich blitzartig ausbreiten und ein Haus zerstören, bevor die Feuerwehr vor Ort ist. Doch für kleine Brände wäre es geradezu fahrlässig, diesen einfach nur durch Panik und Flucht zu begegnen. Der beste Konter gegen durchschmorende Mehrfachstecker, brennende Kerzengestecke und eine in Flammen stehende Bratpfanne ist immer noch ein Feuerlöscher. Als „ABC-Löscher“ mit Pulverfüllung kann man damit Feuer ersticken, bevor es zur Katastrophe wird – wenngleich man selbst beim kleinsten Brand sofort die Feuerwehr rufen sollte, schon aus versicherungsrechtlichen Gründen.

Kleine Löscher mit einigen Kilo Inhalt gibt es in den meisten Baumärkten für niedrige zweistellige Beträge. Einer davon im Flur eines jeden Stockwerks reicht aus, um für die meisten Brände gewappnet zu sein. Jedoch gilt auch hier, niemals den Helden spielen.


Fazit:


Der Schutz des Eigenheims ist eine lukrative Industrie. Doch in unsicheren Zeiten sollte man bei seinem Eigenheim nicht kopflos werden, sondern Sicherheit mit Augenmaß herstellen. Passieren kann immer etwas: Aber wer die ganze Zeit in Angst davor lebt, macht sich nur selbst unglücklich. Mit den genannten Optionen kann man sich und das Haus für die gängigsten Fälle rüsten – und danach mit einem guten Gewissen das neue Haus genießen.

Teile diesen Artikel

Facebook Twitter Google +

Gratis Hauskataloge

Mit Hilfe der kostenlosen Hauskataloge kannst Du entspannt zu Hause aus einer Vielzahl verschiedener Grundrisse wählen!

Finde Dein Traumhaus

Kommentare

Verwandte Artikel

Bauen im Winter
Theresa Brand, 7. Februar 2017

Fertighaus bauen im Winter

Draußen ist es grau und trüb und die Sonne lässt sich nur selten blicken. Doch dadurch muss sich niemand vom Hausbau abhalten lassen, denn ein Fertighaus kann problemlos im WInter gebaut werden.

Familie unter Hausdach
Musterhaus.net, 2. Februar 2017

Stolperfallen beim Immobilienbau und -kauf: Das ist zu beachten

Der Bau bzw. Kauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung ist für die meisten Menschen ein großer Schritt, der mit hohen Kosten verbunden ist. Dabei können so einige Stolperfallen lauern. Wir erklären, welche das sind und wie man sie am besten ...

BAU 2017 München
Musterhaus.net, 2. Februar 2017

Die erfolgreiche Bemusterung

Die Wahl für den Bauanbieter ist getroffen, der Grundriss steht fest und die Planungen für den Hausbau nehmen langsam konkrete Züge an. Bevor nun endgültig mit dem Bau des Eigenheims begonnen wird, erfolgt die Bemusterung, bei der die variablen ...

Fertighaus Montage
Musterhaus.net, 24. Januar 2017

Den passenden Fertighaus-Hersteller finden

Wer sich entschlossen hat ein Fertighaus bauen zu lassen, hat die Qual der Wahl. Zumindest hat es zunächst einmal den Anschein. Fertighaus-Anbieter gibt es in Hülle und Fülle, doch welches Bauunternehmen ist das Richtige? Musterhaus.net weiß, ...

Abonniere die neuesten Hausbau-Trends als Newsletter!