Finanzierung: Fördermittel beim Hausbau

Eigenheimförderung:
Staatliche Förderung beim Hausbau nutzen

Bei der Finanzierung gilt die Faustregel: Rund 20 bis 30 Prozent der Kosten beim Hauskauf sollten durch Eigenkapital gedeckt sein. Der Rest wird meist über Darlehen bei Kreditinstituten finanziert.

Im Jahr 2006 wurde die bis dahin sehr beliebte staatliche Eigenheim-Zulage abgeschafft. Für sie standen bis zu 11,4 Milliarden Euro zur Verfügung. Heute gibt es statt dessen eine ganze Reihe anderer, ebenso attraktiver Fördermöglichkeiten. Bund, Länder, Kommunen, Kirchen und Arbeitgeber helfen Bauherren, ihren Traum von Eigenheim zu verwirklichen. Wir haben einen Überblick erstellt.

Förderungen des Bundes

Kreditanstalt für WiederaufbauLeistungen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für Energieeffizienz

Gefördert wird der Neubau nach den seit 1. April 2016 geltenden KfW-Standards 55, 40 und 40 Plus.

Neben einem sehr zinsgünstigen Darlehen von bis zu 100.000 Euro, gibt es einen Tilgungszuschuss bis 15.000 Euro für den Standard 40 Plus, bis 10.000 Euro für den Standard 40 und bis 5.000 Euro für den Standard 55.


Förderungen der BAFA

Bundesamtes für Wirtschaft und AusfuhrkontrolleDas Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert:

  • Solarkollektoren zur Warmwasserbereitung, Raumheizung, zur Kombination aus beidem, zur Bereitstellung von Prozesswärme und solaren Kälteerzeugung
  • Pelletheizungen mit und ohne Pufferspeicher
  • Biomasseanlagen (Hackschnitzel, Scheitholz)
  • Elektrische Wärmepumpen
  • Mini-Blockheizkraftwerke

Wohn-Riester – mit der „Eigenheim-Rente“ zum Traumhaus

Zwischenzeitlich war das „Riestern“ in Verruf geraten. Sparer wurden zunächst mit Renditen von bis zu zehn Prozent gelockt, aber über die hohen Gebühren, Steuern und Provisionen im Unklaren gelassen. Die Enttäuschungen am Auszahlungstermin waren groß – zu Recht. Wenn es um die Kombination aus Eigenheim-Finanzierung und Rente geht, lohnt sich ein genaueres Hinsehen – denn mit dem sogenannten Wohnriestern können Bauherren bis zu 50.000 Euro sparen. Wir haben die wichtigsten Fakten dazu im Überlick.

So funktioniert Wohn-Riester

  • Wer mit der Eigenheim-Rente finanziert, muss die Immobilie bei Renteneintritt selbst nutzen
  • Wohn-Riester kann als Anschlussfinanzierung genutzt werden
  • Im Einzelfall lohnt sich Wohn-Riestern sogar dann, wenn der Zins im Vergleich zu einem ungefördeten Darlehen höher liegt
  • Zur Tilgung des Kredits bekommen Bauherren immerhin 154 Euro im Jahr. Hinzu kommen maximal 300 Euro Prämie für jedes Kind, das ab 2008 geboren wurde
  • Das Finanzamt hilft mit: Jedes Jahr können 2.100 Euro Tilgungsumme von der Steuer abgesetzt werden. Allerdings muss ein Teil davon im Alter nachversteuert werden
Sparen beim Hausbau

So kommst Du zur Eigenheim-Rente

  • Wer einen bestehenden Riester-Vertrag hat, kann den Kontrakt in Wohn-Riester umwandeln
  • Angebote sollten von großen Darlehensgebern wie Dr. Klein oder Interhyp eingeholt werden. Dort gibt es auch kompetente Beratungen
  • Wichtig! Angebote sollten von dem Kreditinstitut Deines Vertrauens gegengeprüft werden. Hierzu eignet sich auch eine Bausparkasse
  • Bauherren haben die Wahl: Die Eigenheim-Rente gibt es als Riester-Darlehen sowie als Kombination aus Kredit und Bausparvertrag
Das solltest Du wissen: Die Eigenheim-Rente ist ein kompliziertes Konstrukt, und sie eignet sich nicht für alle Bauherren. Besonders lohnt sich das Wohn-Riestern für standortgebundene Familien mit gutem, gesichertem Einkommen und Kindern. Weiterführende Informationen bekommst Du hier und hier.
Hausbau Baustelle Neubau

Förderungen der Länder

Je nach Bundesland sind die Zuständigkeiten für die Hausbau-Förderung auf unterschiedliche Ministerien verteilt. Mal ist es das Wirtschaftsministerium, mal das Finanzministerium, mal das Bauministerium, das als obere Verwaltungsbehörde die jeweiligen Förderbanken anweist.

In der Regel handelt es sich dabei um die Landesbanken oder die Landestreuhandstellen. Die konkreten Regelungen zur Hausbauförderung sind Angelegenheit der einzelnen Banken. Nicht alle Institute fördern den Traum vom Einfamilienhaus. Die wichtigsten Kreditinstitute der Länder haben wir hier im einzelnen aufgeführt.


Förderung der Kommunen

Die Aktion pro Eigenheim hat eine Datenbank mit mehr als 730 Städten und Gemeinden aufgebaut. Darin enthalten sind alle wichtigen Informationen kommunaler Fördermittel für den privaten Hausbau.


Förderung durch die Kirchen

Mitglieder der katholischen und evangelischen Kirche können auf Unterstützung von insgesamt 16 Bistümern bzw. 14 Landeskirchen hoffen.

Die Hilfe bezieht sich speziell auf die Vergabe von Erbbaurechten und NICHT auf Darlehen.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat 2014 in einem Musterbeschluss dem Erzbistum Köln untersagt, Darlehen zu vergeben. Dies sei ausschließlich Kreditinstituten vorbehalten. Diesem Urteil sind die anderen Bistümer des Landes gefolgt.

Kriterien kirchlicher Unterstützung

  • Kinder: Alter und Anzahl
  • Alter des Bauherren-Ehepaars
  • Gesamtnettoeinkommen des Haushalts
  • In Ausnahmefällen: der Gesundheitszustand
  • Ein grundsätzlicher Anspruch besteht nicht

Bei den Entscheidungen über die Angebote behalten sich die Kirchen Einzelfallerwägungen vor. So können manchmal auch kinderlose Eheleute eine Förderung genehmigt bekommen.

Unser Tipp: In Zeiten knapp gewordener Grundstücke lohnt sich die Angebots-Prüfung der Kirchen im Rahmen des Erbbaurechts trotz des Bafin-Urteils.

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Mit dem Gehalt zum eigenen Haus

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?! Statt bei einem Kreditinstitut anzufragen, können Bauinteressierte sich direkt an ihren Arbeitgeber wenden – sofern es das Verhältnis zum Vorgesetzten zulässt. Das Darlehen funktioniert im Grunde wie jeder andere Baukredit auch – mit Vor- und Nachteilen.

So funktioniert das Arbeitgeberdarlehen

  1. Der Arbeitnehmer und Arbeitgeber einigen sich auf eine bestimmte Kreditsumme sowie die Laufzeit für die Rückzahlung
  2. Ein beiderseitiger Vertrag ist ein Muss mit folgenden Bestandteilen:
    • Festschreibung der Bedingungen: Kreditsumme, Zweck, Laufzeit, Höhe der Zinsen, Bedingungen für die Rückzahlung und die Kündigung
    • Ohne Unterschrift beider Vertragspartner wird das Darlehen vom Finanzamt als Einkommen gewertet, wodurch Steuern anfallen

Vorteile des Personalkredits

  • Arbeitgeber verlangen in der Regel niedrige bis gar keine Zinsen
  • Unkomplizierte Tilgung: Die Rückzahlung wird mit dem Gehalt verrechnet. Pfändungsfreigrenzen werden berücksichtigt
  • Bei einem Ende das Arbeitsverhältnisses während des laufenden Kredits, muss trotzdem eine dreimonatige Kündigungsfrist für das Darlehen eingehalten werden

Nachteile

  • Ist der Zins deutlich günstiger als der marktübliche Durchschnitt, meldet sich möglicherweise das Finanzamt.
  • Falls es während der Kreditlaufzeit zu einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses kommt, ist der Arbeitgeber nicht mehr an den vereinbarten Zinsatz gebunden.
Fazit: Arbeitgeber werden die derzeit sehr niedrigen Zinsen der Banken kaum unterbieten können. Attraktiv wird das Arbeitgeberdarlehen für alle, die beruflich fest im Sattel sitzen und sich eine verhältnismäßig unkomplizierte Finanzierung für ihren Hausbau wünschen.

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Die Redaktion von Musterhaus.net informiert regelmäßig über die Trends im Bauen & Wohnen, verfasst hierzu Meldungen, Reportagen, Interviews und Hintergründe. Jeden Monat verschickt sie per E-Mail das Magazin „Hausbau aktuell".

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