Ein unebenes Grundstück kann zur Herausforderung beim Hausbau werden. Doch mit der richtigen Vorbereitung können Sie selbst ein Hanggrundstück in einen ebenen Bauplatz verwandeln. Wann und wie Sie den Höhenunterschied eines Grundstücks ausgleichen müssen, erfahren Sie in diesem Artikel.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Ein Grundstück sollte begradigt werden, wenn Unebenheiten den Hausbau oder die Gartengestaltung behindern.
- Ohne Genehmigung darf man ein Grundstück meist nur bis zu 30 cm auffüllen.
- Vor dem Planieren muss die Bodenbeschaffenheit geprüft und die Entwässerung geplant werden.
- Bei der Begradigung müssen Nachbarrechte, Auffüllhöhe und mögliche Baugenehmigungen beachtet werden.
- Der Ablauf umfasst Vermessung, Bodengutachten, Aushub, Auffüllung, Verdichtung und Planierung.
- Die Kosten liegen je nach Aufwand zwischen 2 und 100 €/m².
WANN SOLLTE EIN GRUNDSTÜCK BEGRADIGT WERDEN?
Ein Grundstück sollte begradigt werden, wenn starke Unebenheiten den Hausbau oder die Gartengestaltung behindern. Besonders bei Hanglagen ist das Planieren eines Grundstücks sinnvoll, damit Sie eine stabile und ebene Fläche schaffen. So können Fundamente sicher gesetzt und spätere Setzungen im Boden vermieden werden.
GRUNDSTÜCK BEGRADIGEN: WAS MUSS ICH DABEI BEACHTEN?
Beim Grundstück begradigen müssen Sie das Bodenniveau, die Entwässerung, die Nachbarrechte und eventuelle Genehmigungen beachten. Wie hoch man ein Grundstück auffüllen darf, regeln die Landesbauordnungen – meist sind bis 30 cm ohne Genehmigung erlaubt. Bei größeren Höhen ist eine Baugenehmigung nötig.
Bodenbeschaffenheit prüfen
Vor dem Planieren sollten Sie ein Bodengutachten erstellen lassen. Es zeigt, ob der Untergrund tragfähig ist und wie viel Aushub oder Auffüllung nötig ist. Lockerer oder lehmiger Boden muss oft verdichtet oder ausgetauscht werden.Entwässerung sicherstellen
Eine funktionierende Entwässerung schützt vor Staunässe und Schäden am Haus. Achten Sie darauf, dass das Gelände ein leichtes Gefälle vom Haus weg hat. Bei Bedarf müssen Drainagen oder Versickerungsflächen eingeplant werden.Grenzen und Nachbarrechte respektieren
Wenn Sie das Grundstück begradigen, dürfen Sie keinen Höhenunterschied schaffen, der Regenwasser auf Nachbargrundstücke leitet. Auch Aufschüttungen an der Grundstücksgrenze sind oft genehmigungspflichtig. Halten Sie ausreichend Abstand ein oder sichern Sie das Gelände mit einer Stützmauer.Auffüllhöhe und Genehmigungspflicht
Ohne Genehmigung liegt die maximale Auffüllhöhe meist bei 30 cm. Für größere Aufschüttungen oder bei Hanggrundstücken verlangen die Behörden oft einen Bauantrag. Die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland. Erkundigen Sie sich vorab beim zuständigen Bauamt.Maschinen und Fachunternehmen einplanen
Je nach Umfang der Arbeiten benötigen Sie Baumaschinen wie einen Bagger, eine Rüttelplatte oder eine Walze. Für größere Begradigungen sollte ein Erdbaubetrieb beauftragt werden. So vermeiden Sie Fehler bei Verdichtung und Gefälle, die später teuer werden können.WIE IST DER ABLAUF EINER BEGRADIGUNG?
Bevor Sie Ihr Grundstück planieren, sollten Sie den Ablauf genau planen. Je nach Bodenbeschaffenheit, Gefälle und Bebauungsziel unterscheidet sich der Aufwand. Eine fachgerechte Begradigung sorgt für einen tragfähigen Untergrund, eine kontrollierte Entwässerung und langfristige Stabilität.
Die folgenden Schritte geben Ihnen einen Überblick über den typischen Ablauf:
Grundstück vermessen und Geländeprofil erstellen: Lassen Sie Höhenunterschiede und Gefälle professionell vermessen. Daraus ergibt sich, wie viel Boden abgetragen oder aufgefüllt werden muss.
Bodenuntersuchung und Baugrundgutachten durchführen: Ein Baugrundgutachten klärt, ob der Boden tragfähig ist. Es gibt Aufschluss über Bodentyp, Tragfähigkeit, Grundwasserstand und mögliche Altlasten.
Planung und Genehmigung einholen: Bei größeren Eingriffen oder Auffüllungen über 30 cm ist eine Genehmigung erforderlich. Planen Sie außerdem die spätere Entwässerung mit ein.
Oberboden abtragen und lagern: Der fruchtbare Mutterboden (ca. 20 bis 30 cm) wird entfernt und zwischengelagert. Er darf später wieder für die Gartengestaltung genutzt werden.
Boden abtragen oder auffüllen: Höhere Bereiche werden abgetragen, tiefere aufgefüllt. Achten Sie auf eine gleichmäßige Verteilung des Materials. Fremdboden muss geeignet und frei von Schadstoffen sein.
Boden lagenweise verdichten: Jede Schicht wird einzeln mit einer Rüttelplatte oder Walze verdichtet. So vermeiden Sie spätere Setzungen. Je nach Boden sind 20 bis 30 cm starke Lagen üblich.
Entwässerung und Gefälle herstellen: Das Gelände erhält ein Gefälle vom Haus weg. Eventuell sind Drainagen, Sickerschächte oder Rigolen nötig. Die genaue Entwässerung plant ein Fachbetrieb.
Oberboden aufbringen und planieren: Zum Schluss wird der gelagerte Mutterboden verteilt und geglättet. Nun ist das Grundstück bereit für den Hausbau oder die Gartengestaltung.
WAS KOSTET DIE BEGRADIGUNG EINES GRUNDSTÜCKS? (FS)
Die Kosten fürs Begradigen eines Grundstück liegen je nach Aufwand zwischen 2 und 100 Euro pro Quadratmeter. Einfache Planierarbeiten starten ab 2 €/m², aufwendige Erdarbeiten kosten rund 15 bis 25 €/m². Bei komplexen Projekten mit Aushub, Auffüllung und Verdichtung sind bis zu 100 €/m² möglich.
| Arbeitsumfang | Preis | Beschreibung |
|---|---|---|
| Einfach | ab 2 €/m² | Leichtes Planieren, kein Aushub oder Fremdmaterial |
| Mittel | 15 bis 25 €/m² | Erdarbeiten mit geringem Aushub und Verdichtung |
| Komplex | 50 bis 100 €/m² | Höhenausgleich mit Aushub, Fremdboden und Entwässerung |
Beispiel
Ein Baugrundstück mit 500 m² weist Unebenheiten bis 30 cm auf. Es soll vollständig begradigt und für den Hausbau vorbereitet werden. Es fallen folgende Arbeiten an:
- Oberboden abtragen: 500 m² × 10 €/m² = 5.000 €
- Auffüllen mit Fremdboden: 50 m³ Fremdboden × 20 €/m³ = 1.000 €
- Boden verdichten: 500 m² × 10 €/m² = 5.000 €
- Planieren: 500 m² × 8 €/m² = 4.000 €
In diesem Fall würden die Gesamtkosten bei rund 15.000 € liegen. Bei schwierigen Bodenverhältnissen oder größeren Höhendifferenzen kann der Preis deutlich steigen.
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