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Ein Grundstück begradigen: So gelingt Ihr Großprojekt

Eines vorweg: Ein schiefes Grundstück muss nicht immer begradigt werden. Sogar sehr schräge Hanggrundstücke sind nutzbar, allerdings muss zumindest das Fundament des Hauses gerade stehen, sonst wirkt sich das negativ auf die Statik aus. Viele Hausbesitzer wünschen sich zudem einen „geraden“ Garten, dessen Rasenflächen sie problemlos mähen können. Auch die Terrasse soll keinen gefühlten Seegang haben, schon allein der Gemütlichkeit wegen.
Also doch ran ans Begradigungsprojekt! Wir sagen Ihnen, welche Voraussetzungen dafür gelten, auch auf rechtlicher Ebene. Erfahren Sie außerdem welche Nivellierungsarten es gibt und mit welchen Kosten Sie bei der Begradigung Ihres Grundstücks rechnen können.
Eines ist sicher: Jedes Baugrundstück lässt sich irgendwie zähmen, es kommt immer nur auf den Aufwand an.

Das Wichtigste zum Thema ‘Grundstück begradigen’ auf einen Blick:

  • Sie können ein Grundstück aus Gründen der Statik, des Komforts und des Geschmacks begradigen.
  • Erstellen Sie vorher einen Planierungsplan, im Zweifelsfall mit fachkundiger Hilfe.
  • Entscheiden Sie sich je nach Vor-Ort-Situation für eine von mehreren Planierungsarten.
  • Die Kosten sind je nach Projekt weit gestreckt: Sie liegen zwischen null und vielen tausend Euro.

Hanggrundstück begradigen: Was muss ich dabei beachten?

Am Anfang einer Grundstücksbegradigung steht das Brainstorming, dafür benötigen Sie verlässliche Informationen. Wir klären in diesem Kapitel die Voraussetzungen für eine Begradigung ab und schauen uns die Vorteile an, die Ihnen dieser Eingriff ins Gelände bringt.

Warum sollte ich mein Grundstück begradigen? Das sind die Vorteile

Es gibt drei verschiedene Gründe, ein Grundstück bzw. ein Gelände zu begradigen:

Der statische Grund:

In diesem Fall müssen Sie eine Begradigung vornehmen, sonst können Sie nicht bauen. Das fängt bei einem Wohnhaus an und endet bei einer Hütte im Garten, der Garage und der Terrasse.

Der Komfort:

Ein ebener Boden ist in der Regel viel komfortabler als ein unebener. Sie können darauf einfacher mähen, einen Pool aufstellen, einen Grillplatz einrichten und Gartenmöbel arrangieren.

Die Geschmacksfrage:

Hier sprechen ästhetische Gründe dafür, Unebenheiten zu beseitigen und Höhenunterschiede zu nivellieren.
Tipp: Ein Zwang zum Begradigen besteht nur bei Punkt 1, die beiden anderen Punkte lassen Ihnen freie Wahl.

Nachmessen! Wie schief ist das Grundstück überhaupt?

Die beste Grundlage für ein solides Bauprojekt sind Fakten. Verlassen Sie sich deshalb nicht allein auf Ihre Augen, sondern ziehen Sie einen Vermessungsingenieur oder Architekten hinzu, um die Schräglage Ihres Grundstücks zu bewerten. Lassen Sie die Baufläche und die unterschiedlichen Höhen professionell vermessen und vergessen Sie nicht auch die Bodenqualität zu prüfen. Wie tragfähig, stabil und wasserdurchlässig ist die Fläche? Was muss geschehen, damit das Fundament Ihres Hauses, des Pools oder der Terrasse wirklich stabil wird? Diese Fragen können nur Fachleute beantworten, die Ihr Grundstück vor Augen haben.

Tipp: Falls Sie eine Möglichkeit haben, sich ein Vermessungsgerät zu leihen, können Sie die Höhenunterschiede Ihres Grundstücks sogar selbst bestimmen. Die entsprechenden Rotationslaser oder Kreuzlinienlaser gibt es in manchen Baumärkten zu mieten.

Brauche ich für die Begradigung eine Genehmigung?

Tiefgreifende Erdarbeiten können schwerwiegende Auswirkungen haben, auch auf Nachbargrundstücke. Darum darf nicht jeder auf seinem Grundstück graben, wie er möchte, sondern für bestimmte Arbeiten ist eine behördliche Genehmigung vonnöten. Informieren Sie sich bei Ihrem lokalen Bauamt über die für Sie geltenden Vorschriften. Im Vorfeld können Sie auch die folgenden Gesetzbücher zu Rate ziehen:

Bürgerliches Gesetzbuch:

Der Paragraph 909 verbietet Grundstücksvertiefungen, die die Stabilität eines benachbarten Grundstücks gefährden. Wer trotzdem gräbt, ist im Ernstfall zum Schadensersatz verpflichtet – und das kann sehr teuer werden.

Bauordnungsrecht:

Im Bauordnungsrecht gilt das Prinzip, dass Grundstücke so unverändert wie möglich bleiben sollen. Wer sein Grundstück dennoch durch Begradigungen oder Erhöhungen verändern möchte, benötigt eine Genehmigung.

Landesbauordnungen:

Jedes Bundesland hat eine eigene Landesbauordnung aufgestellt. Auch diese Gesetzesbücher beinhalten, ebenso wie das Bauordnungsrecht der BRD, bestimmte Vorgaben, die bei Veränderungen von Grundstücken einzuhalten sind.
Tipp: Das bedeutet nicht, dass jede kleine Grundstücksveränderung genehmigungspflichtig ist, hier geht es ausschließlich um größere Eingriffe. Kleine Unebenheiten können Sie einfach nivellieren, doch eine komplette Begradigung sollten Sie beim Bauamt melden. Das Amt kann durchaus die Genehmigung verweigern oder bestimmte Auflagen erteilen, wie zum Beispiel das eigene oder ein benachbartes Grundstück mit Stützmaßnahmen abzufangen.
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Auf welche Arten kann ich ein Grundstück nivellieren?

Bei Hanglage können Sie Ihr Grundstück auf verschiedene Weisen nivellieren bzw. begradigen. Immer läuft es auf die Planierung einer oder mehrerer Flächen hinaus.

Tipp: Erstellen Sie zunächst mit fachkundiger Hilfe einen Planierungsplan, der sich an den durch Messungen gesicherten Höhenunterschieden orientiert. Fachleute wie Vermessungsingenieure und Landschaftsbauer können sogar das Erdvolumen berechnen, das Sie dafür bewegen müssen. Überlegen Sie sich gut, ob Sie die Erde später noch gebrauchen können, dann benötigen Sie einen Lagerplatz dafür.

Das sind die Arten der Flächenbegradigung

Einschnitt in den Hang:

Sie können ein Grundstück teilweise nivellieren, indem Sie einen Einschnitt in den Hang vornehmen. Dieser Einschnitt bildet eine gerade Fläche, auf der Sie dann ein Haus oder eine Garage errichten. Rundherum bleibt der Hang bestehen.

Terrassierung:

Eine starke Hanglage lässt sich in der Regel nicht vollständig nivellieren. Wenn sie trotzdem die gesamte Fläche als Ebene verwenden möchten, legen sie gerade Terrassen an, die sich den Hang hinunter ziehen.

Vollständige Nivellierung:

Sie können ein Grundstück auch komplett nivellieren, für ein vollständig ebenes Anwesen. Je stärker die Neigung, desto größer ist hierbei der Aufwand. Bei einem stark abfallenden Hang lohnt sich die Nivellierung oft nicht, weil sehr aufwändige Stützmaßnahmen notwendig wären.

Unebenheiten beseitigen:

Ihr Grundstück weist nur gewisse Unebenheiten auf, fällt aber nicht stark ab? In diesem Fall bedeutet die Begradigung oft, dass Sie eine ebene, saubere Fläche herstellen, die nicht unbedingt vollkommen gerade ausgelotet ist.

Welche Werkzeuge Sie für eine Begradigung benötigen

Die benötigten Werkzeuge orientieren sich an der gegebenen Aufgabe und deren Umfang. Geringe Höhenunterschiede und Unebenheiten können Sie noch per Hand bekämpfen, nutzen Sie dafür eine Schaufel und eine Walze bzw. einen Rüttler. Verschieben Sie damit Erdmengen und walzen bzw. rütteln Sie diese anschließend fest. Bei mittleren Höhenunterschieden sind schon schwerere Maschinen nötig, um größere Erdmassen abzutragen und Vertiefungen aufzufüllen. Hierbei hilft ein kleiner Radlader in Zusammenarbeit mit einer Motorhacke weiter. Bei einer echten Hanglage führt kein Weg an einem großen Baggereinsatz vorbei. Wenn Sie großen Wert auf Sicherheit legen, dann ist es ratsam zusätzlich einen Ingenieur zu beauftragen.

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Grundstück begradigen: Die Kosten im Überblick

Begradigungsprojekte unterscheiden sich sehr stark in Art und Umfang. Aus diesem Grund fallen auch die Kosten höchst unterschiedlich aus. Während Sie bei der manuellen Beseitigung von Unebenheiten eventuell eine kleine Mietgebühr für den Rüttler zahlen, fallen für die Nivellierung einer Hanglage mit schwerem Gerät mehrere tausend Euro an.
Auch der Schutz von Nachbargrundstücken oder Ihres eigenes Restgrundstücks kann Kosten verursachen. Die Vermessung und eine eventuelle statische Planung sind ebenfalls nicht umsonst. Im Vergleich dazu fallen die Gebühren, die Sie für Prüfung und Genehmigung an die zuständige Behörde zahlen müssen, eher gering aus.

Das sind die Kostenfaktoren:

  • Größe der Fläche
  • Beschaffenheit des Bodens
  • Ausmaß der Unebenheiten
  • Arbeitsumfang
  • Eigenleistung versus Unternehmen
  • Preise der engagierten Firma

Konkrete Kostenbeispiele:

Wenn Sie Ihr Grundstück bzw. Ihren Garten selbst nivellieren, liegen die Kosten ungefähr zwischen 0 und 120 pro Tag. Das kommt ganz darauf an, ob Sie Geräte, wie zum Beispiel einen Minibagger, mieten oder nicht.
Bei größeren Erdarbeiten, die ein Fachbetrieb für Sie durchführt, müssen Sie mindestens mit Kosten von etwa 15 bis 20 Euro je Quadratmeter rechnen. Hinzu kommt das Geld, das Sie eventuell für Erdreich ausgeben müssen.
Der Preis kann je nach Aufwand auf bis zu 100 Euro je Quadratmeter steigen, zum Beispiel bei großflächigen Verfüllungsarbeiten und tiefen Grabungen.
Hinzu kommen bei einem größeren Projekt oft noch weitere Kosten, zum Beispiel für die Entsorgung oder Zwischenlagerung der Erde oder die An- und Ablieferung des Baggers. So summieren sich die Begradigungskosten für Ihr Grundstück in manchen Fällen zu einem beachtlichen Betrag, darum ist eine sorgfältige Kalkulation vor Beginn der Arbeiten umso wichtiger.

Fazit:

    Hanggrundstücke müssen nicht immer begradigt werden, im Gegenteil: Sie können auch am Hang bauen. Falls dies nicht möglich ist, bieten sich Begradigungsmaßnahmen an. Dabei sollten Sie wissen, dass Begradigungsprojekte hoch individuell sind, nicht nur bezüglich Art und Umfang, sondern auch, was die Kosten betrifft. Um zu erfahren, was Sie dürfen, ziehen Sie die jeweilige Landesbauordnung und Ihr lokales Bauamt zu Rate. Für ein größeres, statisch relevantes Projekt wenden Sie sich am besten an einen Vermessungsingenieur bzw. eine Vermessungsingenieurin, damit Sie bei der Begradigung Ihres Grundstücks auf der sicheren Seite stehen.

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Häufig gestellte Fragen, wenn Sie Ihr Grundstück begradigen möchten

Woran erkenne ich, ob eine Fläche begradigt werden muss?

Das kommt auf den Einzelfall an. Beim Hausbau muss ohnehin immer ein Statiker, Ingenieur oder Architekt mit an Bord sein, der diese Analyse für Sie übernimmt. Kleinere Bauprojekte leiten Sie selbst. In diesem Fall erkennen Sie das Problem zuerst mit dem bloßen Auge und holen sich eventuell konkrete Zahlen von einem Vermessungsbüro oder einem Landschaftsbauer ein. Bei kleinen Projekten wie dem Pool-Bau arbeiten Sie mit einer Wasserwaage und Seilen, die Sie an Stäben festbinden.

Welche Firma kann mein Grundstück begradigen?

Zur Grundstücksbegradigung rückt ein Landschaftsbau- oder ein Hoch- und Tiefbauunternehmen an. Um einen überblickschaffenden Preisvergleich zu erhalten, lassen Sie sich von lokalen Firmen mehrere Angebote erstellen.

Wie hoch darf ich mein Grundstück auffüllen?

Wie hoch Sie Ihr Grundstück auffüllen dürfen, legen die Landesbauverordnungen fest. Erkundigen Sie sich daher beim örtlichen Bauamt. Normalerweise darf eine Fläche nicht höher als das Nachbargrundstück werden, es sei denn, es wird ein festgelegter Mindestabstand eingehalten.

Mehr zu: Bauen
Schlagworte: bauen, Hausbau

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