Fertighaus oder Massivhaus: Was ist besser?

Vor- und Nachteile der Bauweisen im Überblick

Es ist eine der Grundsatzfragen beim Hausbau: Soll ein Fertighaus oder Massivhaus gebaut werden?

Während beim Bau eines Fertighauses vormontierte Bauteile miteinander verbunden werden, wird bei der Massivbauweise noch ganz solide Stein auf Stein gemauert. Doch das sind nicht die einzigen Unterschiede zwischen den Bauarten. In unserem umfangreichen Ratgeber beantworten wir Ihnen sämtliche Fragen zum Thema und zeigen, ob ein Fertighaus oder Massivhaus zu Ihrem Bauvorhaben passt.

Der Vergleich: Fertighaus oder Massivhaus?

Die folgende Tabelle zeigt vereinfacht die unterschiedlichen Stärken und Schwächen von Fertig- und Massivhäusern. Im Vergleich stehen mehr Sterne für ein besseres Ranking.


Fertighaus:

Massivhaus:


Fertighaus:

Massivhaus:


Fertighaus:

Massivhaus:



Fertighaus:

Massivhaus:


Fertighaus:

Massivhaus:


Fertighaus:

Massivhaus:


Fertighaus:

Massivhaus:


Fertighaus:

Massivhaus:


Fertighaus:

Massivhaus:


Fertighaus:

Massivhaus:


Fertighaus:

Massivhaus:


Fertighaus:

Massivhaus:


Fertighaus:

Massivhaus:


Fertighaus:

Massivhaus:


Fertighaus:

Massivhaus:


Fertighaus:

Massivhaus:


Fertighaus:

Massivhaus:

Anmerkung: Dieser Vergleich soll einen – bewusst verallgemeinernden – Überblick geben und bezieht sich auf die „Prototypen“ eines Massivhauses, Stein auf Stein gemauert und eines aktuellen Fertighauses in Holzrahmenbauweise. Selbstverständlich gibt es bei beiden Bauweisen Ausnahmen, wie etwa besonders energieeffiziente Massivhäuser.

Preis/ Kosten für das Haus:

Der Preis für ein Haus ist grundsätzlich abhängig von vielen Faktoren: Haustyp, Ausbaustufe, Größe, Ausstattung, Qualität der Baumaterialien und die Bauregion dürften nur die wichtigsten sein. Vergleicht man nun zwei in diesen Punkten sehr ähnliche, also nahezu „identische“ Häuser, sind Massivhäuser nach unserer Erfahrung in der Regel tatsächlich oft einen Tick günstiger. Das Klischee vom „billigen“ Fertighaus gilt als längst überholt: Moderne Fertighäuser der aktuellen Generation sind vielmehr hochwertige Immobilien mit großem technischen Komfort, die auch einen entsprechenden, aber eben gerechtfertigten Preis haben.

  • Leichter Vorteil Massivhaus

Stellzeit des Rohbaus:

Einer der größten Vorteile des Fertighauses: die sensationell schnelle Montage vor Ort auf der Baustelle. Es gibt Häuser, die sind tatsächlich an ein bis zwei Tagen errichtet. Beim Massivhaus hingegen beträgt die reine Rohbauphase, abhängig von der Zahl der Geschosse, dem Dach und letztlich auch dem Wetter, rund vier bis sechs Wochen. Fertighausbauherren profitieren obenrein von höchstmöglicher Planungssicherheit: Vom Innenausbau bis zum Einzug kann alles zuverlässig und weit im Voraus auf den Punkt genau terminiert und arrangiert werden.

  • Leichter Vorteil Fertighaus
Montage eines Fertighauses

Montage eines Fertighauses

Rohbauerstellung im Winter:

Bis vor einigen Jahren wurde im Winter generell nicht oder kaum gebaut, da viele Baustoffe, zum Beispiel der Putz oder Estrich, mindestens Temperaturen von ca. 5 Grad benötigen, um durchzutrocknen. Moderne Heizsysteme und vergleichsweise milde Winter machen einen Massivhaus-Bau im Winter zwar mittlerweile generell möglich. Dieser ist aber recht fehleranfällig, bei sehr kalten Temperaturen dann doch schwierig und obendrein fallen auch ein paar Extra-Heizkosten an. Ein Fertighaus hingegen wird im Werk komplett vormontiert und kann – außer bei sehr extremer Witterung – auch im Winter in kürzester Zeit problemlos aufgestellt werden.

  • Leichter Vorteil Fertighaus

Feuchtigkeits-Eindringung Rohbau – Bauphase:

Es liegt auf der Hand: Je schneller das Haus gebaut werden kann, je rascher der Rohbau steht, desto weniger Feuchtigkeit kann beim Bau ins Haus dringen. Mit nur wenigen Tagen Aufbauzeit gegenüber rund vier bis sechs Wochen für den Rohbau beim Massivbau sind Fertighausbauherren hier deutlich im Vorteil.

  • Leichter Vorteil Fertighaus

Eigenleistungen:

Mit Eigenleistungen können handwerklich begabte Bauherren beim Hausbau viele Kosten sparen. Die meisten Fertighaus-Anbieter haben aus diesem Grund verschiedene Ausbaustufen im Angebot. Weiterer Vorteil: Da das Fertighaus schnell steht, kann man unmittelbar mit dem Innenausbau beginnen. Beim Massivhaus sind aber unter dem Strich die Möglichkeiten, mit Eigenleistungen aktiv zu werden, deutlich größer. Man kann – mit entsprechendem Know-how oder unter Anleitung der Fachleute – sogar schon beim Mauerbau oder Verputzen mit anpacken, wenn man möchte. Oder zum Beispiel den Fenstereinbau oder die Elektro-Rohinstallation mitübernehmen.

  • Klarer Vorteil Massivhaus
Laminat verlegen

Die Verlegung von Laminat können auch Laien übernehmen.

Individuelle Gestaltung / Umbau:

Das berühmt-berüchtigte Fertighaus „von der Stange“ gibt es schon lange nicht mehr: Fast alle Fertighäuser sind individuell planbar, von der Raumaufteilung und dem Grundriss bis zu den Details. Rund 90 Prozent der Fertighäuser werden frei gestaltet! Allerdings kommen hier eben doch standardisierte Grundkonstruktionen/ Bauteile für Dach, Wände und Decken zum Einsatz und es müssen Rastermaße beachtet werden. Etwas individueller lässt sich ein (vom Architekten entworfenes) Massivhaus planen und bauen: Hier ist man prinzipiell sehr frei in der Gestaltung – von der Gebäudeform bis hin zur Verwendung aller Materialien, sofern das Bauamt alles genehmigt. Auch spätere Um- oder Anbauten sind einfacher zu realisieren.

  • Leichter Vorteil Massivhaus

Materialauswahl Baustoffe:

Jede Fertigbaufirma und Massivbaufirma bietet in der Regel mehrere Wandaufbauten zur Auswahl – meist gebunden an den gewünschten Energiestandard. Ähnlich verhält es sich beispielsweise mit dem Innenausbau oder Dachauswahl: Die Fertighausanbieter, aber auch die großen Massivhausanbieter, arbeiten hier mit bestimmten Unternehmen/ Zulieferern zusammen, die Auswahl im Bemusterungszentrum ist groß. Für beide Bauweisen gibt es viele verschiedene Optionen was die Baustoffe und Materialien angeht, deshalb: unentschieden.

  • Vorteile für Fertighaus und (selbst geplantes) Massivhaus
Doppelseite eines Hauskataloges

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Schallschutz:

Eine Fertighauswand besteht zum großen Teil aus Holz und Dämmmaterial. Das bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich, wie zum Beispiel gute Wärmedämmung und einige Quadratmeter mehr Wohnfläche im Haus, da die Wände verhältnismäßig dünn sind. In einem Punkt sind Fertighauswände gemauerten Wänden aber klar unterlegen: Die massiven Steine bieten, bis auf wenige Ausnahmen (Porenbeton sowie ganz neue, EnEV-optimierte Steine) besseren Schall-, Trittschall- und Luftschutz.

  • Klarer Vorteil Massivhaus

Brandschutz:

Fakt ist: Die meisten Fertighäuser (Ausnahme: Beton-Elementbauweise) bestehen zu großen Teilen aus Holz, ein Massivhaus aus Steinen. Trotzdem ist die deshalb oft geäußerte, vermeintlich naheliegende größere Brandgefahr im Fertighaus nicht ganz korrekt. Die Brandwahrscheinlichkeit bei Fertighaus und Massivhaus kann als gleich (niedrig) eingeschätzt werden, bricht ein Brand doch meist im Inneren eines Hauses (Inneneinrichtung) aus. Dennoch verfügen die Steine eines Massivhauses halt über besonders gute Brandschutzwerte, sind nicht brennbar und extrem feuerbeständig, Holz hingegen brennt im Vergleich leichter und schneller. Das heißt vor allem: Sollte es brennen, sind die Verluste an der Bausubstanz beim Fertighaus größer.

  • Klarer Vorteil Massivhaus
Rauchmelder mit Bauplan

Rauchmelder mit Bauplan

Wohnklima / Raumklima:

Beim Wohnklima schneiden beide Bauweisen hervorragend ab. Auf der einen Seite punkten Fertighäuser mit einem gern beworbenen „wohngesunden“ Klima, weil der Naturbaustoff Holz Feuchtigkeit sehr gut reguliert. In Kombination mit einer modernen Lüftungsanlage, wie sie für ein KfW-förderfähiges, luftdichtes Fertighaus nötig ist, ergibt dies ein angenehmes Wohnen. Massivhäuser wiederum, auf der anderen Seite, sind bekannt für ihr ausgeglichenes Raumklima: Die Steine regulieren das Hausklima weitgehend automatisch – im Sommer heizt sich das Haus nicht so schnell auf, im Winter kühlt es weniger schnell aus. Letztlich ist das Raumklima immer persönliche Geschmackssache. Deshalb empfiehlt sich ein Besuch im Musterhaushauspark, wo man es direkt erleben und fühlen kann.

  • Vorteile für Fertighaus und Massivhaus

Musterhäuser in Musterhausparks:

In Deutschland kann man rund 1.000 Musterhäuser besichtigen, die meisten davon stehen in Musterhausparks. In diesen kann man unmittelbar Eindrücke sammeln vom möglichen neuen Zuhause – Anschauen und Anfassen sind ausdrücklich gewünscht, man kann sich vom Look & feel und dem Wohnklima selbst ein Bild machen. Obendrein bekommt man interessante Informationen zum Haus aus erster Hand. Die allermeisten dieser Musterhäuser sind Fertighäuser, das Angebot an Massivhaus-Musterhäusern ist im Vergleich überschaubar.

  • Klarer Vorteil Fertighaus

Energieeffizienz:

Die Fertighausanbieter zählten seit jeher zu den Vorreitern in Sachen Energieeffizienz, vor allem die möglichst gute Dämmung steht dabei schon seit langem im Fokus. Alle modernen Fertighäuser sind als Energiesparhäuser konzipiert und erreichen – luftdicht und mit top-moderner und perfekt auf das Haus abgestimmter Haustechnik ausgestattet – oft hohe KfW-Standards. Massivhäuser verfügen in der Regel über eine gute Wärmespeicherung, sind aber aufgrund der Baustoffe kaum bzw. nur mit großem wirtschaftlichen Aufwand wärmebrückenfrei zu realisieren. Deshalb gibt es beispielsweise kaum massive Passivhäuser.

  • Klarer Vorteil Fertighaus
Wandaufbau eines Fertighauses

Wandaufbau eines Fertighauses

Aufwand bei Wasserschaden:

Für jeden Hausbesitzer ein Ärgernis, für Fertighausbesitzer allerdings oft sogar eine kleine Katastrophe: ein Wasserschaden. Eine massive Wand aus „klassischen“ Steinen (Porenbeton/ Kalksandstein etc.) wird nach Befeuchtung nach einer Weile wieder trocknen und komplett wiederhergestellt sein. Anders die in mehreren Schichten aufgebaute Holzwand plus Dämmung plus Folien beim Fertighaus, deren Trocknung sich mitunter sehr schwierig und aufwendig gestaltet. In extremen Hochwasserregionen gilt ein Fertighaus deshalb nicht unbedingt als beste Wahl.

  • Klarer Vorteil Massivhaus

Alles aus einer Hand:

Beim Fertighausbau hat man meist nur einen Ansprechpartner, der sich als Generalunternehmer um alles kümmert: Er regelt den Bauablauf, betreut die Gewerke oder nutzt dafür eigene Vertragshandwerker, oft sogar zum Festpreis. Beim Bau eines Massivhauses hingegen werden die Arbeiten der einzelnen Bauphasen vom Bauherrn und/ oder dem Massivhausanbieter in der Regel an viele Fachunternehmen vergeben. Das ist nicht nur aufwendiger zu koordinieren und zu überwachen, sondern birgt – auch aufgrund der viel längeren Bauzeit – mehr Potenzial für Stress und Pannen.

  • Leichter Vorteil Fertighaus

Wärmespeicherung:

Das gemauerte Massivhaus bietet einen herausragenden sommerlichen Wärme- bzw. Hitzeschutz, weil es eine hohe Speicherkapazität hat. Das heißt, es heizt sich nicht so schnell auf wie ein Fertighaus, in welches die sommerliche Wärmeenergie viel leichter eindringen kann. Auch im Winter speichert das Massivhaus die Wärme gut und kühlt nicht allzu schnell aus, das minimiert die Heizkosten. Die Außenwände von Fertighäusern, aus Holz konstruiert, haben hingegen eine geringere Wärmespeicherfähigkeit.

  • Klarer Vorteil Massivhaus
Wärmespeicherung

Luft- / Winddichtigkeit:

Die schweren, massiven Baustoffe des Massivhauses stehen auch für eine sehr hohe Wind- und Luftdichtheit. Moderne, in leichter Holzbauweise errichtete Fertighäuser bestechen mit höchster Energieeffizienz, sind aus diesem Grund maximal wärmegedämmt und luftdicht konstruiert. Allerdings bedarf es im Fertighaus höchst präziser Verarbeitung und exakt passendem Aufbau (Schnittstellen), um auch eine sehr gute Winddichte zu erreichen.

  • Vorteile für Fertighaus und Massivhaus

Fazit:

Ob man sich für ein Massivhaus oder ein Fertighaus entscheidet, hängt letztlich ab von den persönlichen Präferenzen, dem Geldbeutel und auch dem Wohnumfeld. Wichtig ist natürlich auch, dass unter dem Strich das Gesamtkonzept der Baufirma passen muss und Sie restlos überzeugt – vom Kopf bis zum Bauchgefühl. Einerseits gibt es einige gute Gründe, warum der Anteil der Fertighäuser seit Jahren langsam aber sicher steigt. Wer möglichst schnell, unkompliziert und auch mit durchschnittlichem Budget ins neue Haus möchte, der könnte zum Fertighaus tendieren. Andererseits setzt der weitaus größte Teil aller Baufamilien in Deutschland, 80 Prozent, wie seit Jahrzehnten schon auf massiv gebaute Häuser. Wenn zum Beispiel guter Schallschutz unabdingbar ist, wie in verkehrsreicher Lage, dürfte (mit entsprechenden Bausteinen) das Massivhaus erste Wahl sein. Auch dann, wenn größtmögliche Individualisierung gewünscht und maximale Selbstverwirklichung im Haus das persönliche Ziel ist. So oder so: Für beide Bauweisen, Fertighaus und Massivhaus, finden Sie bei Musterhaus.net eine riesige Auswahl unterschiedlicher Haustypen: Vom Bungalow über das klassische Einfamilienhaus bis zu repräsentativen Stadtvilla ist für jeden etwas dabei.

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