Grauwasser nutzen und sparen

Wie viel Sinn macht die Nutzung von Grauwasser im privaten Haushalt?

Mit verbrauchtem Wasser aus dem eigenen Haushalt bares Geld sparen? Das ist mit der Nutzung von Grauwasser mittlerweile möglich und wird als äußerst effizient angepriesen. Als Grauwasser wird gering verschmutztes Wasser bezeichnet.

Mithilfe moderner Anlagen kann das eigens verbrauchte Wasser nun wiederverwendet werden. Was es mit der Nutzung von Grauwasser genau auf sich hat und ob sich eine Anlage für das Eigenheim lohnt, wollen wir in diesem Ratgeber veranschaulichen.

Was ist Grauwasser und welchen Nutzen hat es?

An einem einzigen Tag verbraucht der durchschnittliche Deutsche in etwa 120 Liter Trinkwasser zum Waschen, um den Durst zu stillen oder beim Gang auf das stille Örtchen. Beim Duschen oder Zähneputzen wird das Wasser jedoch nicht sonderlich stark verschmutzt. Dieses nur leicht dreckige Abwasser wird Grauwasser genannt. Mittlerweile ist es möglich, dieses Abwasser nutzbar zu machen und so eine Menge Geld zu sparen. Pro Tag produziert eine einzelne Person zwischen 30 und 60 Liter. Durch moderne Grauwasseranlagen kann dieses Abwasser nun weiterverwendet werden. Das aufbereitete Wasser kann danach für die Toilettenspülung, die Waschmaschine oder die Bewässerung des Gartens genutzt werden. Zum Reinigen oder gar zum Verzehren ist es nicht geeignet.

Kaspars Grinvalds

Die Funktionsweise der Grauwasseranlage

Um eine Anlage für die Nutzung von Grauwasser zu installieren, wird zunächst einmal eine Aufbereitungsanlage und ein freies, völlig unabhängiges Leitungsnetz benötigt. Die Aufbereitungsanlage besteht im Wesentlichen aus zwei verschiedenen Tanks. Das leicht verdreckte Abwasser fließt als erstes durch einen groben Filter und im Anschluss in den Grauwassertank. In diesem Tank wird das Wasser biologisch aufbereitet sowie physikalisch gereinigt.

Bei der Aufbereitung werden durch Mikroorganismen eine Vielzahl von organischen Stoffen wie Pflegeprodukte, Seifenreste oder auch Öle im bis dato noch verschmutzten Wasser abgebaut. Bei der physikalischen Reinigung wird ein Membranfilter eingesetzt. Durch diesen Filter werden die Bakterien aus dem Wasser gezogen und es wird nutzbar.

Nach diesen Schritten fließt das nun gereinigte Wasser in den Betriebswassertank. Hier kann es gelagert und weiter verwertet werden. Des Weiteren befindet sich neben den großen Tanks meist noch eine Pumpe zur Belieferung der einzelnen Verbrauchsgeräte und ein Aggregat, das zur Regelung des kompletten Systems dient.

Die Funktionsweise der Grauwasseranlage

Die Anlage selbst sollte nach Möglichkeit schon während des Neubaus in das Eigenheim integriert werden. So gibt es genügend Platz und später keine Probleme mit eventuell notwendigen Umbauten. Der Preis einer Grauwasseranlage für ein Einfamilienhaus liegt bei ungefähr 5000 Euro. Ausgaben für die Anlieferung und Montage kommen noch hinzu. Falls die Anlage in einem bereits bestehenden Haus nachgerüstet werden soll, können durch Umbauten selbstverständlich weitere Aufwendungen hinzukommen.


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Wie viel Wasserkosten spart man ein?

Laut Expertenmeinungen spart eine Grauwasseranlage in einem Einfamilienhaus pro Tag etwa 40 bis 45 Liter Wasser pro Person ein. In einem Zweipersonenhaushalt wären das 29,7 Kubikmeter Wasserersparnis für ein Jahr. Ein Kubikmeter Wasser kostet in Deutschland ungefähr vier Euro.

Demnach würde die Ersparnis für ein Jahr bei 118,80 Euro liegen. Die Anlage würde sich somit erst nach über 40 Jahren rentieren – gleichbleibende Wasserpreise vorausgesetzt. Natürlich ist die Ersparnis proportional zu der Anzahl der im Haus lebenden Personen. Bei sechs Bewohnern läge der Minderverbrauch im Jahr bei 356,40 Euro. Die 5000 Euro teure Anlage hätte sich somit nach 14 Jahren rentiert.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass eine Grauwasseranlage nicht in jedem Fall immer sinnvoll ist. Also besser selbst noch einmal nachrechnen oder bei weiteren Zweifeln bei einem unabhängigen Experten in der Nähe informieren

Die Grauwasseranlage zur Wärmerückgewinnung nutzen

Die Grauwasseranlage zur Wärmerückgewinnung nutzen

Neben der Wasseraufbereitung kann eine Grauwasseranlage auch für die Wärmerückgewinnung genutzt werden. So kann die Wärme des verbrauchten Wassers zum Vorheizen von Trinkwassers herangezogen werden.

Für die Aufbereitung von 500 Liter Grauwasser werden in etwa 0,75 Kilowattstunden Energie gebraucht. Aus diesem warmen Wasser lassen sich ungefähr fünf bis sieben Kilowattstunden Strom zurückgewinnen. Diese Ersparnis erhöht den Nutzen der Anlage noch einmal deutlich.

Der wirtschaftliche Nutzen einer Grauwasseranlage

5000 Euro plus Anlieferungs- und Montagekosten sind für einige Bauherren und Hausbesitzer ein nicht zu unterschätzender Betrag. Des Weiteren muss für eine Grauwasseranlage sehr viel Platz in den Kellerräumen geschaffen werden. Ob das System diesem Wert entspricht, ist, wie oben bereits erwähnt, sehr unterschiedlich. Es ist von Vorteil, wenn bei der Überlegung über die Anschaffung einer Anlage zunächst einmal die ganz persönliche Menge an anfallendem Grauwasser kalkuliert wird. Nur so lässt sich der Nutzen des Systems annähernd ermitteln.

Fazit

Unserer Meinung nach rentiert sich eine Grauwasseranlage im Moment nur für Häuser, in denen entweder mehrere Parteien oder eine große Gemeinschaft leben. Nur so finanziert sich die Anlage in einem annehmbaren Zeitraum. Auch den ethischen Aspekt sollten wir nicht außer Acht lassen. Für Menschen, die Ressourcen schonen und umweltbewusst bauen wollen, sind Grauwasseranlagen schon jetzt eine sehr sinnvolle Investition. Ökologisch sinnvoll ist Wassersparen in Deutschland zumindest im Jahr 2018 allerdings eher weniger. Es werden lediglich 17 Prozent des zur Verfügung stehenden Trinkwassers verbraucht.

Dieser Wert ist extrem niedrig und sorgt dafür, dass die Leitungen der Republik in regelmäßigen Abständen mit klarem Trinkwasser gespült werden müssen – nur so können sie trotz minimaler Auslastung weiter den hygienischen Standards entsprechen. Bei all diesen Vor- und Nachteilen bezüglich des Baus einer Grauwasseranlage bleibt es am Ende natürlich eine ganz persönliche Entscheidung. Unseres Erachtens nach lohnt sich die Anschaffung einer Grauwasseranlage für ein Einfamilienhaus zurzeit noch nicht wirklich. Die Technik ist relativ neu und innovativ, macht für die kleine Familie aus rein wirtschaftlicher Sicht aber noch nicht unbedingt Sinn.

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