Rohbau bauen lassen: Leistungsumfang, Bauphasen, Bauzeit, Preise, Vor-und Nachteile

Rohbauhaus

Wer den Rohbau vom Profi bauen lässt und den Innenausbau selbst stemmt, kann die Baukosten signifikant senken. Hier gibt es alle Infos zum Rohbau: von den Bauphasen, über die Bauzeit bis hin zu den Preisen.

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Welche Leistungen gehören zum Rohbau?

Bei einem Rohbau stellt das Bauunternehmen das tragende Skelett des Gebäudes fertig. Alle weiteren Baumaßnahmen übernimmst Du selbst. Das kann die Baukosten drücken. Zum einen sparst Du Lohnkosten für Handwerker. Zum anderen bewertet die Bank die Eigenleistung des Bauherrn bei der Kreditvergabe positiv.
Die umgangssprachlich als „Muskelhypothek“ bezeichnete Eigenleistung am Bau belohnen Banken häufig mit niedrigen Zinskonditionen bei der Vergabe des Baukredits. Zusätzlich zum günstigen Zinssatz sinkt die Darlehenssumme der Finanzierung, da nach der Fertigstellung des Rohbaus die Lohnkosten für Handwerker wegfallen. Diese machen einen Großteil der Baukosten aus.
Bis zu 30 Prozent der Gesamtbaukosten kannst Du einsparen, wenn Du beim Hausbau kräftig mit anpackst. Voraussetzung für ein erfolgreich fertiggestelltes Ausbauhaus ist jedoch, dass Du im Umgang mit Tapezierbürste, Fliesenkleber, Malerrolle und Co. jede Menge Geschick und Erfahrung mitbringst, bereit bist, viel Zeit auf der Baustelle zu verbringen und auf tatkräftige Unterstützung zählen kannst.

Rohbau Definition

Was ist ein Rohbau?

Als „Rohbau“ bezeichnet man die Ausbaustufe eines Bauwerkes, bei der die Außenhülle fertiggestellt wird. Diese umfasst Keller oder Bodenplatte, Außen- und Innenwände, Betontreppen, Geschossdecken, einen gemauerten Schornstein sowie den Dachstuhl. Darüber hinaus werden Arbeiten für die Legung von Versorgungsleitungen durchgeführt. Bei dem sogenannten „erweiterten Rohbau“ wird zusätzlich das Dach eingedeckt, die Außen- und Innenwände verputzt und der Trockenausbau abgeschlossen.

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Schritt für Schritt zum fertigen Rohbau


Bis der Rohbau aus Fundament, Mauerwerk und Dach steht und das Richtfest gefeiert werden kann, müssen verschiedene, aufeinander aufbauende Arbeitsschritte auf der Baustelle erfolgen.

Schritt eins: Baustelle einrichten und Baugrube ausheben

Im ersten Schritt liefert das Bauunternehmen die notwendigen Geräte und Baustoffe an die Baustelle, die es für eine zügige Durchführung des Bauvorhabens benötigt.

Dazu zählen Bagger und Betonmischer, aber auch Baukran und Sanitäre Anlagen für die Arbeiter. Dann schaffen die Bauarbeiter einen belastbaren Bauuntergrund für das Gebäude. Dafür entfernen sie störende Bäume und Büsche, die den Aushub der Baugrube behindern. Schließlich schachten sie – sofern eine Unterkellerung des Gebäudes geplant ist – die Baugrube aus. Soll lediglich eine Bodenplatte gelegt werden, fällt das Ausheben der Grube weg. Der Boden wird nur wenig ausgebaggert, die Sohle geebnet und verdichtet.

Baugrube für den Keller

Schritt zwei: Der Sockel wird errichtet

Als Sockel des Hauses kommen zwei verschiedene Möglichkeiten in Betracht: ein untergeschossiger Keller oder eine ebenerdige Bodenplatte.

In beiden Fällen wird die Baugrubensohle mit einem „Teppich“ aus Kies oder Magerbeton versehen. Diese sogenannte „Sauberkeitsschicht“ schützt das Gebäude vor aufsteigender Feuchtigkeit und gleicht Unebenheiten aus. Auf die Sauberkeitsschicht kommt häufig eine isolierende Dämmschicht als Frostschutz. Erst jetzt wird das Fundament aus Stahlbeton in eine Schalung gegossen. Auf dieser Bodenplatte werden später die tragenden Mauern des Hauses errichtet.

Fundament wird gegossen

Schritt drei: Anschluss an Wasser, Strom und Glasfaserleitungen

Um eine Standardwohnqualität zu gewährleisten, benötigt jeder Neubau einen Anschluss an:

  • das Stromnetz
  • den Glasfaser-, DSL- oder Kabelanschluss für Internet, Telefon und TV
  • Gas- oder eine andere Wärmeversorgung
  • Frischwasserzufuhr
  • Schmutzwasserentsorgung

Dafür müssen Kanäle verlegt werden, die das Grundstück mit den öffentlichen Versorgerleitungen verbindet. Die Zugänge werden – häufig in Form eines Mehrspatenbaukörpers, der aus mehreren nebeneinanderliegenden Leerrohren besteht – ebenfalls während der Rohbauphase gelegt.

Kanal für den Wasseranschluss

Schritt vier: Mauern und Dach entstehen

Ist die Bodenplatte vollständig durchgetrocknet, können die Maurer oder Ingenieure und etwas später die Zimmermänner ihre Arbeit aufnehmen.

Zuerst entstehen die Wände. Bei Massivhäusern mauern die Maurer jede Wand Stein auf Stein, bei Fertighäusern montieren Ingenieure Holzwände, die bereits in der Fabrik vorgefertigte wurden. Nun können Geschosstreppen gebaut, und Decken eingezogen werden. Zum Schluss bauen die Zimmermänner den Dachstuhl auf. Mit der Fertigstellung des Dachstuhls ist die Rohbauphase abgeschlossen. Jetzt muss er nur noch von einem Statiker des Bauaufsichtsamtes geprüft werden – dann wird das Richtfest gefeiert.

Übrigens: Welche Arbeiten die Fertigstellung eines Rohbaus umfasst, ist gesetzlich nicht geregelt. Diese sollten deshalb vertraglich genau festgehalten werden.

Mauerwände beim Rohbauhaus
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Vor- und Nachteile der Ausbaustufe „Rohbau“

Wie bei nahezu jedem größeren Projekt gibt es im Vergleich mit dem Kauf eines schlüsselfertigen Eigenheims eine Reihe von Vor- und Nachteilen beim Kauf eines Rohbauhauses:

Vorteile

  • Kosteneinsparung von Handwerkerlohn durch Eigenleistung beim Innenausbau
  • die sogenannte „Muskelhypothek“ kann bessere Konditionen bei der Kreditvergabe schaffen

Nachteile

  • umfangreiches handwerkliches Geschick sowie viel Know-How notwendig
  • höherer Zeitaufwand dadurch evtl. finanzielle Doppelbelastung durch längere Mietkosten
  • hohe körperliche Belastung
  • keine professionelle Ausführung und Beratung
  • bei selbstverursachten Baumängeln kein Anspruch auf Behebung durch Gewährleistung des Bauunternehmens
  • Beschaffung der Materialien in Eigenregie
  • Spezialwerkzeug muss auf eigene Kosten gekauft oder geliehen werden
  • weitere Kosten durch notwendige Versicherung von Bauhelfern sowie die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau)

Beim Ausbau mit anpacken – für Dein Glück!

Mit handwerklicher Begabung, Muskelkraft und viel Zeit kannst Du durch Eigenleistungen beim Rohbau eine Menge Geld sparen. Und Du bekommst ein Zuhause ganz nach Deinem Geschmack: genau DEIN persönliches Traumhaus.

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Weitere Infos zum Rohbaushaus


Zeitplan – Die Dauer für den Rohbau

Der Bau eines Massivhauses dauert länger als der eines Fertighauses. Ein Gebäude Stein auf Stein zu mauern, benötigt nicht nur sehr viel mehr Arbeitsschritte, sondern auch mehr Material als das Ineinanderfügen und Montieren vorgefertigter Bauteile.

Wie viel Zeit die Fertigstellung des Rohbaus in Anspruch nimmt, hängt neben der Bauart aber auch von der Größe des Grundrisses, der Anzahl der Etagen und von den verwendeten Materialien ab. Denn: Einige Baustoffe benötigen längere Trockenzeiten.

Materialien wie Beton oder Unterputz werden mit Wasser vermischt, um sie formbar zu machen. Nach dem Aufbringen müssen sie die Feuchtigkeit erst einmal abgeben und vollständig durchtrocknen, um auszuhärten und tragfähig zu werden. Wird die Trocknung künstlich beschleunigt, können sich Risse im Baustoff bilden. Ist das Material hingegen nicht vollständig trocken, bevor die nächste Bauphase beginnt, können sich später feuchte Stellen und Schimmel im Haus bilden. Diese wichtigen Trockenvorgänge verlängern jedoch die Zeit, die einzelne Bauabschnitte in Anspruch nehmen.



Dauer der einzelnen Bauabschnitte eines Rohbaus im Überblick:

  • Legen des Fundaments inkl. Erdarbeiten: eine Woche
  • gemauerte Wände: ca. 10 Tage
  • Dachstuhl aufstellen: ein bis zwei Tage
  • Gesamtdauer für den Rohbau: ca. drei bis vier Wochen

Je nach Witterung, Größe und Bauart kannst Du für die Vollendung des Rohbaus bei einem Massivhaus etwa drei bis vier Wochen rechnen. Die Bauzeit eines Fertighauses ist sehr viel kürzer. Für die Montage der fertigen Bauteile benötigen die Bauexperten abhängig von der Komplexität des Gebäudeschnitts zwischen einem Tag und drei Tagen. Durch das Gießen der Bodenplatte erhöht sich die Bauzeit hier noch einmal um drei Tage.


Das kostet der Quadratmeter


Die Kosten beim Rohbau hängen maßgeblich von der Qualität der verwendeten Materialien, dem Schwierigkeitsgrad des Aushubes der Baugrube (Bodenklasse) sowie die Gestaltung des Bauwerkes ab.

So ist es teurer, Stein auf Stein zu bauen als Fertigbauteile aus Holz montieren zu lassen. Der Bau einer Flachdachkonstruktion ist in der Regel günstiger als der eines Sattel- oder Pultdaches.

Als grober Orientierungswert gilt jedoch: pro Quadratmeter Nutzfläche liegen die durchschnittlichen Kosten für ein Massivhaus mit normaler Ausstattung bei etwa 650 Euro. Für eine gehobene Ausstattung zahlst Du etwa 750 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche. Der Rohbau eines Fertighauses mit Holzständerbauweise kommt hingegen durchschnittlich mit etwa 600 Euro pro Quadratmeter aus. Immerhin: Die Kosten für den Rohbau decken bereits 45 Prozent der Gesamtkosten ab.


Diese Gewerke folgen auf den Rohbau

Ist der Rohbau fertiggestellt und das Richtfest wurde gefeiert, gehen die Arbeiten am Haus mit dem Innenausbau weiter.

Estrichböden müssen nun eingezogen werden, Dämmmaterial verbaut, Sanitäre Anlagen angeschlossen, Fassaden verkleidet, Türen und Fenster eingebaut, Bodenbeläge verlegt sowie Tapezier- und Malerarbeiten ausgeführt werden. Hinzu kommt die Installation der Elektrizität und der Heizung.

Wenn Du Dir diese Ausbaumaßnahmen nicht im vollen Umfang zutraust, kannst Du Dich alternativ zum Rohbau auch für einen „geschlossenen Rohbau“ entscheiden. Bei dieser Ausbauvariante ist der Rohbau bereits wärmegedämmt, das Dach eingedeckt und durch den Einbau von Fenstern und Haustür regendicht.