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Dämmstoffe: Die häufigsten Dämmmaterialien und ihre Eigenschaften

Ein Dämmstoff nach Art des Hauses? Aber ja!

Auch ein Haus muss sich warm anziehen, um Kälte, Hitze und Feuchtigkeit zu trotzen. Ob EPS oder XPS, ob Mineralwolle oder Glaswolle: Gut, dass es heute eine Vielzahl an Dämmstoffen gibt, die das Leben im Haus so angenehm wie möglich machen. Außerdem spart ein gut gedämmtes Haus eine Menge Energie und Kosten. Doch welcher Dämmstoff ist denn nun der beste? Wer hier alles optimal unter Dach und Fach haben möchte, sollte die verschiedenen Dämmstoffe einmal genau unter die Lupe nehmen.

Moderne Dämmstoffe

Keine Frage, auf die modernen Dämmstoffe ist Verlass: In den kalten Monaten halten sie die Wärme im Haus, in den warmen Monaten bleibt die Hitze vor der Tür. Und den vom Gesetzgeber festgesetzten U-Wert erfüllen die hochentwickelten Materialien außerdem. Um nun den idealen Dämmstoff für das eigene Heim zu finden, kommt es auf die Begebenheiten des Hauses, die eigenen Anforderungen und die verschiedenen Eigenschaften der Dämmstoffe an. Hierzu zählen:

  • Wärmeleitfähigkeit (U-Wert)
  • Verarbeitung und Anbringung
  • Langlebigkeit
  • Umweltverträglichkeit
  • Entflammbarkeit
  • Dicke des Dämmstoffes
  • Preis
  • Zusatznutzen wie Schalltritt und Akustikdämmung

Welche U-Werte schreibt die Energieeinsparverordnung EnEV vor?

Anhand des U-Werts, dem Wärmedurchgangskoeffizienten, erkennt man, wie gut die Dämmwirkung eines Dämmstoffs ist. Je niedriger der U-Wert, desto besser ist die Dämmung des Stoffes. Angegeben wird der U-Wert in Watt pro Quadratmeter und Kelvin. Die Energieeinsparverordnung EnEV schreibt folgende U-Werte vor:

Hauselemente U-Wert
Steildach 2,4 W/(m²K)
Flachdach 2,0 W/(m²K)
Obere Geschossdecke 2,4 W/(m²K)
Außenwand 2,4 W/(m²K)
Außentüren 1,8 W/(m²K)
Kellerdecke, Kellerwände 3,0 W/(m²K)
Fenster 1,3 W/(m²K)
Dachflächenfenster 1,4 W/(m²K)
Schiebetüren 1,6 W/(m²K)

Die Verwendung von Dämmstoffen: Oben, unten, innen oder außen?

Bei der Wärmedämmung unterscheidet man zwischen Dachdämmung und Fassadendämmung. Beides kann sowohl von außen als auch von innen gedämmt werden. Mit einer Innendämmung lassen sich zum Beispiel die Wand einer angrenzenden Garage, eine Kellerdecke oder der Dachboden mit einer Zwischensparrendämmung isolieren. Auch eine Akustikdämmung ist innen sinnvoll, um Geräusche abzudämpfen. Allerdings muss man bei der Innendämmung immer ein wenig Wohnraum einbüßen. Das wird mit einer Außendämmung natürlich vermieden. Falls es sich jedoch um die energetische Sanierung eines älteren Gebäudes handelt, kann eine dekorative, alte Fassade dann nicht erhalten bleiben. Hier wird besser von innen gedämmt.


Welche Dämmstoffe gibt es? Und wo kommen sie genau zum Einsatz?

Hier unterteilt man die Dämmstoffe in mineralische, synthetische und ökologische Dämmmaterialien. Für einen guten Rundumblick stellen wir die verschiedenen Arten, die Vorteile, die Verwendung und die jeweilige Wärmeleitfähigkeit im Folgenden vor.

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Synthetische Dämmstoffe

Der Rohstoff für diese Dämmstoffe ist Erdöl. Denn aus Erdöl werden Kunststoffe aller Art hergestellt. Verarbeitet man sie zu Hartschaumstoffen, eigenen sie sich hervorragend als langlebiges Dämmmaterial, das nicht verrottet – so zum Beispiel Styropor.

EPS:
Expandierter Polystrol-Hartschaum

Auch unter dem Namen Styropor bekannt. EPS ist sehr kostengünstig, leicht, robust und gut zu verarbeiten.

EPS Dämmstoff

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick:

  • Verwendung: Fassade, Dachboden, Schalldämmung in Decken- und Wandbereich
  • Preis pro qm: ca. 15 bis 20€
  • Wärmeleitfähigkeit: ca. 0,020 – 0,040 W/(m²K)
  • Brandschutz DIN 4102-1: B1

XPS:
Extrudierter Polystrol-Hartschaum

Ideal für die Perimeter-Dämmung von Kelleraußenwänden und Bodenplatte. Die Dicke der Dämmplatten beträgt 20 bis 200 Millimeter, durch Verklebung sind sogar 320 mm möglich. XPS ist absolut feuchtigkeitsresistent und druckunempfindlich – wie z.B. die Hartschaumplatte Styrodur. Insgesamt aber etwas teuer als EPS.

XPS Dämmstoff

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick:

  • Verwendung: Keller, Fassade, Aufsparren, oberste Geschossdecke, Flachdach, Boden
  • Preis pro qm: ca. 18 bis 30€
  • Wärmeleitfähigkeit: ca. 0,035 – 0,040 W/(m²K)
  • Brandschutz DIN 4102-1: B1 oder B2

PUR Dämmung:
Polyurethan-Hartschaum

Ein sehr feuchtigkeitsunempfindlicher Dämmstoff mit hoher Druckbeständigkeit und Dämmwirkung. Die Dicke des Dämmstoffes ist sehr gering, daher ist eine PUR-Dämmung bei einer schlanken Dämmausgestaltung immer sehr gefragt. Erhältlich als Platten oder Blöcke.

PUR Dämmung

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick:

  • Verwendung: Im Steil- und Flachdach, Fußboden, oberste Geschossdecke, Kellerdecke, Außenwand
  • Preis pro qm: ca. 14 bis 25€
  • Wärmeleitfähigkeit: ca. 0,024 – 0,029 W/(m²K)
  • Brandschutz DIN 4102-1: B1 oder B2

Aerogel:

Hochporöse, sehr flexible Dämmplatten und Dämmmatten, die zu 90 % aus luftgefüllten Poren bestehen. Aerogele gehören mit zu den effizientesten Dämmstoffen. Sie sind schalldämmend, nehmen kaum Platz ein und können flexibel um Baukörper und Gegenstände verlegt werden.

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick:

  • Verwendung: Flachdach, Innenwände, Fensterbank und -laibung, Rollladenkästen, Dachausstiege, Terrassen, hinterlüftete Fassaden
  • Preis pro qm: ab ca. 180€
  • Wärmeleitfähigkeit: ca. 0,014 W/(m²K)
  • Brandschutz DIN 4102-1: A2

Mineralische Dämmstoffe

Stein, Sand oder Kalk sind anorganische Stoffe, die überall auf der Erde zu finden sind. Daraus lassen sich hochwertige Dämmstoffe herstellen, die sich als Wärmedämmung z. B. für das Dach sehr bewährt haben. Der Brandschutz ist hier inklusive, denn mineralische Dämmstoffe sind nicht entflammbar.

Glaswolle:
Kategorie Mineralwolle

Die gelben, weichen Glaswollmatten, Platten oder Ballen haben sich als preiswerter Dämmstoff bewährt. Sie können gut zugeschnitten und auch an verwinkelten Stellen eingesetzt werden. Da Glaswolle Wasser speichert, ist es nur für trockene Bereiche geeignet, wie etwa zur Dachdämmung.

Glaswolle Dämmstoff

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick:

  • Verwendung: Dach, oberste Geschossdecke, Fassade (als Kerndämmung), als Akustikdämmung bei Trennwänden
  • Preis pro qm: ca. 10 – 20€
  • Wärmeleitfähigkeit: ca. 0,032 – 0,040 W/(m²K)
  • Brandschutz DIN 4102-1: A1 oder A2

Steinwolle:
Kategorie Mineralwolle

Im Gegensatz zur Glaswolle ist Steinwolle etwas schwerer. Daher sind die Vliesmatten ein idealer Schallschutz. Und da Stein nicht brennen kann, gehört Steinwolle der Brandschutzklasse A1 an. Der Dämmstoff ist kostengünstig, nachhaltig, gut für die Gesundheit und leicht zu verarbeiten, allerdings nicht resistent gegen Feuchtigkeit.

Steinwolle Dämmstoff

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick:

  • Verwendung: Dach, Flachdach, oberste Geschossdecke, Fassade (als Kerndämmung), als Akustikdämmung bei Trennwänden
  • Preis pro qm: ca. 5 – 20€
  • Wärmeleitfähigkeit: ca. 0,035 – 0,048 W/(m²K)
  • Brandschutz DIN 4102-1: A1 oder A2

Schaumglas:

Ein nachhaltiger Dämmstoff aus recyceltem Altglas, das nicht brennbar, wasserabweisend und sehr belastbar ist. Es ist vom Keller bis unters Dach einsetzbar, sogar im Erdreich kann Schaumglas als Dämmstoff wirken.

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick:

  • Verwendung: Dach, Flachdach, Boden unter Estrich, Fassade, Perimeterdämmung (Kellerwand und unter der Bodenplatte)
  • Preis pro qm: ca. 40 – 100€
  • Wärmeleitfähigkeit: ca. 0,040 – 0,060 W/(m²K)
  • Brandschutz DIN 4102-1: A1 oder A2

Multipor Innendämmung:

Eine mineralische Innendämmung für Außenwände und damit sehr geeignet für Altbauten und Gebäude mit denkmalgeschützten Fassaden. Die Mineraldämmplatten sind wohngesund, diffusionsoffen und kapillaraktiv, außerdem nicht brennbar (nach A1) und faser- wie auch schadstofffrei. Und Schimmel beugen sie außerdem vor.

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick:

  • Verwendung: Innenwand, Luftschacht, unterseitige Decke, Keller, Garagen, Dächer, Alt- und Neubauten, Fachwerkhauswände
  • Preis pro qm: ca. 40 – 80€
  • Wärmeleitfähigkeit: ca. 0,042 W/(m²K)
  • Brandschutz DIN 4102-1: A1

Isover Estrichdämmung:

Mehr Wärme, weniger Geräusche im Haus: dafür sorgt eine Estrichdämmung aus Mineralwolle, die unter der Estrichdecke verlegt wird. Um Trittschall so effektiv wie möglich entgegenzuwirken, empfiehlt sich elastische Glaswolle. Sie zeichnet sich auch durch eine geringe Aufbauhöhe aus. Steinwolle hingegen ist ein dickerer, hochverdichteter Dämmstoff, der hohem Druck standhält. Er eignet sich hervorragend als Estrichdämmung für Büro- oder Gewerbeobjekte.

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick:

  • Verwendung: Außenwände von Altbauten und Neubauten
  • Wärmeleitfähigkeit: Glaswolle ca. 0,032 W/(m²K), Steinwolle ca. 0,035 W/(m²K)

Ökologische Dämmstoffe

Die natürlichen Dämmmaterialien liegen voll im Trend. Zu Recht: schließlich sind Rohstoffe wie Holz, Flachs oder Hanf nachwachsend und in hoher Menge verfügbar. Die Herstellung der natürlichen Rohstoffe ist energiesparend und geschieht oft im Rahmen eines Recycling-Prozesses. Das schont Ressourcen und freut die Umwelt!
Neben ökologischen Aspekten punkten die Dämmstoffe bei Innen- und Dachdämmungen durch ihre hohe Wärmespeicherung, einen oftmals starken Schallschutz und eine hohe Resistenz gegen Schimmel und Pilze. Ein Nachteil gerade bei Holzfasern und Holzwolle: Sie liegen preislich im oberen Segment und bieten keinen Brandschutz. Sind die Verwendung und der Einsatzbereich jedoch gut kalkuliert, sind ökologische Dämmstoffe eine erstklassige Alternative zu synthetischen oder mineralischen Dämmstoffen.
In unserem gesonderten Ratgeber finden Sie alle weiteren Informationen zum Thema „ökologische Dämmstoffe“. Wer also die Vor- und Nachteile von Holzfaser, Holzwolle, Zellulose, Hanf, Flachs, Wiesengrad, Seegras, Kokosfaser, Kork, Schilf, Jute, Stroh und Kalziumsilikatplatten genau kennen lernen möchte, findet hier genau das Richtige!

Ökologische Dämmstoffe

Wärmedämmverbundsystem (WDVS)

Schicht für Schicht für Schicht. Dafür steht ein WDVS, das Außenwände im Zwiebellook warm einpackt. Kombiniert werden hier ein Dämmstoff, ein Armierungsgewebe, ein armierter Unterputz und ein Oberputz und die Fassadenfarbe. Den Mittelpunkt bildet der Dämmstoff, dessen Platten aufgeklebt und fest angedübelt oder verschraubt werden. Sind die Wände sehr uneben, kommt meist ein Schienensystem zum Einsatz.
Je nach Anforderung und Vorlieben kann für ein WDVS ein synthetischer, ein mineralischer oder auch ein ökologischer Dämmstoff eingesetzt werden. Wichtig ist, dass die einzelnen Komponenten aufeinander abgestimmt und baurechtlich abgenommen sind, z.B. im Hinblick auf Brandschutz und Feuchtigkeit. Also unbedingt einen Fachkundigen fragen und ein bewährtes System wählen.

Fazit: Für jeden etwas anderes, für alle das Richtige

Ganz gleich, ob man neu baut oder seinen Altbautraum saniert: Die Wärmedämmung ist immer Grundvoraussetzung für eine starke Energiebilanz des Hauses. Gut, dass Bauherrinnen und Bauherren unter etlichen effektiven und zukunftssicheren Dämmstoffen wählen können – seien es synthetische, mineralische oder ökologische. Heute sind die Dämmstoffe so hoch entwickelt, dass sich ein Maximum an Wärme- und Wohnkomfort herausholen lässt. Um hier zu einem optimalen Ergebnis zu kommen, muss man sich Klarheit über die einzelnen Faktoren verschaffen:

  • Wie ist der energetische Zustand des Hauses?
  • Wie sind die baulichen Beschaffenheiten der Außen- und Innenwände?
  • Welche Ansprüche hat man selbst an die Dämmung?
  • Und wie hoch ist das Budget?
Empfehlenswert ist eine Beratung von einem entsprechenden Unternehmen, um die unterschiedlichen Dämmstoffe gegeneinander abzuwägen und das Bauvorhaben sicher zu kalkulieren. Dann wird es richtig gut.

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